
Wald in Eggesin


Alle Jahre wieder im Kloster Sich erden sagt man sei gut sich himmeln erlebe ich ist besser wenn ich hervor trete, raus aus meinem engen Ich zum Brunnen gehe in die Landschaft manchmal mit Schnee oft voll hellen Lichts von oben ein An-Gebot damit ich atmen kann singen trinken vom Brunnen des Lebens sibyll j. maschler November 2023
…auch im Jahr 2023 und ausgerechnet im Berliner Prenzelberg.
So ein gemeinsamer Spaziergang mit anschließendem Besuch
der Nationalgalerie bleibt genauso im Gedächtnis, wie die Anfänge unseres Wirkens im GEWA.
Inzwischen gibt es mehr als 150 Hefte, ein besonderes Werk. Es begleitet uns, die Gemeinschaft um den Eitel Kunst e.V. durch wechselvolle Jahre und in den Texten findet man Spuren wertvoller Kreativität und ereignisreicher Geschichte, eben ein Stück gelebte Erfahrungen. Ach ja! Dichtung ist durchlebte Erfahrung.
Nun erhebt das Sonderheft für O.Z. ,dem Schöpfer der Vereinseule und begabten Schreiber/Zeichner, keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es verzichtet auf gewollte Chronologie. Es ist die Sammlung von Stimmen der undichten Dichtung und dem Ereignis des 55. Geburtstages von O.Z geschuldet.
Das Geburtstagskind hat diese Aufmerksamkeit verdient. Nicht vordergründig und doch bis heute wirkt er in unsere Gemeinschft für Zusammenhalt und Vertrauen. Oft wird er zum Botschafter zwischen unterschiedlichen Charakteren der schreibenden- und dichtenden-
und- malenden Akteure.
Wer von uns hat das gekonnt? Ob in unseren Seminaren zwischen Ostsee, Brandenburg und Sachsen zählt die Stimme von O.Z. Aber auch beim Tischdecken oder in der Küche der Seminaristen weiß er was zu tun ist.
Dafür für jetzt und immerda unser herzlichste Dankeschön…
…alles Gute zum Geburtstag
wünsche ich dir lieber Olaf im Namen der ganzen Dichterbande!
Erwin von der Panke

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir einen schönen Advent.

Schnee wie Lametta
wenn das Spinnengeweb hält
zart zwischen Zweigen

Das Spielbein halb vom Postament
Der Robe Schatten hält’s nur auf
Gibt der Stirne Falten im Rücken wieder
Jene unsichtbar den Gepredigten
Denen zugewandt die Hände noch geschlossen
Halb sinnend noch
Das Haupthaar – sind vier Striche nur
Von der Kapuzenkrempe rund umfangen
Ist hinunter zu jenen er dann gegangen
Schwer beschäftigt mit ihren Belangen
Christian Rempel, Gedankenwasser 153

Zeichnung: Andreas Schrock, Dresdner Neumarkt, Bleistift/März 2021, Gedankenwasser 153
Der iss doch hier
immer so langgeloofen
jahrelang iss der hier …
…
und dann hat der so
jekiekt
so … so … so
nach unten
als ob da wat wäre!
Aber da war janischt!
Nichmal Kleejeld!
Nee heutzutage läßt
keener mehr wat fallen
Laß du mal wat liegen
nur 5 Cent
det liecht nich lange?!
Deshalb sind die Straßen
so sauber bei uns,
da wird jeder Stein umjedreht
wo iss bloß Hugo jeblieben
der iss doch immer hier
langjeloofen, immer jeden Tach
und hat so jekiekt
Christian Hohberg

Buchtipp: Christian Friedrich Fritz/Fried Wandel Hohberg, Die Disharmonika – Lieder und Lyrik. AndreBuchVerlag. Das Liederbuch und die Gedichte des Christian vom Hohen Berge, der als friedlicher Wanderer mit der Gruppe TIPPELKLIMPER durch die Lande zog.
meine Briefe meine Gedanken
richte ich an alle
die mir erreichbar, aber
an jene zuerst
die mir apfelgleich mondbleich
zuneigen ihre
erdabgewandte Seite
im Niemandsland will ich
begegnen jenen mit
dem Brief in der Hand
auch Amsel und Unglück
trage ich ein
ins Adressbuch
laßt euch schreiben bald mehr
als Motive auf Briefmarken
Christian Hohberg