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Ach Fritze,

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dein Schmunzeln wird mir fehlen. Dein Schmunzeln wird mir bleiben. Noch einmal schau ich das Video von Eurer Erfindung des mittelalterlichen Rollenspiels. „Tippelklimper am Stern 1988“ Wie improvisiert und verspielt! Wie unperfekt lebendig! – Nicht vergleichbar den heutigen Rollenspielern – vor allem, weil die ja nicht die Härte und den Schmerz echten Lebens, sondern Phantasie-Abenteuer spielen. Mit tausend Leben, die man sich glaubt erkaufen zu können. In perfektionierten Träumen und Kostümen vergessend, dass es bei diesem einen Leben bleibt. Das man sich selbst schneidern, schmieden und schnitzen muss. Ob man es verträumt oder verlebt – oder eben lebt. Wie du.

In deinem Spiel war immer klar – es geht ums Leben, auch wenn du träumtest, blieben deine Lieder ohne Kitsch, ohne Schnörkel. Manche meinten wohl, sie seien grob, aber sie waren nur ehrlich. Wenn dein Frettchen stinkt, hilft es nicht, vom Duft der Prinzessinnen zu singen. Und du musstest manchen Gestank aushalten. Gerade bei den fremden Fürzen hast du immer noch ein wenig verschmitzter in deinen Zottelbart geschmunzelt.

Ich hätte gern ein paar mehr Lieder von dir gefunden, die man nicht nur lesen sondern auch hören kann. Denn im Moment finde ich gerade im Abschnitt „Lieder“ Deiner „Disharmonika“-Sammlung die Worte, die mich dein Lächeln finden lassen, so kurz nach der Nachricht von Deinem Tod.

Dank Dir Fritze! Dank Dir summt etwas in mir.

Lars Steger, 1.6.2024, am zweiten Tag, nachdem Fritze den Zirkus verließ 

Oftmals gehen wir

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Oftmals gehen wir erst, wenn es dämmert, nach Haus

oftmals kommen wir erst, wenn es dunkelt, ins Haus

Und wir bringen etwas davon mit herein

werfen Schatten im Lampenschein

Und du kommst mir entgegen auf dem Flur

und siehst blaß aus und küßt mich flüchtig nur

Und ich frag dich: Na wie war’s heut?

Und du lächelst schwach und sagst: Ach, das hat Zeit

Später sitzen wir beide im Ring aus Licht

Und wir reden und verstehen uns nicht

Jeder ist noch da, wo er tagsüber war

Und zu Hause sein, das ist noch nicht wahr

Und dann reden wir den ganzen Tag herbei

reden weiter, reden, reden ihn entzwei

Und die Scherben schneiden uns – zu unserem Glück     

Und der Schmerz bringt langsam uns zu uns zurück

Oftmals gehen wir erst, wenn es dämmert, nach Haus

oftmals kommen wir erst, wenn es dunkelt, ins Haus

Und wir bringen etwas davon mit herein

werfen Schatten im Lampenschein

Christian Hohberg

Aus: Christian Friedrich Fritz Fried Wandel Hohberg: Die Disharmonika: Lieder und Lyrik. EDITION BEULENSPIEGEL 2023

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Du sitzt beim Bier

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Du sitzt beim Bier, hast wenig Worte

Die Zeit ist dir ´ne bunte Borte

Du nimmst sie einfach hin:

            Was heißt hier Leben?

            So was ist gegeben

Liebe? – Dummes Zeug

macht Menschen sauer

Deine Fingernägel flaggen Trauer

Manchmal denkst du: Stramme Puppe!

Doch den Jungen bist du schnuppe

            Was heißt hier Leben?

            So was ist gegeben

Zu Hause steht viel Krempel

vom schwerverdienten Geld

zusamm’gekratzte Überstunden

abgetrotzt der Welt

Du schleppst und schleppst nach Haus

Da steht es rum, der Glanz ist raus

            Aus dem erträumten Leben

            So was soll‘s geben

Ein Bier mit frischem Schaum

ein angewärmtes Bett

Still fällt ein Blatt vom Baum

ein Lächeln, ein Wort, ein Blick

Du hattest alles, nur kein Glück

und langsam wirst du fett

            So verrinnt das Leben

            Dabei war’s gegeben

Christian Hohberg

Aus: Christian Friedrich Fritz Fried Wandel Hohberg: Die Disharmonika: Lieder und Lyrik. EDITION BEULENSPIEGEL 2023

     

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Sommerseminar 2024

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In diesem Jahr wollen wir unser Seminar wieder in Jahnishausen durchführen. Es wird vom 6. bis 8. September 2024 stattfinden. Demnächst müssen wir für die Reservierungen die Anzahl der benötigten Zimmer melden. Deshalb ist die Abfrage schon jetzt erforderlich: Wer möchte bereits am Mittwoch, d. 04.09., anreisen, um vielleicht vorher zu malen oder eine Zeit in Gemeinschaft zu haben, und wer lediglich zum eigentlichen Seminarwochenende kommen? Ein Einzelzimmer wird 24 Euro pro Nacht kosten, eine Übernachtung im Doppelzimmer 18 Euro. Gern würde ich auch wissen, falls jemand ein EZ buchen möchte, für den Fall von zu wenigen Einzelzimmern aber auch bereit sein würde, in ein DZ zu ziehen. Die Nutzung der Remise ist inklusive. Bettwäsche und Handtücher sind nicht enthalten, können aber kostenpflichtig ausgeliehen werden. Die Verpflegungskosten werden ähnlich wie immer ausfallen. Bitte teilt mit, ob Ihr im EZ oder DZ schlafen wollt und Bettwäsche oder Handtücher ausleihen möchtet. Sicherlich gibt es auch wieder die Option der Übernachtung im Zelt oder eigenen Auto, wo dann überwiegend nur die Energie- und Wasserkosten anfallen.

Meine Vorschläge für das diesjährige Motto lauten: Resonanz, Stille und/ oder Klang. Auf diese Themen könnte ich Euch auch inhaltlich „ein-stimmen“ oder einschwingen. Es sind aber auch andere Ideen herzlich willkommen.

Außerdem steht die Frage nach einer Lesung im Raum. Wollen wir der LebenstraumGemeinschaft diese Freude bereiten? Bezüglich der beschränkten Zeit gebe ich aber auch zu bedenken, dass wieder eine Mitgliederversammlung ansteht. Schreibst also, was Ihr dazu meint und ob Ihr Euch ggf. an einer Lesung beteiligen würdet. Die Mehrheit der dazu eingehenden Wortmeldungen wird letztlich darüber entscheiden.

Wünschenswert sind auch freundliche Meldungen, wer langfristig bei der Organisation der Verpflegung mithelfen möchte.

Bitte meldet Euch bis zum 26. Mai 2024 bei mir!

Es freut sich auf Eure Antworten –

sibyll jeanne

Gehen soll man

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den Raum verlassen, aber
kann man das – viele
werden bald fort sein,
in der Küche stehen Gerüche,
Pilze, Zwiebeln und
Tränen bleiben, die
trunken wir kicherten den
Schatten zu, so nah
vorbei an der Zeit, die
lief nebenher,
Nebel streichen
Morgenlichter huschen um
Birken schon wieder
wachsen Maronen schweigsam
in Wälder aus
denen eisgrau der
Vogel schreit

Gerhard Jaeger, Gedankenwasser Nr. 154/Dezember 2023

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