Tag Archives: am morgen

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Gerhard Jaeger (Text und Fotos): Die Stadt summt

leise, ach da draußen muss es sein das Zarendorf irgendwo dann die Aurora

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leise, ach da draußen
muss es sein
das Zarendorf

irgendwo
dann die Aurora
und hinter ihr
die Stadt

*

leise, ach da draußen
muss es sein
das Zarendorf

irgendwo
dann die Aurora
und hinter ihr
die Stadt
*

*

mit den zwei Namen
der Autos
Mercedes, Moskowitisch

und Puschkin und
den tapferen Alten die
Hände hinhalten
um um‘s  Rubelchen zu betteln
vor  goldigen Zwiebelchen


so, so
summt die Stadt
so, so
summen die Atheisten
so, so

summen wir
bevor  touristisch
wir schnarchen


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Desdemona: Steine vor Felsen – Collage von Hagen Ludwig

Schillernde Felsen trotzen den Winden seit ewiger Zeit. Zerfurchte Steine öffnen die Schichtung Tiefe enthüllend.

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Schillernde Felsen
trotzen den Winden
seit ewiger Zeit.
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Zerfurchte Steine
öffnen die Schichtung
Tiefe enthüllend.
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Aufgeregte Rede –
kaum wahrgenommen –
verrinnt mit dem Klang.

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Andreas Schrock: hafengelände, mitternacht

zwei mädchen warteten auf den steuermann der aber wußte nicht, daß er steuern kann ein andrer kam und bot sich an sie schickten ihn fort, den falschen mann die mädchen warteten, froren und summten das lied vom steuermann dem lumpen der steuermann betrank sich der andre mann erhang sich die mädchen gingen langsam heim: der morgige tag würde schöner sein

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zwei mädchen warteten auf den steuermann
der aber wußte nicht, daß er steuern kann

ein andrer kam und bot sich an
sie schickten ihn fort, den falschen mann

die mädchen warteten, froren und summten
das lied vom steuermann dem lumpen

der steuermann betrank sich
der andre mann erhang sich

die mädchen gingen langsam heim:
der morgige tag würde schöner sein

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(Veröffentlicht in : “Zwischen den Zeiten 1990-2000″ (Anth.); hrsg. von Eitel Kunst e.V., Peter-Segler-Verlag, 2003, 2. Aufl., ISBN 978-3-931445-07-2)

 

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Andreas Schrock: judas, ich, am morgen

wenn wir die straße verlassen das dorf, die gärten, häuser hinter uns der kirchturm, das frühläuten über der wiese, dem bach wenn du mir folgst bedingungslos und ich dir oder meiner idee von dir ohne zu fragen ohne zu sagen wie rauschhaft ich deinen blick spüre, von der seite, dann sind wir täter, endlich und verräter an der nacht und ihren bitten krieger und sieger wir fragen später

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wenn wir die straße verlassen
das dorf, die gärten, häuser
hinter uns der kirchturm,
das frühläuten über
der wiese, dem bach

wenn du mir folgst
bedingungslos
und ich dir oder
meiner idee von dir

ohne zu fragen
ohne zu sagen

wie rauschhaft ich
deinen blick spüre,
von der seite, dann

sind wir täter, endlich
und verräter
an der nacht
und ihren bitten

krieger und sieger wir

fragen
später

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