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Mein Sockel
ist verlassen
die dort
einst stand
verschwand
beobachtet
mit Abstand
und fand
die Inschrift
hat viel Pathos
malt ein
Strichmännchen
dazu –
Juch Huu!!
Mein Sockel
ist verlassen
die dort
einst stand
verschwand
beobachtet
mit Abstand
und fand
die Inschrift
hat viel Pathos
malt ein
Strichmännchen
dazu –
Juch Huu!!
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„Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist.
Sie gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt.Im Deutschen werden Haiku in der Regel dreizeilig geschrieben.
Bis um die Jahrtausendwende galt zudem die Vorgabe von 5-7-5 Silben.“
Quelle: wikipedia.
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Aus dem Vorwort zum Gedankenwasser Nr. 111
„…und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben…“
(Meine Lieblingsstelle aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse).
Seid Willkommen, Lesende und Schreibende!
Warum ein Hesse-Zitat? Auch das Lesen eines Gedichtes kann ein Anfang, ein Einstieg in eine andere, vielleicht schönere Welt sein. Eine Welt, die wir uns vorstellen und beschreiben, vielleicht wünschen?
Die Literatur, besonders Lyrik, hilft mir zu leben; zu überleben. „Stufen“ hat mich besonders berührt und in unseren „alten“ GeWas entdeckte ich „Schätze“ wieder.
So in Gedichten von Gerhard z.B.: „Doch manchmal kommen noch Worte unter den schweigenden Mond…“ auch in seinem Gedicht „Vor der Bäckerei“, wo er fragt:“ was ist mir denn, daß ich in rote Fernen steige in die der Tag sich hebt“ beide GeWa 70, ich habe die liebevolle Ausstattung mit Herbarium durch Andreas Schrock im GeWa 99 und auch sein nachdenkliches Vorwort nochmal auf mich wirken lassen. Es gab so viele verschiedene lyrische Haken, die verfangen haben unter anderem auch die Texte von Christina „in fest verschlossnen Truhen Bei meinen Kinderschuhen liegt eine Zärtlichkeit.“ aus dem Gedicht „Aufbewahrt“ im Heimatheft, auch die von Ingeburg Schirrmacher GeWa 78 mit einem meiner Lieblings Gedichte von ihr „Küchengedanken“ „als ich die rote Frucht schälte…“. Annett Goldberg in ihrem Gedicht „schwere“ „am Nachtnovemberhimmel hängt der bleiche ausgefranste mond. es fühlt sich kalt und leerbedrängt ein Licht fehlt, dass was anzufangen lohnt.“ GeWa 68 Olaf Zernick der es so sagt.“ …Holunderperlen nur halten den Sommer wach…“ GeWa 75 und von SMT inspirierte mich unter anderem: „Ich trag den November im Herzen…“ aus seinem Gedicht „Im Abgrund“ und „Vierecke – magisch – bestimmen mein Sein“ aus „Seh(n)sucht“ GeWa 105 (mache jetzt selbst erst mal „Medien-Fasten“).
Berührend, nachdenklich, lebensklug – fasziniert ließ ich mich in eure Lyrik fallen. Ihr seid einfach großartig! (Aber das wisst ihr schon, oder?)
In blauen Stunden, während meine Seele wandert, nach Antworten sucht, trägt mich Lyrik, über die holprigen Stellen, auf dem Weg zu mir. Sie ist Ventil „wenn ed einfach mal raus muss“ wie es jemand aus unserer Runde sagen würde (und Recht hat er! ;)) dann „dampft der neue Mut unterm Lindenblütenhut“ damit der Gedankenkessel nicht explodiert.
Hier gibt es wieder endlich neue Lyrik und Prosa!
Bei allen, die mitgeholfen haben, das vorliegende GeWa zu erstellen, bedanke ich mich herzlich. Besonders bei SMT und Andreas Schrock aus Dresden, die sofort mit Rat und Tat zur Stelle waren und bei Magdalene Schönhoff und sibyll maschler für das „Feed-Back“ zu Texten aus den letzten Heften. Eure Reaktionen, machen Mut, es mit dem Schreiben weiter zu versuchen. Danke!
Ich nehme an, jeder hofft auf eine Reaktion. Die schlimmste Strafe ist demzufolge: ignoriert zu werden. Bemerkt zu werden, ist der Logik folgend, schon eine Zuwendung, die dankbar entgegen genommen wird.;) Es gibt ein Sprichwort: „Kritik ist Liebe“ … Also, lest selbst, spart nicht mit Lob und Kritik für unsere Autoren. Ich danke euch für euer Wohlwollen, seid herzlich gegrüßt, wo immer ihr seid.
Vielleicht findet ihr ja in diesem Heft auch einen Zauber, der euch beschützt und der euch hilft zu leben…
Liane
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Es reckt und streckt sich meine Seele
sonst saß sie müd und lustlos in mir rum
jetzt hat sie etwas Morgenluft gerochen
sah erste grüne Blätter vor dem Fenster
und wagt ein erstes Tänzchen Dideldum
Sie ist seit ein paar Wochen guter Dinge
sehr lange fragte ich mich nur warum
sie putzt sich, dass es funkelt
sie pfeift ein kleines Liedchen
ich dreh mich wie ein Kreisel – Dideldum
Sie flüstert es mir zu wohl 1000 Mal schon
sie sagt tu dies tu das – Ich folge stumm
und staunend stell ich fest Alles wird besser
Ich hab die Kraft von 1000 Stieren
Ich fühl mich stark, wie ein Torero – Dideldum
Mach weiter kleine Seele hör nicht auf
dein neuer Rhythmus krempelt alles in mir um
fühl mich taufrisch durch dich – wie neugeboren
mein neuer Mut dampft unterm Lindenblütenhut
bin ganz betört vom Duft und rufe Dideldum
Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN 978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)
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Noch benommen von einem eigenartigen Traum
greife ich nach der Wolldecke und gehe ans Fenster.
Vor meinen Augen breitet sich tiefschwarze Nacht aus,
übersät von flimmernden, flackernden Sternen.
Aus unermesslich weiten Räumen scheinen sie mich zu begrüßen.
Ich bin fasziniert, ziehe auch noch meinen Arbeitsstuhl ans Fenster, um dieses nächtliche Schauspiel ganz in mich aufzunehmen.
Dann öffne ich das Fenster.
Fühlte ich mich davor wohl und behaglich, beschützt in meinen
vier Wänden, passiert mit einem Male etwas sehr Eigenartiges.
Ich vergesse hinter mir die vertraute, fest gefügte Welt meines Zimmers und bin urplötzlich dem Sternenhimmel über mir ausgeliefert. Er erzeugt in mir ein Unwohlsein, einen dumpfen
Druck in der Magengrube.
Ich fühle mich überrumpelt von dieser eiskalten, fremden, schweigenden Unendlichkeit. Scheinbar geht von ihr eine unsichtbare, mir bisher unbekannte Bedrohung aus.
Jetzt fröstelt mich auch noch und ich ziehe meine dicke, warme Bettdecke ans Fenster.
Irgendwie scheinen mich die Sterne zu verwirren.
Banal, ja ausgesprochen beschränkt, empfinde ich gewöhnlich meinen All-Tag, der doch im Grunde – so wird es mir jetzt mit einem Male klar – ein Tag im All, im Universum ist.
Die alltäglichen Dinge halten mich Tag für Tag gefangen,
doch als eigentliches Gefängnis empfinde ich jetzt,
in diesem Moment, die sich über mich wölbende Himmelsschale
mit den vielen, unendlich vielen Lichtern.
Sie wärmen mich nicht.
Sie beschützen mich nicht.
Ich bin ihnen gleichgültig.
Sie sind da- ob ich nun da bin oder nicht.
Aber warum sitze ich jetzt hier wie versteinert vor diesem unheimlichen Bild? Was soll denn das?
Dieses Ängstigen vor einer Lichtjahren fernen, kalten Welt?
Schnell schließe ich das Fenster wieder.
Mögen doch die mich beunruhigenden Gedanken draußen bleiben…
in dieser von Sternen übersäten dunklen Nacht.
*
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wenn wir die straße verlassen
das dorf, die gärten, häuser
hinter uns der kirchturm,
das frühläuten über
der wiese, dem bach
wenn du mir folgst
bedingungslos
und ich dir oder
meiner idee von dir
ohne zu fragen
ohne zu sagen
wie rauschhaft ich
deinen blick spüre,
von der seite, dann
sind wir täter, endlich
und verräter
an der nacht
und ihren bitten
krieger und sieger wir
fragen
später
Andreas Schrock, Kirnitzschtal 2004
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eine einzige
zigarette, der vollmond
und nachtigallen
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von der sauna aus
ins blau des himmels blicken
an dich nichts denken
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nach dem reden nun
der knospenlinde abend
wie damals mit dir
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so früher sommer
in diesen späten tagen
flieg mein hoffen flieg
*
Bister sei des Meer Couleur,
des grauen Morgens Brühe.
So sieht es kaum der grand flaneur
bezechte Heimkehr in der Frühe.
Ein Leuchtturm in der Stille blakt
übernächtig, wohl zu spät.
Sein Licht am Nebel lustlos nagt,
durch den der Mann nach Hause geht.
Im Hafen dräun wie festgefroren
steilwandig Riesen, sintemal
den Klang der Liebe in den Ohren
scheint`s Exterieur besonders schal.
Doch all die Trübsal unsern Mann,
des Innres schachtelt fein in Borke,
ficht derart Bildnis gar nicht an,
schmeckt nach dem Kuss und fühlt sich knorke.
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Mandragora
Donner erschallen
Dem Zauber verfallen
Von Mandragora
Oh finstere Macht
Raben verharren
Die Weiber erstarren
Oh Mandragora
Jungfräuliche Kraft
Mit Blut begossen
Dein Schicksal beschlossen
Oh Mandragora
Zum Leben erwacht
*
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Мондрагора
Мондрагоры дурманющий запах,
Словно гром среди ясного дня,
Темной силой меня прибобахал
И теперь от него я не я.
Ох девченка моя Мондрагора,
Человекоподобный цветок.
Как ты сделала ,что я не ровно
Задышал от тебя,занемог?
Обояю я дух Мондрагоры
За версту и подальше,хоть где.
Не страшны мне заборы и горы-
Мондрагору найду я визде.
Ох девченка моя Мондрагора,
Человекоподобный цветок,
Как ты сделала, что я не ровно
Задышал от тебя, занемог?
От тебя завывают собаки
И бегут свет не видя куда,
От тебя все кровавые драки,
Неприятности все и беда.
Ох девченка моя Мондрагора,
Человекоподобный цветок,
Как ты сделала ,что я не ровно
Задышал от тебя, занемог?
За тебя я дерусь с пацанами,
За тебя я готов хоть на что:
Мои силы всегда под парами,
Мой удар не пропустит ни кто.
Ох девченка моя Мондрагора,
Человекоподобный цветок,
Как ты сделала,что я не ровно
Задышал от тебя ,занемог?
Original von Susann Schönherr, russische Nachdichtung von Jochen Hartung
Die alten Programme
der Natur
übernehmen die Zügel*
Gute Nacht Großhirn!*
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Foto:Streichholzschachtel quarknet.de/fotos-haushalt