Foto: Gerhard Jaeger, Gedankenwasser Nr. 154
Foto: Gerhard Jaeger, Gedankenwasser Nr. 154
Fischerkähne hergeirrt
aus schwarzem Holz
zieht Nebel auf
schon stürzt Reif
vom Weiß der Dampfer
trödelt Schnee
auf‘s Wasserfeld
Havelbucht trägt Schwermut
fängt die Dämmerung
Lastkahn sammelt
schwarze Vögel
Blesshuhn zieht die
Nacht ins Schilf
Christian Hohberg
Foto: Gerhard Jaeger
Foto und Taube: Christian Rempel
19.2.2024 „Lesen und Schreiben“-Dielen-Gespräche in Potsdam
Kreativität braucht seine Zeit! Und manchmal kommen gebrochene Knochen, geplatzte Wasserleitungen, Abliefertermine u.v.a.m. dazwischen. Und manchmal braucht es dann erst wieder einen Anreiz zur Poesie.
Hiermit lade ich euch nun – etwas kurzfristig – zum „Lesen und Schreiben“ am Montag, den 19.2., ab 17 Uhr nach Potsdam ein.
Bitte meldet Euch spätestens bis Mittwoch, den 14.2., wenn ihr plant zu kommen! Tel.: 0331 / 70492939
Unter gleicher Tel._Nr. gibt es bei Bedarf auch weitere Informationen zum Frühjahrsseminar des Eitel Kunst e.V. vom 19.-21.4.2024 in 01561 Lampertswalde.
Zugleich die Erinnerung: Für das „GedankenWasser 155“ mit dem Arbeitstitel „unterwegs / in stürmischen Zeiten“ erwarten die Redakteure bis zum 8.3.2924 unter buecherasyl-lars@gmx.deeure Text- und Bildeinsendungen.
Es war schon ein wenig poetische „Saure-Gurken-Zeit“ und ich würde mich sehr freue, Euch endlich wieder zu sehen, zu sprechen, etwas von euch zu hören und lesen!
Euer Lars Steger
Foto: Andreas Schrock, Aufnahmeort: Königs Wusterhausen
für Thorsten Bisby Saludas &
Marie Madeleine Saludas
Landschaft aus Schrunden
Steine furchten und blieben
es blüht aus dem Schluff
*
Genosse Engel
hier hart der Stubben des Steins
meldet sich zum Dienst
*
des Blutmonds Schweigen
der Regen prasselt blechern
hinterm Fliegennetz
*
sanft hingebettet
über mir die Schwebende
still atmet ihr Holz
*
macht Eselsställe
und Skulpturenhintergründe
aus euren Bunkern
*
ein holzweicher Traum
wenn das mein Leben kostet
muss ich es zahlen
*
über mir schwebend
deine Sanftheit der Schrunden
ins Holz gebettet
Lars Steger
Andreas Schrock, Der Kamm/Buntstift Juli 2023. Nach: Tetjana Jablonska (1917-2005), Schwäne/Öl 1966, Nationales Kunstmuseum Kiew. Entdeckt in einer Sonderausstellung des Albertinums in Dresden.
Seminar Eggesin Sommer 2023 – zwischen Heute und Vergangenheit
Ein Seminar in Eggesin zwischen der Uecker und der Randow…
… im Sumpfland zweier Flüsse, Stettiner Haff, eine Landschaft voller
Schwermut. Im Osten Polen, im Westen Deutschland heute…
Schon hier erwacht Geschichte, aufgeschwemmt im Hin und Her blutiger
Ereignisse, zwischen einer gespenstischen Verschwiegenheit, Sümpfen,
Flüssen, Ruinen, Bunkern, Truppenübungsplätzen. Wenn du die
Landstraße Richtung Haff, vorbei an den Kasernen, hinauffährst, siehst du
wenig Leute. Spätsommerliches Licht scheint über die Oberflächen. Du
ahnst etwas von dem, was in verstummten Erzählungen aus den Jahren
1936 durch die Jahre von 1945 bis zum Auszug der NVA und dem Einzug
der Bundeswehr heute im flachen Land nachhallt.
Das also ist die Anreise zum Sommerseminar. Du wirst dich mit
Freundinnen und Freunden treffen, die einem Hauch der Poesie
nachspüren, schreiben, dichten, philosophieren und nach dem bisher
noch nicht Gesagten fragen.
Dann beziehst du dein Quartier im Skulpturengarten, beim ehemaligen
Wasserwerk.
Das Wasserwerk versteckt sich, abseits im Wald hinter Eggesin. In
düsteren Zeiten der Sprengstoffproduktion im Umfeld von Ueckermünde
diente es der Wehrmacht. Eine abgehalfterte Anlage, du siehst einen
Bunker, unkaputtbar, der vorübergehend vermutlich Eseln als Unterkunft
diente. Du wendest dich den Hauptgebäuden zu. In ihnen sind heute die
Kunst und unser Gastgeber zu Hause. Bilder und Skulpturen im
Gartengelände und in verlassenen Hallen. Seminarstätte für Interessierte
der Bildhauerei und nun auch Seminarstätte für das Völkchen der
undichten Dichter. Du bist gerne in diesem Kreis, weil neben der ständigen
Sorge ums Essen auch eine schöpferische Atmosphäre erwacht. Gedichte
und Geschichten funkeln im Reich einer geschichtsträchtigen Landschaft,
Kasernen, Bunker, zwei Flüsse, die Unrecht und Blut, das hier vergossen
wurde, langsam ins Haff hinausspülten.
Die Eindrücke nimmst du tief in dir auf und mal sehen, ob du davon etwas
niederschreiben kannst???
Gerhard Jaeger