*
Wie Mehltau
mein Kummer
nimmt die Luft
macht schwach
Du wischt ihn
liebevoll weg
Danke!
Wie Mehltau
mein Kummer
nimmt die Luft
macht schwach
Du wischt ihn
liebevoll weg
Danke!
Bilanz vorm Kaffee Edelweiß
*
(Abschied 12/91 )
Zu Hause im Edelweiß,
Heimatgefilde, die Lieblingskneipe
ist abgewickelt, warum?
Haben wir zu wenig getrunken
Spitzel, Aktivisten, anonymen Freunde,
all die Kämpfer,
wo werden wir uns wiedersehen,
an den Tischen im Qualm nicht,
verraucht das Stück,
der Stand – oder Sitzpunkt
mit Blick zum Fenster
hinter dem die Stadt
Gesicht zeigt,
das Land, irgendwann
draußen, vor der Tür
immer, immer im Winter,
mit Frost, der die Kragen aufrichtet,
starr am lieben, verhassten Ort
Fäuste geballt
dünner die Schalen der Krieger
die heimwärts wollen, fremdgefroren
in verlorenen Schlachten
welch eine Ankunft
vor der verschlossenen Tür
aus der nebelwand
kufen über harschem schnee
so klingt die kindheit
Lars Steger
Foto: Winter-Märchen – quarknet.
*
und wieder breitet
sich die weiße Unschuld
übers Land
und deckt die nackten Büsche zu
Bezieht die Kornfeldbetten
mit frischen weißen Laken
und nichts mehr
ist zu ahnen.
Liane Fehler
*
*
*
*
*
*
lausch dem langen gras
sieh die lichtflecke wandern
huschender kontrast

Sich sammeln
ein, zwei, drei
Monate
kein Wort
sprachlos keinesfalls
aber schweigsam
doch nicht
ausdruckslos
fast wie der Frosch
jener plumpe, grünflinke
der am Ufer bloß
gluckt nicht hüpft,
nur so guckt
und tonlos redet
mit dem Fisch
den ich bislang
nicht verstand
so wie die
auf Insekten warten
brauche auch ich
den Anstoß
um zu springen
schwimmen
in den Redefluss
*
*
kind im kalten blau
das sich spiegelt auf deinem
und der taube weiß

*
Arrangement, Komposition, Musik und Gesang: Gerhard Jaeger
Text: „Viva la Vida“ von Liane Fehler
Im Brennnesselkleid
sah ich die
Sonne unter gehen
Nachtschwarze Seide
kühlt meine Haut und
ich beginn zu träumen
Im Siebenblauen Leinen
begegne ich dem Tag
Ich tanze wild und zieh
den Regenbogen an
ich schwebe für Momente
in der Luft
Nehm ich die Flügel
die Du mir verliehen
strahl ich in weißen Federn
weißem Flaum
Ich hebe ab im Federkleid
und landen werde ich
bei Dir in ferner Zeit
im tief, tief roten Kleid
*
*
Foto: maedchen-sonnenuntergang-k
http://quarknet.de/personen-menschen.php
*
Text, musikalische Umsetzung und Darbietung: Gerhard Jaeger
Bilder ziehen
durch Traumnebel
tief
Wasser
quillt aus dem Boden
Landschaft,
von Jahreszeiten
durchsprungen, verweht
Wind, verstehst du
was Bilder so groß macht
dass sie in Worte
nicht passen,
nicht wandelbar,
um ihnen lebendig
Gestalt zu leihen