Categotry Archives: sibyll maschler

0

sibyll maschler (Text und Foto): Frauengebet III

Komm über mich fließend nimm meinen Raum ganz ein wachse in mir und schenke dem Kelch voll ein

by

**
*


*
Komm
über mich
fließend
nimm meinen Raum
ganz ein
wachse in mir
und schenke dem Kelch
voll ein

*
November 2008

0

sibyll maschler: Frauengebet II

Für alle Fälle lass mich sein an den Steilhängen und Abgründen Geländer Treppe oder Seil Autorin: sibyll maschler Oktober 2008

by

*
*
*
*

Für alle Fälle

lass mich sein
an den Steilhängen
und Abgründen
Geländer Treppe
oder Seil*
*
Oktober 2008
0

sibyll maschler: Der Unterschied

Nicht nachgeben viel mehr einander die Hände entgegen strecken für den gemeinsamen Weg Hand in Hand Text: sibyll maschler März 2012

by


*
*
Nicht nachgeben
viel mehr
einander die Hände
entgegen strecken
für den gemeinsamen Weg
Hand in Hand

*
März 2012

2

sibyll maschler: Mädchenbilder

Mädchen strömen wie Düfte Fliederdoldengleich Mädchen wehen wie zarte Brisen und tragen ans Ufer Mädchen salzen die Haut wie das Meer sind Stürme und ruhige See

by


*

Mädchen strömen
wie Düfte
Fliederdoldengleich
Mädchen wehen
wie zarte Brisen
und tragen ans Ufer
Mädchen salzen die Haut
wie das Meer
sind Stürme und ruhige See
Mädchen steigen auf
wie Nebel zu den Wipfeln
oder sinken zu Boden
Mädchen breiten sich aus
in allen Farben
über den Hügeln
Mädchen nehmen auf und ein
manch schwerer Stunde
mit ins Tal
Mädchen fließen
zum Grunde
und sind Brücke darüber

Februar 2012

0

sibyll maschler: Schimmernd

Sein wie zwei übereinander liegende Seiten Pauspapier Licht durchflutet die Abdrücke spüren das Dunkle absorbierend gegenseitig als Zeichen zum Wandel

by


*
Sein
wie zwei übereinander liegende
Seiten Pauspapier
Licht durchflutet
die Abdrücke spüren
das Dunkle absorbierend
gegenseitig
als Zeichen
zum Wandel

3

sibyll maschler: Haiku-Quartett

Komm im Überfluss präge ein Wasserzeichen ein in meine Haut Lass dich empfangen mein König im Überfluss bin ich dein Gefäß Lieg still heute Nacht und lass dich sanft kreuzigen an Mund und Lenden Öffne die Pforten sei immer wieder Neuland und komm wie Regen

by

*

Komm im Überfluss
präge ein Wasserzeichen
ein in meine Haut
*
Lass dich empfangen
mein König im Überfluss
bin ich dein Gefäß
*
Lieg still heute Nacht
und lass dich sanft kreuzigen
an Mund und Lenden
*
Öffne die Pforten
sei immer wieder Neuland
und komm wie Regen

0

sibyll maschler: Haikus Engelsgleich leuchtend…

Engelsgleich leuchtend zwischen Himmel und Erde Milchstraßenkinder Halb Mond halb Sonne fließt Licht am Tag und des nachts durch ihre Körper

by

*

Engelsgleich leuchtend
zwischen Himmel und Erde
Milchstraßenkinder
*
Halb Mond halb Sonne
fließt Licht am Tag und des nachts
durch ihre Körper
*
Wie fallender Schnee
Du und ich leuchtend und leis´
Berührung im Flug
*
Du, Vater unser
lass dich ins Gebet nehmen
damit ich nicht schrei

0

sibyll maschler: Unaufhaltsam

Du treibst zu formen nach deinem Bilde wie der Schmied das Silber Du treibst wie der Jäger mit seinen Hunden das Wild Du jagst bis zur Erschöpfung

by

*
*
*
*
Du treibst
zu formen
nach deinem Bilde
wie der Schmied das Silber
Du treibst
wie der Jäger
mit seinen Hunden
das Wild
Du jagst bis zur Erschöpfung
zum Fallstrick
lass nach
bitte
lass nach
es ist kein Spiel mehr
du bringst das Tier zu Fall
und wirst allein zurückbleiben
wenn die Hände leer
und das Blut getrocknet

*

2011

0

sibyll maschler: Ein kurzer Kommentar

Jedes Mal, wenn die Gedanken von den Schreibenden geflossen sind und dann mit dem Heftchen über den Briefboten hinein schwappen in meine Stube und zu mir, freue ich mich über die Teilhabe und Anregungen. Im Heft 110 freute ich mich besonders über >Der Blick< von Liane. Gelungene, nachvoll-ziehbare und für mich neue Bilder. Das Wort „aus“ ist für mich allerdings entbehrlich, stellt keine Verbindung zwischen der ersten und zweiten Zeile dar, sondern macht diese Stelle eher holprig. Das Gedicht steht konsequent im Präteritum. Für mich stellt sich nebenbei die Frage, ob eine zeitliche Wandlung in der zweiten Hälfte (ins Präsens), das Gedicht nicht länger nachschwingen lassen würde. Bei mir wäre es zumindest so. Ich würde den Niederschlag auf meinem Gesicht bis in die Gegenwart spüren können und müssen. Aber wenn Liane bei „kondensiertE“ bleiben möchte, um der Zeitform treu zu bleiben, klingt das Gedicht natürlich auch hoffnungsvoller. Der Niederschlag würde nur in der Vergangenheit gefallen sein; mittlerweile könnten sich die Blicke geändert haben, die Worte wieder gebildet werden. Im Heimat-Sonderheft fallen die Zeichnungen von Magdalene auf. Zart, genau, voll Licht und Schatten. Der Text „Die Kindheit“ von Andreas ebenso. Ich kann mich sehr fein hineindenken und fühlen. Wirklich gelungen, finde ich. Vorsichtig anfragen möchte ich, ob der Titel vielleicht noch die anderen Zeitepochen einschließen könnte bzw. sollte. Auch Christina hat, neben dem gelungenen Versmaß, in „Aufbewahrt“ Bilder gefunden, die ich mit meinen AugenBlicken sehen und innerlich gut nachspüren kann. Vielen Dank für alles.

by

 *
*

Jedes Mal, wenn die Gedanken von den Schreibenden geflossen sind und dann mit dem Heftchen über den Briefboten hinein schwappen in meine Stube und zu mir, freue ich mich über die Teilhabe und Anregungen. Im Heft 110 freute ich mich besonders über >Der Blick< von Liane. Gelungene, nachvoll-ziehbare und für mich neue Bilder. Das Wort „aus“ ist für mich allerdings entbehrlich, stellt keine Verbindung zwischen der ersten und zweiten Zeile dar, sondern macht diese Stelle eher holprig. Das Gedicht steht konsequent im Präteritum. Für mich stellt sich nebenbei die Frage, ob eine zeitliche Wandlung in der zweiten Hälfte (ins Präsens), das Gedicht nicht länger nachschwingen lassen würde. Bei mir wäre es zumindest so. Ich würde den Niederschlag auf meinem Gesicht bis in die Gegenwart spüren können und müssen. Aber wenn Liane bei „kondensiertE“ bleiben möchte, um der Zeitform treu zu bleiben, klingt das Gedicht natürlich auch hoffnungsvoller. Der Niederschlag würde nur in der Vergangenheit gefallen sein; mittlerweile könnten sich die Blicke geändert haben, die Worte wieder gebildet werden.
Im Heimat-Sonderheft fallen die Zeichnungen von Magdalene auf. Zart, genau, voll Licht und Schatten.
Der Text „Die Kindheit“ von Andreas ebenso. Ich kann mich sehr fein hineindenken und fühlen. Wirklich gelungen, finde ich. Vorsichtig anfragen möchte ich, ob der Titel vielleicht noch die anderen Zeitepochen einschließen könnte bzw. sollte.
Auch Christina hat, neben dem gelungenen Versmaß, in „Aufbewahrt“ Bilder gefunden, die ich mit meinen AugenBlicken sehen und innerlich gut nachspüren kann. Vielen Dank für alles.

0

sibyll maschler: Projektionsflächen

Er war nicht sicher vor ihrer Liebe ein Zerrbild im Spiegel bekam Konturen Entsprechung in Farbe Scherben in einer Mauer Flimmern bei gleißender Sonne wandernder Lichtpunkt Splitter und Silberschmelze

by


*
*
Er war nicht sicher
vor ihrer Liebe
ein Zerrbild im Spiegel
bekam Konturen
Entsprechung in Farbe
Scherben in einer Mauer
Flimmern
bei gleißender Sonne
wandernder Lichtpunkt
Splitter und Silberschmelze
warfen ihn zurück
auf sich selbst
Licht und Schatten
blickdicht

1 2 3
Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: