freundeskreis ums feuer näher dran als früher zusammengerückt um lücken zu schließen schwülste von schweißnähten fühlbar dort wo alte freunde fehlen unbestimmter schmerz so nah' am feuer rückkehr hoffnung auf ein auseinanderrücken um wieder enger beisammen zu sein in alter in neuer in großer runde dort, wo abseits der hitze wärme verbindet Stephan Tittel
Categotry Archives: Lyrik von SMT
Licht und Schatten – sieben Gedichte
Liane Fehler: Licht und Schatten Licht und Schatten Die Spiegel verhangen die Uhren angehalten mein Ich zerfließt im Schatten der lautlos durchs Zwielicht wandert. Dämonen der Vergangenheit klappen vor mir auf wie Pappkameraden Ich sehe mich durch eure Augen erfinde mich, wandle mich und wachse ins LichtIch habe hier sieben Gedichte von Lyrikern und Lyrikerinnen unseres Vereins zum Thema Licht und Schatten zusammen in einem Artikel vereint.
Reihenfolge der Gedichte:
Liane Fehler: Licht und Schatten
Lars Steger: mein haus wirft schatten
Dorit Brückner: Lichtblick
Dorit Brückner: Die Schatten
Lars Steger: baumschatten wandern
smt: Schattenengel – Der Beginn
Liane Fehler: Schattenengel – Antwort
Liane Fehler: Licht und Schatten
Licht und Schatten
Die Spiegel verhangen
die Uhren angehalten
mein Ich zerfließt
im Schatten
der lautlos
durchs Zwielicht
wandert.
Dämonen der Vergangenheit
klappen vor mir auf
wie Pappkameraden
Ich sehe mich
durch eure Augen
erfinde mich, wandle mich
und wachse ins Licht
Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel”
2001 – 2015 (ISBN 978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)
Lars Steger: mein haus wirft schatten
mein haus wirft schatten
ins rötliche morgenlicht
im frühfrost gesang
Dorit Brückner: Lichtblick
Lichtblick
Der Wald hat mich verwandelt.
Ich lerne in Stille zu verweilen. –
Dann wird sie beredet!
Das Säuseln des Windes in den Kronen
Das Ächtzen der Stämme
Das Knacken des Astes
Das Herunterfallen eines Kienapfels
Sie verändern ihre Sprache!
Der Geruch der Nadeln
Der Geruch der Rinden
Der Geruch der Gräser
Der Geruch des Mooses
Sie liegen schmackhaft auf der Zunge !
Die Ameisen kitzeln meine Hände
Die Käfer schillern in Regenbogenfarben
Die Sonne findet ihren Weg zur Lichtung
Die Strahlen treiben ihr Spiel mit Licht und Schatten
Ein Vogel singt ein neues Lied !
Dorit Brückner: Die Schatten
Die Schatten
Ein Wind weht durch mein Herz,
schwanger mit schicksalhaften Dingen.
So fasst mich an, was ich nicht fassen wollte.
Wie ein Tor in die Ferne öffnet sich
was doch immer schon in mir war.
Die Dinge haben ihren Seelenwinkel verlassen.
Auf schweren Schatten liegt nun Licht.
Bin umzingelt von tragischen Gestalten.
Der Kern meiner Sicherheit ist zernagt.
In bitterer Breite stehe ich, zeitabwärts fließend
vor meiner herbeigeschleppten Moral.
Langsam tröpfelnd fließt sie an mir herab.
Sichtbar werden :
Vergessenes
Verbanntes
Geleugnetes
Verdrängtes
Projiziertes
Lars Steger: baumschatten wandern
baumschatten wandern
wie netze übers wasser
im licht des mondes
smt: Schattenengel – Der Beginn
Da stehst Du nun vor mir ganz still,
hübsche Augen, so groß und weit.
Schreck im Gesicht und Mitgefühl.
Ich hauch´ Dir zu: Es tut mir leid,
dass ich Dir vor die Füße fiel.
Um Dich herum die Zeit verfließt,
doch Du bist salzsäulenstarr.
Dein tränenfeuchter Blick ergießt
sich auf das, was einst Leben war
und vor Dir sein Dasein beschließt.
Ich weiß, es war ein Zufall nur,
keiner hörte den stillen Schrei.
Dennoch will ich glauben stur,
Du kamst allein für mich vorbei
Und folgtest meiner Seelenspur.
Du bist so unschuldig und rein,
wie Du vor Leben quillst,
hüll´ Dich mit meinem Geiste ein,
grad als Du gehen willst,
will nun Dein Schattenengel sein.
Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN 978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)
Liane Fehler: Schattenengel – Antwort
Antwort – für smt
Schattenengel blau
hast die Nacht
getrunken
flügelschwer
flügellahm
zu mir herab
gesunken
Ich spürte längst
Deine Gegenwart
wie Du mir folgtest
auf meinen Wegen
Ich sah im Spiegel
Dich und mich
ein Herzschlag nur
ein Atem
Wir gingen gemeinsam
durch verbranntes Land
vorbei an Ruinen
an Feuerstellen
wir lagen beide
in Asche und Sand
Dich bei mir zu wissen
zur Zeitenwende
ein Glücksversprechen
ein Lebensfunke
wir teiln uns die Flügel
und Hand in Hand
schaun wir ins Morgen
und fliegen…
Fliegen dorthin!
Frühjahr 2012
Aus der Anthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015 (ISBN 978-3-941394-40-7 /
Osiris Druck Lpz.)
smt: Albtraumwelt
Albtraumwelt Der Indianer kommt in die Stadt und sein Mustang säuft Benzin. Der Indianer fährt durch die Schatten der Häuser und seine Haut verblasst. Der Indianer verdient jetzt Geld und er geht in die Bar und trinkt. Der Geist irrt durch die Straßen und sucht verzweifelnd seinen Körper. Der Kopf ist leer, das Herz verblutet und der Geist schwebt in die Bar. Der Indianer sitzt am Tresen und sein Geist erzählt ihm, wie er einmal war. Die Worte strömen, reißen, verletzen, bluten und der Indianer schneidet sich die Zunge ab.*
Albtraumwelt
Der Indianer kommt in die Stadt
und sein Mustang säuft Benzin.
Der Indianer fährt durch die Schatten der Häuser
und seine Haut verblasst.
Der Indianer verdient jetzt Geld
und er geht in die Bar und trinkt.
Der Geist irrt durch die Straßen
und sucht verzweifelnd seinen Körper.
Der Kopf ist leer, das Herz verblutet
und der Geist schwebt in die Bar.
Der Indianer sitzt am Tresen
und sein Geist erzählt ihm, wie er einmal war.
Die Worte strömen, reißen, verletzen, bluten
und der Indianer schneidet sich die Zunge ab.
smt: Selig – aus der Anthologie unDichternebel: 2001 – 2015
Selig Hinter dem Meeresrauschen ein Fels von Stille umtost klein geborgen steht er im Rücken hoher Berge urzeitalt ...Selig
Hinter dem Meeresrauschen
ein Fels
von Stille umtost
klein geborgen
steht er im Rücken hoher Berge
urzeitalt
sein kahles Haupt krüppelkieferumkränzt
reckt er zum Himmel unerreichbar.
Seine Beschützer teilen die Wolken
schaffen ihm eine Sonneninsel.
Er weiß nichts von der Brandung
die sich ihm entgegennagt.
In jugendgreiser Weisheit
strahlt er in seinem Glück
und atmet
Ruhe.
Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN 978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)
smt: Schritte
*
(Un)Ruhe |
||
Aufwachen! |
↓↑ |
Nicht aufwachen! |
Los machen: |
↓ ↑ |
Was noch machen? |
Lust entfachen! |
↓ ↑ |
Leid entfachen. |
Nichts zu lachen… |
↓ ↑ |
Fremdes Lachen. |
Träume krachen. |
↓↑ |
Gehe krachen. |
Hab‘ ihn voll, den Rachen. |
Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN 978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)
aus dem akustischen Labor von Gerhard: schöner scheitern – smt: Text und Rezitation
"schöner scheitern" Version 2a Akustische Bearbeitung: Gerhard Jaeger Text und Sprecherstimme:smt Um den Titel abzuspielen, bitte in die türkisfarbene Überschrift oder auf das Wort “Weiterlesen” klicken und den Artikel öffnen. Dann sollte ein Player erscheinen.*
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schöner scheitern Version 2a
Akustische Bearbeitung: Gerhard Jaeger
Text und Rezitation:smt
„Schöner Scheitern“ Audiobearbeitung: Gerhard Jaeger – Text und Sprecher: smt – Foto: Andreas Schrock
Akustische Bearbeitung: Gerhard Jaeger Text und Sprecherstimme:smt Um den Titel abzuspielen, bitte in die türkisfarbene Überschrift klicken und den Artikel öffnen. Dann sollte ein Player erscheinen.Foto: Andreas Schrock
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▶ schöner scheitern
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Akustische Bearbeitung: Gerhard Jaeger
Text und Sprecherstimme:smt
smt: Schlafende Einsicht
Erst wenn Gedanken langsam fließen, Sind sie wirklich groß und frei. Können in Träume sich ergießen. Überwinden die innere Polizei. Gedanken, tags gelegt in Ketten, Breiten ihre Flügel aus. Enteilen dunklen Hirns Heimstätten Aus geschlossenen Augen heraus. Lassen Tag und Körper liegen Und, von dieser Last befreit, Sie dem Himmel entgegen fliegen Zu Welten jenseits von Sein und Zeit Nehmen mit sich des Tages Früchte: Gehörtes, gesehenes, getanes und nicht, Wahrheit, Lügen und Gerüchte. Dort steht es in reinem Licht. Dort, wo der Gedanke ewig währt, Blickt er, entledigt Leid und Glück, Falschen, trüben Sinns entleert Auf eines Tages Leben zurück. Zieht aus dem Häppchen Zeit die Moral, Malt davon ein buntes Traumgedicht, Schickt die Botschaft der Seligkeit oder Qual Als Gutachten zurück ans hohe Gericht Doch oft wollen die inneren Geschworenen Die schmerzhafte Konsequenz nicht zieh´n. Versuchen eher verschreckt den verworrenen Bildern ohne Urteilsspruch zu entflieh´n. So kehrt ein großer Gedanke zurück Zu Dir, will in den Kopf hinein. Doch weigert der Geist sich, auch Größe zu zeigen, Schrumpft der Gedanke in alte Fesseln hinein. Wachst Du dann auf, sind vergessen die Zeilen, Die um Beachtung, um Ansehen fleh´n. Und statt den Rat der Erfahrung zu teilen, Wirst Du gleiche Fehler erneut begeh´n. Dann gehst Du wieder mit gesenktem Kopf, Denn die Gedanken sind erdenschwer. Fühlst Dich als Trottel, Narr, armer Tropf - Fragst Dich: Wer bin ich? Bin ich wer? Glaube fest, eines Tags die Botschaften zu verstehen, Das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, Und statt es nur sehnsuchtsvoll herbei zu flehen, Sei entschlossen, darauf zu zu gehen. (Jan. 2005)*
Erst wenn Gedanken langsam fließen,
Sind sie wirklich groß und frei.
Können in Träume sich ergießen.
Überwinden die innere Polizei.
Gedanken, tags gelegt in Ketten,
Breiten ihre Flügel aus.
Enteilen dunklen Hirns Heimstätten
Aus geschlossenen Augen heraus.
Lassen Tag und Körper liegen
Und, von dieser Last befreit,
Sie dem Himmel entgegen fliegen
Zu Welten jenseits von Sein und Zeit
Nehmen mit sich des Tages Früchte:
Gehörtes, gesehenes, getanes und nicht,
Wahrheit, Lügen und Gerüchte.
Dort steht es in reinem Licht.
Dort, wo der Gedanke ewig währt,
Blickt er, entledigt Leid und Glück,
Falschen, trüben Sinns entleert
Auf eines Tages Leben zurück.
Zieht aus dem Häppchen Zeit die Moral,
Malt davon ein buntes Traumgedicht,
Schickt die Botschaft der Seligkeit oder Qual
Als Gutachten zurück ans hohe Gericht
Doch oft wollen die inneren Geschworenen
Die schmerzhafte Konsequenz nicht zieh´n.
Versuchen eher verschreckt den verworrenen
Bildern ohne Urteilsspruch zu entflieh´n.
So kehrt ein großer Gedanke zurück
Zu Dir, will in den Kopf hinein.
Doch weigert der Geist sich, auch Größe zu zeigen,
Schrumpft der Gedanke in alte Fesseln hinein.
Wachst Du dann auf, sind vergessen die Zeilen,
Die um Beachtung, um Ansehen fleh´n.
Und statt den Rat der Erfahrung zu teilen,
Wirst Du gleiche Fehler erneut begeh´n.
Dann gehst Du wieder mit gesenktem Kopf,
Denn die Gedanken sind erdenschwer.
Fühlst Dich als Trottel, Narr, armer Tropf –
Fragst Dich: Wer bin ich? Bin ich wer?
Glaube fest, eines Tags die Botschaften zu verstehen,
Das Licht am Ende des Tunnels zu sehen,
Und statt es nur sehnsuchtsvoll herbei zu flehen,
Sei entschlossen, darauf zu zu gehen.
(Jan. 2005)
smt: Am Ende
Ich geh´ im Wald so für mich hin, hab´ die Rückkehr nicht im Sinn. Ich geh´ den Pfad so vor mich her, den Kopf umwölkt – gedankenschwer. Ich kann den Weg vor Schnee kaum seh´n, doch treibt´s mich weiter, bleib´ nicht steh´n. Ich seh´ eine Lichtung – einsam und kalt und weiß, der Weg ist zu Ende bald. Ich sinke dahin zur letzten Ruh´, der frische Schnee deckt alles zu. (Dez. 2010) Ich geh´ im Wald so für mich hin, hab´ die Rückkehr nicht im Sinn. Ich geh´ den Pfad so vor mich her, den Kopf umwölkt – gedankenschwer. Ich kann den Weg vor Schnee kaum seh´n, doch treibt´s mich weiter, bleib´ nicht steh´n. Ich seh´ eine Lichtung – einsam und kalt und weiß, der Weg ist zu Ende bald. Ich sinke dahin zur letzten Ruh´, der frische Schnee deckt alles zu. (Dez. 2010)*
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Ich geh´ im Wald so für mich hin,
hab´ die Rückkehr nicht im Sinn.
Ich geh´ den Pfad so vor mich her,
den Kopf umwölkt – gedankenschwer.
Ich kann den Weg vor Schnee kaum seh´n,
doch treibt´s mich weiter, bleib´ nicht steh´n.
Ich seh´ eine Lichtung – einsam und kalt
und weiß, der Weg ist zu Ende bald.
Ich sinke dahin zur letzten Ruh´,
der frische Schnee deckt alles zu.
(Dez. 2010)
smt: An Gerhard
Nachtdunkles Blau Die Katzen rufen Miau Gerhard schreit: Au - Machst mir die Lyrik zur Sau!*
Nachtdunkles Blau
Die Katzen rufen Miau*
Gerhard schreit: Au –
Machst mir die Lyrik zur Sau!