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fast brandbraun verblüht
sonnenblumen im regen
das herbstmorgenfeld
Lars Steger
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fast brandbraun verblüht
sonnenblumen im regen
das herbstmorgenfeld
Lars Steger
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Frustrutsche, eine Landschaft
aufwärts stieg der Frust
türmte vom Bauch zur Kehle in den Schädel
kreisen wollte er unterm blauen Tuch,
wolkenlos hing es herab
zur Deichschräge in die schiefe Ebene
Landschaft
Der Raubvogel kreist augenblicklich,
stürzt in die Tiefe. – Jetzt
die Rutsche runter rutscht Frust.
Vom Turm, aus dem Schädel
durch den Bauch. Ach was weiß denn ich
er sinkt in den Fluß, gluckst unter
kleine Wellen, verstrudelt nordwärts
Graugänse im Keilflug
kommen uns entgegen
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die nackte erde
geliebtes hartes lager
beim lesen für euch
Hier Firmen aus dem Boden schießen,
Man sieht noch Kräne und Gerüste.
Den Bahnhof musste man schon schließen,
Weil der auch produzieren müsste.
Er ist nun Nomos. Auf der Höh,
Die Sternwarte, neu ausgerüstet,
Ist Wempe nun und ich versteh,
Ihr nicht, weil ihr es sehen müsstet.
Doch abends sitzt dort nur Herr Klein,
Er zeigt mir ferne Galaxien,
Lädt zu ’nem Sternenstündchen ein
Und Unkenntnis wird mir verzieh’n.
Sechs Uhrenfirmen hier am Ort,
Man hört es förmlich allseits ticken.
Das Tick und Tack, es dauert fort,
Ein unaufhörlich Zeigerrücken.
Der Boom ist eine Renaissance,
Weil viele noch die Unruh lieben.
Man hat’s bemerkt und nutzt die Chance
Nicht mehr elektrisch angetrieben.
Sie sind beliebt, die winzig Räder,
Man könnt es fast schon Kunstwerk nennen,
Mit Ankerrad, Iridiumfeder,
Wie wir sie ganz von früher kennen.
Man hofft auf einen Boom beständig,
Glashüttes lange Konjunktur,
Dass dieses Glück dann auch inwendig,
Kann man nicht wissen, wünscht es nur.
Und abends hört man leise Schritte,
Ein wenig sächsisch wird gesprochen,
Besuchen Sie doch mal Glashütte,
Hier ist der Wohlstand ausgebrochen.
C.R. 14.11.2013
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blaues Wasser
färbt Zeiten
unter den Klippen
die nachts in dunkle Träume ragen
kein Stein bleibt verborgen
kein Stein bleibt unberührt
Licht ist da, da ist
der Meeresatem
mit duftenden Mythen
im Gestein
Ziegen, die blöken immer
zum Geläut der Glöckchen
und alle Geschöpfe
springen
ins Blau, das
von allen Göttern
geschaffen
die Wasser waschen
Zeiten aus
zur Zeit
stille steht am see
das letzte boot fest vertaut
kranichrufe fern
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Zum Buch von Christian Rempel: Klarheit & Wahn: Eine Brandenburgische Odyssee
„Die verrücktesten Geschichten schreibt das Leben selbst.“, heißt es und, ob das wirklich stimmt, kann jeder selbst beurteilen, der mit auf diese literarische Reise durch das Land Brandenburg geht.
Kommt die Geschichte am Anfang gelegentlich scheinbar harmlos und freundlich daher, wie eine Schilderung des Brandenburgs unserer Tage im Stile eines Roadmovie Konzeptes, schlägt die Erzählung dann im wahrsten Sinne ganz unerwartet wahnwitzige Kapriolen und trotz der vordergründigen Tragik, sind verblüffende Wendungen des Geschehens nicht frei von einer speziellen Komik.
Ob die Trauung mit einem extra bestellten schwarzen Hochzeitskleid stattfinden wird, ob auf der Suche nach dem Göttlichen en passant eine gigantische Verschwörung aufgedeckt werden kann und ob die Wanderung durch Brandenburg nun in Klarheit oder Wahn enden wird, erfährt man als Leser auf unterhaltsame Weise.
Das Leben himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, wie es viele von uns kennen, wechselt seine Farben auch bei diesem Menschenkind. Doch bei dieser Krankheit zwischen Klarheit & Wahn, die neben dem Wanderer sich die zweite Hauptrolle in diesem Geschehen erobert, malt das Leben die Kontraste viel deutlicher – mit schimmernden, leuchtenden und tief, tief dunklen Farben.
Frisch und schnörkellos wird von transzendenten Erfahrungen, von der Suche nach ungewöhnlichen Lösungen für gewöhnliche Probleme, wie die Plage der Eifersucht, berichtet – mitten aus Bäckereien in der brandenburgischen „Pampa“ und von ganz sehenswerten Orten, die es da auch gibt. Ein ungewöhnliches Buch!
Liane Fehler
Eisig schäumt es in der Bucht
das ist der Bogen
festgemacht zwischen den Wellen
krummgeblasen
das ist der Bogen
gepeitscht vom Sand
und sonnengbleicht
manchmal auch
schaurig beladen
mit Leibern
oder mit Eis
das ist der Bogen
zwischen Dunkel und Licht,
aufgefüllt mit Salz
Muscheltang und
dem fischigen Aroma
geschliffener Steine
das ist der Bogen
diese gekrümmte Linie
in deiner Hand
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die stille zerdröhnt
nachts hör ich die autobahn
wie eine säge