Bildbetrachtung II

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A Bildgegenstände

Gegenständliches (Sujet/Motiv)
Lässt sich ein Thema erkennen?
In welche Lebensbereiche gehören Bildgegenstände (Arbeit, Natur, häuslicher Bereich)?
Lassen sich Bildgegenstände einer bestimmten Zeit zuordnen (Mittelalter,…)?

Porträts/Kopfhaltungen
Frontalansicht
Viertelprofil
Halbprofil
Dreiviertelprofil
Profil, vgl. Schattenriss
Verlorenes Profil

Stoffliches
Farbauftrag pastos oder flächig
Malgrund
Technik (Acryl, Aquarell, Kreide, Öl, Tempera, Tusche,…)
flächig – räumlich

Platzierungen
Verhältnis der Bildgegenstände zueinander
Platzierung innerhalb des Raumes

B Bildaufbau

Zusammenfassung: Verteilung von Gegenständen und Farbe. Orientierung an Mittelsenkrechte, Mittelwaagerechte, Goldenem Schnitt, Diagonale oder sonstigen Blickschwüngen. Dabei verweisen die Elemente aus A auf die Elemente aus B, gleichsam als Verlinkung.

Teilungen/Gliederung der Bildfläche
Vordergrund – Hintergrund
Perspektiven
Emotionen (Gefühle)
Körperhaltungen (Figuren)
Stimmungen

Linien
Konturen (heben Umrisse hervor: scharfe Linien, weiche Kanten oder Auflösung/Zerfleddern der Kontur, wie etwa bei Wolken, siehe John Constable/1776-1837)
Blickrichtungen – Blickschwünge (Mittelsenkrechte, Mittelwaagerechte, Diagonale, Goldener Schnitt)

Blickschwünge entlang einzelner Elemente, wie z.B. Bäumen, Engeln, Menschen

Wenn man die Köpfe der Menschen miteinander verbindet, erhält man eine Art Schlangenlinie. Nicht untypisch für den verspielten Rokoko. Skizze nach: Antoine Jean Watteau, Die Einschiffung nach Cythera, 1718.

Möglich wäre etwa auch der Mäander (in Ornamentik der griechischen Kunst , ca. 1.000 – 700 ante)

Perspektiven

Linien oder gar Raster möglich? Vgl. Mittelsenkrechte, Mittelwaagerechte

Die Linien kreuzen sich in der Figur des Wanderers. Der Wanderer steht im Mittelpunkt, die Landschaft ist nur Mittel zum Zweck. Skizze nach: Caspar David Friedrich, Der Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818.


! Schwerpunkte – Schwebepunkte
Ränder

Strukturierung des Bildes nach Horizontale, Vertikale oder Diagonale (Barock)

Perspektive
Raumperspektive (Zentralperspektive, Zweipunktperspektive, Aperspektivität)
Farbperspektive
Luftperspektive
daraus folgend: Tageszeit, also auch Stimmung

Farbgebung
Farben: warm – kalt, farbig – matt, hell – dunkel
transparent – deckend
Licht – Schatten
Hell – Dunkel
Lichtkanten

Gegenstandsfarbe = Eigenfarbe = Lokalfarbe? oder nicht?

Komplementärkontrast? (eigentlich komplementäre Farben direkt nebeneinander, z.B. Rot-Grün, Blau-Orange, Geld-Violett)

C Bildthematik
Kontext (Gedanken)
Titel des Bildes
Künstler
Entstehungsjahr
Stil
Rezeption (Museen, Länder,…)
Gattung/Genre (Historienmalerei, Porträtmalerei, Sittenbild, Landschaftsmalerei, Stillleben,…)

4 Verhältnis Bild – Rezipient
Bildformat: Großes Format heischt nach Distanz, kleines Format nach Nähe
Vogelperspektive oder Froschperspektive?
Gegenstände angeschnitten, mithin der gedanklichen Ergänzung bedürftig?

5 Reaktionen des Betrachters/Rezipienten
Enstspricht die Darstellung des Themas den Sehgewohnheiten des Betrachters?
Konfrontiert/schockiert/befremdet die Darstellung den Betrachter?
Lädt das Thema zur Identifikation/Einfühlung ein?
Wird Distanz erzeugt?
Wird das Auge zum Bildschwerpunkt gelenkt oder gibt es da etwas Verborgenes?

Naturalismus/AkademieImpressionismus
Stofflichkeitjanein
Körpervolumenjanein
Räumlichkeit (Perspektiven)jaja/eingeschränkt
Detailgenauigkeitjanein
Richtigkeit der Proportionenjaja
Gegenstandsfarbejanein

Andreas Schrock, Danke an Gerhard Jaeger für einen wertvollen Hinweis

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Ostergedicht

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„Siehe, ich mache alles neu“

Der Frühling flüstert durch das Land,
ein Hauch von Hoffnung, wohlbekannt.
Die Erde trägt ein grünes Kleid,
das Dunkel weicht – es ist so weit.

Der Stein verschoben, das Grab ist leer,
ein neuer Morgen bricht sich Bahn.
„Sieh her“, ruft Gott, „ich schenk‘ noch mehr
ein Leben, das kein Tod mehr nahm.“

Die Blumen brechen durch fürwahr,
die Vögel singen frisch und frei.
So schenkt uns Ostern jedes Jahr
die Botschaft: Alles wird wie neu!

Und was erstarrt und stumm erschien,
beginnt zu atmen, strahlet grün.
Denn auferstanden ist der Herr –
und mit ihm alles, siehe nur.

Frohe Ostern! 

Christian Rempel
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Wie Sonnentau (Drosera)

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Sie träumt rosettenartig
sei 
eine fleischfressende
mit offenen Fangblättern

anderswo unverfänglich 
fliegt ein Drohn
von Blüte zu Blüte
für Honig und Königin

es ist die Natur
der Begegnung 
groß
und flüchtig

lass zieh´n
das zarte Leuchten
Blütenduft
des süßen Sommers

doch er bleibt
überwinterungsfähig
wie flüssiges Gold
an der Marie

klebriger Traum
was machen Tentakel 
mit dem Drohn 
nach dem Erwachen?

   sibyll j. maschler
Foto: sibyll j. maschler (in Erfurt)

Haben wir nichts mehr zu lachen?

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Mit der Lacherei ist es so eine Sache. Worüber wird gelacht, geschmunzelt, gespottet oder gelästert? Gehört nicht auch zu jedem Lachen der Humor? Wie präsentiert sich der Humor im Wandel der Zeiten? Dürfte Wilhelm Busch das Spiel seiner Figuren (z.B Max und Moritz) heute noch so in Szene setzen? Was geht noch und was sollten wir lieber vergessen?

Klar, scheint Humor auch eine „politische Komponente“ zu haben. Dennoch schimmern in ihm Lebenslust, Leichtigkeit und Freude (manschmal auch Schadensfreude) und Spaß am Dasein.

Also sollten wir das Thema mal unter die Lupe nehmen. Vielleicht sammeln wir in Hinblick auf unser Seminar im Mai gemeinsam Anregungen, Textbeispiele, Autoren, Gedanken und Haltungen mit denen wir einverstanden oder auf Kriegsfuß sind.. Macht bitte alle mit!

Unser Thema: „Humor im Wandel der Zeiten

Wenn wir Glück haben, dann finden wir am Ende doch noch etwas worüber es sich gemeinsam lachen läßt.

Erwin vom Nottekanal

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