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Aus der Anthologie unDichternebel: 2001 – 2015 – Frank Siegert: Rosenthaler Urlaub – Spaziergang

Spaziergang Ich laufe abends einen Weg entlang. Ein Wohlgeruch von Heu steigt mir in die Nase. Die Erinnerung an Omas Heuboden überfällt mich. Das würzige Aroma lässt mich nicht los. Wenn ich ein Schaf wäre, so würde ich so eine Mahlzeit genießen. Plötzlich erkenne ich, dass ich fleißig Heu in meinem Kopf wende. Es muss wohl an der Dämmerung liegen.

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Foto: Heuwiese-k 

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Spaziergang

Ich laufe abends einen Weg entlang. Ein Wohlgeruch von Heu steigt mir in die Nase. Die Erinnerung an Omas Heuboden überfällt mich. Das würzige Aroma lässt mich nicht los. Wenn ich ein Schaf wäre, so würde ich so eine Mahlzeit genießen. Plötzlich erkenne ich, dass ich fleißig Heu in meinem Kopf wende. Es muss wohl an der Dämmerung liegen.
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Der Text wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN  978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)

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Frank Siegert: Rosenthaler Urlaub – Der Baum

Der Baum Am Rand des Wirtschaftsweges steht ein Baum. Die obere Hälfte der Krone ist ohne Blätter. Er ist kleiner als die anderen Bäume. Wie abgeschnitten vom Grün ragen seine dürren Zweige in den Himmel. Durch sie scheint rosarot die Abendsonne. Irgendetwas stand seiner Entfaltung im Wege. Aber er trotzt dem Zerfall, der ihn erwartet.

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Der Baum

Am Rand des Wirtschaftsweges steht ein Baum. Die obere Hälfte der Krone ist ohne Blätter. Er ist kleiner als die anderen Bäume. Wie abgeschnitten vom Grün ragen seine dürren Zweige in den Himmel. Durch sie scheint rosarot die Abendsonne. Irgendetwas stand seiner Entfaltung im Wege. Aber er trotzt dem Zerfall, der ihn erwartet.

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Foto: Sonnenuntergang
http://quarknet.de/sonnenuntergang-fotos.php

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Liane Fehler: Licht und Schatten

Die Spiegel verhangen die Uhren angehalten mein Ich zerfließt im Schatten der lautlos durchs Zwielicht wandert Dämonen der Vergangenheit klappen vor mir auf wie Pappkameraden Ich sehe mich durch eure Augen ...

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Die Spiegel verhangen
die Uhren angehalten
mein Ich zerfließt
im Schatten
der lautlos
durchs Zwielicht
wandert
Dämonen der Vergangenheit
klappen vor mir auf
wie Pappkameraden
Ich sehe mich
durch eure Augen
erfinde mich, wandle mich
und wachse ins Licht

Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN  978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)

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Frank Siegert: Rosenthaler Urlaub – An der Wiese

An der Wiese Ich gehe zwischen Feld und Wiese. Die Grillen zirpen. Von weit her höre ich Vogelgezwitscher. Fern kommt der Waldrand mir nah. Die Vogelbeeren sind kräftig rot. Das Grün der Bäume variiert in unterschiedlichen Tönen. Von fern sieht man die Berge im Dunst schimmern. Ein Falter setzt sich auf eine Blüte und trinkt Nektar. Ob er wohl auch die Aussicht genießen kann?

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An der Wiese

Ich gehe zwischen Feld und Wiese. Die Grillen zirpen. Von weit her höre ich Vogelgezwitscher. Fern kommt der Waldrand mir nah. Die Vogelbeeren sind kräftig rot. Das Grün der Bäume variiert in unterschiedlichen Tönen. Von fern sieht man die Berge im Dunst schimmern. Ein Falter setzt sich auf eine Blüte und trinkt Nektar.

Ob er wohl auch die Aussicht genießen kann?

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Foto: Kaisermantel auf Klette quarknet.de/schmetterlinge.

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Liane Fehler: Von mir

Von mir Komm lass uns miteinander sprechen der Mund von dir die Zunge von mir bereisen wir alles zusammen die Berge von dir die Wüste von mir Lass uns im Sommer auf den Almen gehn Lass uns die Meere durchziehen Lass uns die Wahrheiten sagen

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*Foto: blick-vom-bentayga-k quarknet

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Komm lass uns miteinander sprechen
der Mund von dir die Zunge von mir
bereisen wir alles zusammen
die Berge von dir die Wüste von mir

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Lass uns im Sommer auf den Almen gehn
Lass uns die Meere durchziehen
Lass uns die Wahrheiten sagen
der Mund von dir die Zunge von mir

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Lassen wir die Liebe ins Feuer fallen
die Glut von dir  – die Asche von mir

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Übersetzung und Nachdichtung aus dem Türkischen

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Lars Steger: Fallada, da du tanztest

im Elsterjahr, tränenverhangen lächelnder Bovist in sonnenumspülten dunklen Zimmern durch die Läden kriechen die Bäume Gerüche und Gerüchte während die Wolkendecken lautlos aneinander vorbei dröhnen, wabern die Wichtigkeiten übers platte Land UnterhaltungsMarschMeldungenKlassik der immer zu frühe Abend das verkrallte Alleinsein im Arm ein brennender Hall euer sich halten wollendes Niederreißen ohne Aussicht, ohne Blick über Wiesen der Atem der Gräser käferversponnen Kinderlachen, Bienenstille zerweht im Rauschen des Grammophons kratz die Geschichte vom kleinen Mut aufs Papier vergißt nicht (beim Wiedersehen von Roland Gräfs "Fallada - letztes Kapitel") (aus: “Zwischen den Zeiten 1990-2000″ (Anth.); hrsg. von Eitel Kunst e.V., Peter-Segler-Verlag, 2003, 2. Aufl., ISBN 978-3-931445-07-2)

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im Elsterjahr, tränenverhangen
lächelnder Bovist
in sonnenumspülten dunklen Zimmern
durch die Läden
kriechen die Bäume
Gerüche und Gerüchte
während die Wolkendecken lautlos
aneinander vorbei dröhnen, wabern
die Wichtigkeiten übers platte Land
UnterhaltungsMarschMeldungenKlassik
der immer zu frühe Abend
das verkrallte Alleinsein
im Arm ein brennender Hall
euer sich halten wollendes Niederreißen
ohne Aussicht, ohne Blick
über Wiesen der Atem der Gräser
käferversponnen
Kinderlachen, Bienenstille
zerweht
im Rauschen des Grammophons
kratz die Geschichte vom kleinen Mut
aufs Papier
vergißt nicht

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(beim Wiedersehen von Roland Gräfs „Fallada – letztes Kapitel“)
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(aus: “Zwischen den Zeiten 1990-2000″ (Anth.); hrsg. von Eitel Kunst e.V.,
Peter-Segler-Verlag, 2003, 2. Aufl., ISBN 978-3-931445-07-2)

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