Tag Archives: * Auswahl Lyrik 2014 / 2015 – Fernweh – Fallada

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Marita Hotopp: Auf der Suche

Auf der Suche Sehnsucht nach Leben Suchend Wild, intensiv Visionär Hoffnung auf Sinn Beschwingte Freude gegen tiefen Schmerz, Begeisterung gegen Enttäuschung Immer wieder Flüchtige Momente Im Wandel der Zeit – Unerwartet gelingt Vertrauen Gelebte Verbundenheit - unschätzbar Miteinander im lebendigen Austausch Realität – erbarmungslos Lautlos schreiend Versinken - abgrundtief Kämpfen, durchhalten, Rastlos, getrieben, erschüttert… - Trauernd in Einsamkeit Unerträglichem Schmerz entkommen … Fahrn, fahrn, nur fahren – gedankenlos, konzentriert konzentriert gedankenlos Fahrn, fahrn, fahrn viele hundert Kilometer - Ankommen wo quälender Schmerz erträglich wird Wieder ganz bei mir - In Verbundenheit und doch anders

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Auf der Suche

Sehnsucht nach Leben
Suchend
Wild, intensiv
Visionär
Hoffnung auf Sinn

Beschwingte Freude gegen tiefen Schmerz,
Begeisterung gegen Enttäuschung
Immer wieder
Flüchtige Momente

Im Wandel der Zeit –
Unerwartet  gelingt Vertrauen
Gelebte Verbundenheit – unschätzbar
Miteinander im lebendigen Austausch

Realität – erbarmungslos
Lautlos schreiend
Versinken – abgrundtief
Kämpfen, durchhalten,
Rastlos, getrieben, erschüttert…
–    Trauernd in Einsamkeit

Unerträglichem Schmerz entkommen …
Fahrn, fahrn, nur fahren – gedankenlos, konzentriert
konzentriert gedankenlos
Fahrn, fahrn, fahrn viele hundert Kilometer
–    Ankommen wo quälender Schmerz erträglich wird

Wieder ganz bei mir
–    In Verbundenheit und doch anders

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Desdemona – gEDANKENWASSER

gEDANKENWASSER Plätschernd wallend durchs Gelände Schwappend gierig nach Bewegung Überfluten unerbittlich Wiese,Felder und auch Dörfer Wiederkehrend als Getöse Wälzend an den Uferzonen Peitschend auf dem weitem Meere So die Wasser Homäopatisch die Ideen In den Wassern unsrer Schädel Irrend die Synapsen suchend Steckenbleibend im Gehäuse Leeres Rauschen ohne Tiefgang Selten nährend die Gemüter Hüpfend, treibend wie die Wasser so Gedanken Flüchtig bleiben Auch im Ernstfall Wasser zum Gedankenmischen wASSERGEDANKEN

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gEDANKENWASSER

Plätschernd wallend durchs Gelände
Schwappend gierig nach Bewegung
Überfluten unerbittlich
Wiese,Felder und auch Dörfer
Wiederkehrend als Getöse
Wälzend an den Uferzonen
Peitschend auf dem weitem Meere

So die Wasser

Homäopatisch die Ideen
In den Wassern unsrer Schädel
Irrend die Synapsen suchend
Steckenbleibend im Gehäuse
Leeres Rauschen ohne Tiefgang
Selten nährend die Gemüter
Hüpfend, treibend wie die Wasser

so Gedanken

Flüchtig bleiben
Auch im Ernstfall
Wasser zum Gedankenmischen

wASSERGEDANKEN

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Lars Steger: Fallada, da du tanztest

im Elsterjahr, tränenverhangen lächelnder Bovist in sonnenumspülten dunklen Zimmern durch die Läden kriechen die Bäume Gerüche und Gerüchte während die Wolkendecken lautlos aneinander vorbei dröhnen, wabern die Wichtigkeiten übers platte Land UnterhaltungsMarschMeldungenKlassik der immer zu frühe Abend das verkrallte Alleinsein im Arm ein brennender Hall euer sich halten wollendes Niederreißen ohne Aussicht, ohne Blick über Wiesen der Atem der Gräser käferversponnen Kinderlachen, Bienenstille zerweht im Rauschen des Grammophons kratz die Geschichte vom kleinen Mut aufs Papier vergißt nicht (beim Wiedersehen von Roland Gräfs "Fallada - letztes Kapitel") (aus: “Zwischen den Zeiten 1990-2000″ (Anth.); hrsg. von Eitel Kunst e.V., Peter-Segler-Verlag, 2003, 2. Aufl., ISBN 978-3-931445-07-2)

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im Elsterjahr, tränenverhangen
lächelnder Bovist
in sonnenumspülten dunklen Zimmern
durch die Läden
kriechen die Bäume
Gerüche und Gerüchte
während die Wolkendecken lautlos
aneinander vorbei dröhnen, wabern
die Wichtigkeiten übers platte Land
UnterhaltungsMarschMeldungenKlassik
der immer zu frühe Abend
das verkrallte Alleinsein
im Arm ein brennender Hall
euer sich halten wollendes Niederreißen
ohne Aussicht, ohne Blick
über Wiesen der Atem der Gräser
käferversponnen
Kinderlachen, Bienenstille
zerweht
im Rauschen des Grammophons
kratz die Geschichte vom kleinen Mut
aufs Papier
vergißt nicht

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(beim Wiedersehen von Roland Gräfs „Fallada – letztes Kapitel“)
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(aus: “Zwischen den Zeiten 1990-2000″ (Anth.); hrsg. von Eitel Kunst e.V.,
Peter-Segler-Verlag, 2003, 2. Aufl., ISBN 978-3-931445-07-2)

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Gerhard Jaeger (Text und Fotos): Die Stadt summt

leise, ach da draußen muss es sein das Zarendorf irgendwo dann die Aurora

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leise, ach da draußen
muss es sein
das Zarendorf

irgendwo
dann die Aurora
und hinter ihr
die Stadt

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leise, ach da draußen
muss es sein
das Zarendorf

irgendwo
dann die Aurora
und hinter ihr
die Stadt
*

*

mit den zwei Namen
der Autos
Mercedes, Moskowitisch

und Puschkin und
den tapferen Alten die
Hände hinhalten
um um‘s  Rubelchen zu betteln
vor  goldigen Zwiebelchen


so, so
summt die Stadt
so, so
summen die Atheisten
so, so

summen wir
bevor  touristisch
wir schnarchen


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