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Gerhard Jaeger – Lied: Minuten rieseln

Um den Titel abzuspielen bitte einfach in den blauen Schriftzug "Minuten rieseln 1" klicken. Minuten rieseln 1 Musik, Komposition und Gesang: Gerhard Jaeger Textidee: Liane Fehler

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Desdemona: Ein Boot gleitet leis – Foto: Antje Sadig

Ein Boot gleitet leis bis ans unheimliche Meer keine Spur mehr bleibt. wie soll ich nun vereinsamt die langen Nächte schlafen?

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Ein Boot gleitet leis
bis ans unheimliche Meer
keine Spur mehr bleibt.
wie soll ich nun vereinsamt
die langen Nächte schlafen?

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Gerhard Jaeger: Wenn die Igel sich anschicken – Aus der Anthologie unDichternebel: 2001 – 2015

Wenn die Igel sich anschicken das Laub zu häufen vor dem Schnee kommen kühl aus dem September Abende fremd und doch vertraut an meine Stirn und fragen: Sag wohin nun wollen wir mit unserem Traum Der Abendtau sinkt lautlos unter meine Hand am kalten Tisch ein schwarzer Samt umhüllt die Schulter. Der Lärm das laute Nein der Sommerstimme ist mit diesen Vögeln auf der Flucht vor mir

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Wenn die Igel sich anschicken

das Laub zu häufen
vor dem Schnee

kommen
kühl aus dem September

Abende
fremd und doch vertraut
an meine Stirn
und fragen: Sag wohin nun
wollen wir
mit unserem Traum

Der Abendtau sinkt lautlos
unter meine Hand
am kalten Tisch
ein schwarzer Samt umhüllt
die Schulter. Der Lärm
das laute Nein
der Sommerstimme ist
mit diesen Vögeln
auf der Flucht*

vor mir

Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN  978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)
                               

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Chronik 2013 – Erhard Scherner liest aus „Der chinesische Papagei“ – Prosa und Lyrik zum Auftakt unseres Herbstseminares am Sonnabend dem 12.10.2013 um 10.30 Uhr in Königs Wusterhausen

Liebe Eitle Künstler und Freunde der Undichter ... möchte ich euch unbedingt nocheinmal die Lesung am Samstag, den 12.10.d.J., 10.30 Uhr im Mehrgenerationehaus Königs Wusterhausen am Fontaneplatz ans Herz legen. Erhard Scherner liest aus „Der chinesische Papagei" neue Prosa und Lyrik und wird anschließend an der Textarbeit des "Eitel Kunst e.V." teilnehmen. Manchmal antwortet er auf Fragen, wie es ihm und seiner Frau gehe, zwischen Ministerin, Staatssekretären, Umweltaktivisten und Autoren beim Sektempfang zur Preisverleihung, mit einem Gedicht auf einer Serviette, am Stehtisch geschrieben, während die Gespräche ihm umplättschern. (s. z.B. GedankenWasser 115) Ich habe Erhard zuersteinmal als einen sehr klugen freundlichen Literaturkenner und -kritiker kennengelernt. Von Hause aus Germanist und durch seine Frau, die Sinologin ist, seit langem China sehr verbunden, hat er wohl auch dessen Kommunikationsformen für sich entdeckt. Ob in Diskussionen über Texte oder Umweltprobleme - seine Stellungnahmen, mit einem Schmunzeln in kleine, scheinbar alltägliche Geschichten verpackt, sind oft gerade durch ihre Hintergründigkeit scharf wie asiatische Schwerter, doch um analytisch Tieferliegedes frei zu legen wie ein Skalpel, nicht um zu verletzen. Selten habe ich einen Menschen soviel Freundlichkeit und Lebensbejahung ausstrahlen sehen. Seine Texte - Lyrik, Prosa und Übersetzungen - habe ich erst sehr viel später wahrgenommen. Doch ich bin mir sicher, sie wirken genau so auf den Leser wie der Autor als Person, ob man ihn erlebt hat oder nur in seinen Texten erspürt. (z.B. Erhard Scherner: Geschichten vom Lao Wai: "im Himmerl der Hunde von Peking" und andere Innenansichten aus China, Berlin: Eisbär Verl., 1997; ISBN 3-930057-12-3) Einen goldenen Herbst wünscht euch - Lars Steger

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Liebe Eitle Künstler und Freunde der Undichter,

… möchte ich euch unbedingt nocheinmal die Lesung am Samstag, den 12.10.d.J., 10.30 Uhr im Mehrgenerationehaus Königs Wusterhausen am Fontaneplatz ans Herz legen. Erhard Scherner liest aus „Der chinesische Papagei“ neue Prosa und Lyrik und wird anschließend an der Textarbeit des „Eitel Kunst e.V.“ teilnehmen.

Manchmal antwortet er auf Fragen, wie es ihm und seiner Frau gehe, zwischen Ministerin, Staatssekretären, Umweltaktivisten und Autoren beim Sektempfang zur Preisverleihung, mit einem Gedicht auf einer Serviette, am Stehtisch geschrieben, während die Gespräche ihm umplättschern. (s. z.B. GedankenWasser 115)

Ich habe Erhard zuersteinmal als einen sehr klugen freundlichen Literaturkenner und -kritiker kennengelernt. Von Hause aus Germanist und durch seine Frau, die Sinologin ist, seit langem China sehr verbunden, hat er wohl auch dessen Kommunikationsformen für sich entdeckt. Ob in Diskussionen über Texte oder Umweltprobleme – seine Stellungnahmen, mit einem Schmunzeln in kleine, scheinbar alltägliche Geschichten verpackt, sind oft gerade durch ihre Hintergründigkeit scharf wie asiatische Schwerter, doch um analytisch Tieferliegedes frei zu legen wie ein Skalpel, nicht um zu verletzen. Selten habe ich einen Menschen soviel Freundlichkeit und Lebensbejahung ausstrahlen sehen. Seine Texte – Lyrik, Prosa und Übersetzungen – habe ich erst sehr viel später wahrgenommen. Doch ich bin mir sicher, sie wirken genau so auf den Leser wie der Autor als Person, ob man ihn erlebt hat oder nur in seinen Texten erspürt. (z.B. Erhard Scherner: Geschichten vom Lao Wai: „im Himmerl der Hunde von Peking“ und andere Innenansichten aus China, Berlin: Eisbär Verl., 1997; ISBN 3-930057-12-3)

Einen goldenen Herbst wünscht euch –

Lars Steger

Der Text der Empfehlung von Lars wurde leicht gekürzt.  Online-Redaktion Liane Fehler

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Gerhard Jaeger: Heimat

Heimat was für eine Frage meine Hose ist Heimat mir und Heimat sind die Schuhe die ich trage, schön bequem Geht es sich darin nicht mehr angenehm werden sie verlassen nur die Hose werde ich schwerer los denn ganz ohne lebt man ganz schön bloß

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Heimat

was für eine Frage
meine Hose ist Heimat mir
und Heimat sind die Schuhe
die ich trage, schön bequem
Geht es sich darin nicht
mehr angenehm
werden sie verlassen
nur die Hose
werde ich schwerer los
denn ganz ohne lebt man
ganz schön
bloß

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Gerhard: Für SMT

Für SMT Kurz mal gereimt Das Säuische zur Sau Bestehendes zur Schau !

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Für SMT

       

                             Kurz mal gereimt

 

Das Säuische zur Sau

Bestehendes zur Schau !

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Gerhard Jaeger: Bewegt

Ufer nah ist dieser Weg mir Wiesenland unterm Deich nebenher der Strom in dem fischfarbiges Silber blinkt und über alledem die Wolkendaunen daher diese Frische, die der Wind mit Sanftmut mir schmackhaft macht dahin die Heumahd die scharfe Angelegenheit, modernistischer Sensenmänner aus Schwerkraft und Mechanik Na und? Seitab, schwarz ein Kahn – die Schwermut aber nebenher, da treibt ein Schwanenpaar

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Bewegt

Ufer nah ist dieser Weg mir
Wiesenland unterm Deich
nebenher der Strom
in dem fischfarbiges Silber blinkt
und über alledem
die Wolkendaunen

daher diese Frische, die
der Wind mit Sanftmut
mir schmackhaft macht

dahin die Heumahd
die scharfe Angelegenheit,
modernistischer Sensenmänner
aus Schwerkraft und Mechanik

Na und?
Seitab, schwarz
ein Kahn – die Schwermut
aber nebenher, da
treibt ein Schwanenpaar

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smt: Schlafende Einsicht

Erst wenn Gedanken langsam fließen, Sind sie wirklich groß und frei. Können in Träume sich ergießen. Überwinden die innere Polizei. Gedanken, tags gelegt in Ketten, Breiten ihre Flügel aus. Enteilen dunklen Hirns Heimstätten Aus geschlossenen Augen heraus. Lassen Tag und Körper liegen Und, von dieser Last befreit, Sie dem Himmel entgegen fliegen Zu Welten jenseits von Sein und Zeit Nehmen mit sich des Tages Früchte: Gehörtes, gesehenes, getanes und nicht, Wahrheit, Lügen und Gerüchte. Dort steht es in reinem Licht. Dort, wo der Gedanke ewig währt, Blickt er, entledigt Leid und Glück, Falschen, trüben Sinns entleert Auf eines Tages Leben zurück. Zieht aus dem Häppchen Zeit die Moral, Malt davon ein buntes Traumgedicht, Schickt die Botschaft der Seligkeit oder Qual Als Gutachten zurück ans hohe Gericht Doch oft wollen die inneren Geschworenen Die schmerzhafte Konsequenz nicht zieh´n. Versuchen eher verschreckt den verworrenen Bildern ohne Urteilsspruch zu entflieh´n. So kehrt ein großer Gedanke zurück Zu Dir, will in den Kopf hinein. Doch weigert der Geist sich, auch Größe zu zeigen, Schrumpft der Gedanke in alte Fesseln hinein. Wachst Du dann auf, sind vergessen die Zeilen, Die um Beachtung, um Ansehen fleh´n. Und statt den Rat der Erfahrung zu teilen, Wirst Du gleiche Fehler erneut begeh´n. Dann gehst Du wieder mit gesenktem Kopf, Denn die Gedanken sind erdenschwer. Fühlst Dich als Trottel, Narr, armer Tropf - Fragst Dich: Wer bin ich? Bin ich wer? Glaube fest, eines Tags die Botschaften zu verstehen, Das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, Und statt es nur sehnsuchtsvoll herbei zu flehen, Sei entschlossen, darauf zu zu gehen. (Jan. 2005)

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Erst wenn Gedanken langsam fließen,
Sind sie wirklich groß und frei.
Können in Träume sich ergießen.
Überwinden die innere Polizei.

Gedanken, tags gelegt in Ketten,
Breiten ihre Flügel aus.
Enteilen dunklen Hirns Heimstätten
Aus geschlossenen Augen heraus.

Lassen Tag und Körper liegen
Und, von dieser Last befreit,
Sie dem Himmel entgegen fliegen
Zu Welten jenseits von Sein und Zeit

Nehmen mit sich des Tages Früchte:
Gehörtes, gesehenes, getanes und nicht,
Wahrheit, Lügen und Gerüchte.
Dort steht es in reinem Licht.

Dort, wo der Gedanke ewig währt,
Blickt er, entledigt Leid und Glück,
Falschen, trüben Sinns entleert
Auf eines Tages Leben zurück.

Zieht aus dem Häppchen Zeit die Moral,
Malt davon ein buntes Traumgedicht,
Schickt die Botschaft der Seligkeit oder Qual
Als Gutachten zurück ans hohe Gericht

Doch oft wollen die inneren Geschworenen
Die schmerzhafte Konsequenz nicht zieh´n.
Versuchen eher verschreckt den verworrenen
Bildern ohne Urteilsspruch zu entflieh´n.

So kehrt ein großer Gedanke zurück
Zu Dir, will in den Kopf hinein.
Doch weigert der Geist sich, auch Größe zu zeigen,
Schrumpft der Gedanke in alte Fesseln hinein.

Wachst Du dann auf, sind vergessen die Zeilen,
Die um Beachtung, um Ansehen fleh´n.
Und statt den Rat der Erfahrung zu teilen,
Wirst Du gleiche Fehler erneut begeh´n.

Dann gehst Du wieder mit gesenktem Kopf,
Denn die Gedanken sind erdenschwer.
Fühlst Dich als Trottel, Narr, armer Tropf –
Fragst Dich: Wer bin ich? Bin ich wer?

Glaube fest, eines Tags die Botschaften zu verstehen,
Das Licht am Ende des Tunnels zu sehen,
Und statt es nur sehnsuchtsvoll herbei zu flehen,
Sei entschlossen, darauf zu zu gehen.

(Jan. 2005)

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smt: Am Ende

Ich geh´ im Wald so für mich hin, hab´ die Rückkehr nicht im Sinn. Ich geh´ den Pfad so vor mich her, den Kopf umwölkt – gedankenschwer. Ich kann den Weg vor Schnee kaum seh´n, doch treibt´s mich weiter, bleib´ nicht steh´n. Ich seh´ eine Lichtung – einsam und kalt und weiß, der Weg ist zu Ende bald. Ich sinke dahin zur letzten Ruh´, der frische Schnee deckt alles zu. (Dez. 2010) Ich geh´ im Wald so für mich hin, hab´ die Rückkehr nicht im Sinn. Ich geh´ den Pfad so vor mich her, den Kopf umwölkt – gedankenschwer. Ich kann den Weg vor Schnee kaum seh´n, doch treibt´s mich weiter, bleib´ nicht steh´n. Ich seh´ eine Lichtung – einsam und kalt und weiß, der Weg ist zu Ende bald. Ich sinke dahin zur letzten Ruh´, der frische Schnee deckt alles zu. (Dez. 2010)

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Ich geh´ im Wald so für mich hin,
hab´ die Rückkehr nicht im Sinn.
Ich geh´ den Pfad so vor mich her,
den Kopf umwölkt – gedankenschwer.
Ich kann den Weg vor Schnee kaum seh´n,
doch treibt´s mich weiter, bleib´ nicht steh´n.
Ich seh´ eine Lichtung – einsam und kalt
und weiß, der Weg ist zu Ende bald.
Ich sinke dahin zur letzten Ruh´,
der frische Schnee deckt alles zu.

(Dez. 2010)

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