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Im Sumpfland zweier Flüsse

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Seminar Eggesin Sommer 2023 – zwischen Heute und Vergangenheit

Ein Seminar in Eggesin zwischen der Uecker und der Randow…
… im Sumpfland zweier Flüsse, Stettiner Haff, eine Landschaft voller
Schwermut. Im Osten Polen, im Westen Deutschland heute…
Schon hier erwacht Geschichte, aufgeschwemmt im Hin und Her blutiger
Ereignisse, zwischen einer gespenstischen Verschwiegenheit, Sümpfen,
Flüssen, Ruinen, Bunkern, Truppenübungsplätzen. Wenn du die
Landstraße Richtung Haff, vorbei an den Kasernen, hinauffährst, siehst du
wenig Leute. Spätsommerliches Licht scheint über die Oberflächen. Du
ahnst etwas von dem, was in verstummten Erzählungen aus den Jahren
1936 durch die Jahre von 1945 bis zum Auszug der NVA und dem Einzug
der Bundeswehr heute im flachen Land nachhallt.
Das also ist die Anreise zum Sommerseminar. Du wirst dich mit
Freundinnen und Freunden treffen, die einem Hauch der Poesie
nachspüren, schreiben, dichten, philosophieren und nach dem bisher
noch nicht Gesagten fragen.
Dann beziehst du dein Quartier im Skulpturengarten, beim ehemaligen
Wasserwerk.
Das Wasserwerk versteckt sich, abseits im Wald hinter Eggesin. In
düsteren Zeiten der Sprengstoffproduktion im Umfeld von Ueckermünde
diente es der Wehrmacht. Eine abgehalfterte Anlage, du siehst einen
Bunker, unkaputtbar, der vorübergehend vermutlich Eseln als Unterkunft
diente. Du wendest dich den Hauptgebäuden zu. In ihnen sind heute die
Kunst und unser Gastgeber zu Hause. Bilder und Skulpturen im
Gartengelände und in verlassenen Hallen. Seminarstätte für Interessierte
der Bildhauerei und nun auch Seminarstätte für das Völkchen der
undichten Dichter. Du bist gerne in diesem Kreis, weil neben der ständigen
Sorge ums Essen auch eine schöpferische Atmosphäre erwacht. Gedichte
und Geschichten funkeln im Reich einer geschichtsträchtigen Landschaft,
Kasernen, Bunker, zwei Flüsse, die Unrecht und Blut, das hier vergossen
wurde, langsam ins Haff hinausspülten.
Die Eindrücke nimmst du tief in dir auf und mal sehen, ob du davon etwas
niederschreiben kannst???

Gerhard Jaeger

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Alle Jahre wieder
   im Kloster

Sich erden
sagt man
sei gut
sich himmeln
erlebe ich
ist besser
wenn ich hervor trete, raus
aus meinem engen Ich
zum Brunnen gehe
in die Landschaft
manchmal mit Schnee
oft voll hellen Lichts
von oben
ein An-Gebot
damit ich atmen kann
singen
trinken
vom Brunnen des Lebens

sibyll j. maschler     November 2023
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Momentaufnahmen und Momente

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…auch im Jahr 2023 und ausgerechnet im Berliner Prenzelberg.

So ein gemeinsamer Spaziergang mit anschließendem Besuch

der Nationalgalerie bleibt genauso im Gedächtnis, wie die Anfänge unseres Wirkens im GEWA.

Inzwischen gibt es mehr als 150 Hefte, ein besonderes Werk. Es begleitet uns, die Gemeinschaft um den Eitel Kunst e.V. durch wechselvolle Jahre und in den Texten findet man Spuren wertvoller Kreativität und ereignisreicher Geschichte, eben ein Stück gelebte Erfahrungen. Ach ja! Dichtung ist durchlebte Erfahrung.

Nun erhebt das Sonderheft für O.Z. ,dem Schöpfer der Vereinseule und begabten Schreiber/Zeichner, keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es verzichtet auf gewollte Chronologie. Es ist die Sammlung von Stimmen der undichten Dichtung und dem Ereignis des 55. Geburtstages von O.Z geschuldet.

Das Geburtstagskind hat diese Aufmerksamkeit verdient. Nicht vordergründig und doch bis heute wirkt er in unsere Gemeinschft für Zusammenhalt und Vertrauen. Oft wird er zum Botschafter zwischen unterschiedlichen Charakteren der schreibenden- und dichtenden-

und- malenden Akteure.

Wer von uns hat das gekonnt? Ob in unseren Seminaren zwischen Ostsee, Brandenburg und Sachsen zählt die Stimme von O.Z. Aber auch beim Tischdecken oder in der Küche der Seminaristen weiß er was zu tun ist.

Dafür für jetzt und immerda unser herzlichste Dankeschön…

…alles Gute zum Geburtstag

                        wünsche ich dir lieber Olaf im Namen der ganzen Dichterbande!

Erwin von der Panke

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Adressen

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meine Briefe meine Gedanken
richte ich an alle
die mir erreichbar, aber
an jene zuerst
die mir apfelgleich mondbleich
zuneigen ihre
erdabgewandte Seite
im Niemandsland will ich
begegnen jenen mit
dem Brief in der Hand
auch Amsel und Unglück
trage ich ein
ins Adressbuch
laßt euch schreiben bald mehr
als Motive auf Briefmarken

Christian Hohberg

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Mu Lan

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Sitzt Mu Lan am Fenster,
Und sie webt ein Kleid.
Hält das Mädchen inne,
Seufzt vor bittrem Leid.

„Woran denkst du, Schwester,
Geht das Herz dir schwer!“ –
„Kann an nichts mehr denken.
Und mein Herz ist leer.

Las den Befehl des Kaisers,
Als die Boten kamen.
In zwölf langen Listen
Steht des Vaters Name.

Ist zu jung das Söhnchen,
Brüderchen, was dann! –
Kauf ich Pferd und Sattel,
Reite selbst, Mu Lan.“

Auf dem Ostmarkt kauft sie sich ein Ross.
Auf dem Westmarkt kauft sie einen Sattel.
Auf dem Südmarkt kauft sie eine Trense.
Auf dem Nordmarkt kauft sie eine Peitsche.

Nimmt am Morgen Abschied von den Eltern,
Lagert schon zur Nacht am Gelben Fluss.
Hört nicht mehr den Ruf der fernen Eltern –
Nur die Wasser rauschen tief im Gelben Fluss.

Nimmt vom Gelben Flusse morgens Abschied,
Lagert schon zur Nacht am Schwarzen Fluss.
Hört nicht mehr den Ruf der fernen Eltern –
Fremdes Pferdewiehern nur ist dumpfer Gruß.

Fliegt zum Kampf weit über tausend Meilen.
Streift über Berg und Pässe unbewohnt.
Dumpfer Gong der Wachen macht sie frösteln.
Auf den Waffen glänzt ein kalter Mond.

Fällt der General nach hundert Schlachten.
Doch das Heldenmädchen bleibt verschont.
Wie sie heimkehrt nach zehn Kampfesjahren,
Wartet zum Empfang der Kaiser schon:

Hoher Würdenträger soll sie werden –
Und er bietet überreichen Lohn.
Und der Kaiser fragt, was sie sich wünsche.
Jede Ehrung schlägt das Mädchen aus.
„Lasst Mu Lan den schnellsten Renner,
Dass ich reite zu des Vaters Haus.“

Hörn die Eltern, dass die Tochter komme,
Eilen sie hinaus weit vor die Stadt,
Tritt die Älteste vor ihren Spiegel,
Streicht sich zum Empfang die Haare glatt.
Und der junge Bruder wetzt das Messer,
dass man einen Braten hat.

Tritt Mu Lan in die geliebten Zimmer,
Ach, entbehrt so manches Jahr.
Tauscht den Panzer mit den Kleidern,
Die sie trug, als sie ein Mädchen war.
Schmückt am Fenster sich mit Blumen,
Vor dem Spiegel strähnt sie sich das Haar.

Geht hinaus zu ihren Kampfgefährten.
Voll Erstaunen treten die herbei,
Sind sie doch marschiert zwölf lange Jahre,
Ahnten nicht, dass sie ein Mädchen sei.
Der Hase gräbt mit den Pfoten.
Die Häsin liebäugelt dabei.
Aber laufen sie über die Heide –
Sag, wer ist Hase, wer Häsin!

Übertragung ins Deutsche von Erhard Scherner

Anmerkung:
Die Ballade „Mu Lan“, eine chinesische Volksdichtung, hat zwei
Jahrtausende überdauert. In Musiken und Gemälden, dramatisiert und
vielfach verfilmt, ist sie präsent. Die Mädchen sprechen den Text, schlicht
und herb, noch heut.
Vor 75 Jahren bin ich der Ballade ein erstes Mal begegnet, als Übersetzer
in Peking, Unikat aus einer traditionell männerdominierten Gesellschaft.
So reitet Mu Lan, ob zu Pferd oder Kamel, unsterblich durch die Zeiten.

Erhard Scherner, Gedankenwasser 153

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Präferenzen

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An dieser Stelle entsteht eine kommentierte Linkliste. Sie soll Bezüge zwischen unseren Texten, Bildern, Menschen und Orten herstellen.

Fotografie und Malerei

Günter Rößler (1926-2012)
Leipzig – ebenda
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Tetjana Nyliwna Jablonska (1917-2005)
Smolensk – Kiew
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Karel Čapek (1890-1938)
Malé Svatoňovice- Prag
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Orte

Hoppenwalde/Mecklenburg-Vorpommern
Unser Blog
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Sommerseminar 25. – 27. August 2023.

Jahnishausen/Sachsen
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Seminare 2018, 2019. 2020, 2022, 2024

Kromlau/Sachsen
Seminare 1996-1999, 2003

Rakow/Mecklenburg-Vorpommern

Lyrik

Hinnerk Einhorn (1944-2023)
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Gedichtband

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