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regentropfengleich
von Zweig zu Zweig schwingend
eine Meise fliegt
Categotry Archives: Texte
Christian Rempel: Fauna superioris
Der Spinnenfaden ist recht fest, nimm die geringe Dichte noch hinzu, wenn Du ihn an sich selber hängen lässt, kann länger werden er als Stahl und Eisen.
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Der Spinnenfaden ist recht fest,
nimm die geringe Dichte noch hinzu,
wenn Du ihn an sich selber hängen lässt,
kann länger werden er als Stahl und Eisen.
Kannst Du’s beweisen?
Beider Zugfestigkeit: 1 GPa,
Dichteverhältnis die Hexenzahl 7.
Wisst ihr es nun ihr Lieben?
Und denket ihr nun kurz und knapp,
das hängt vielleicht vom Querschnitt ab,
habt einen Holzweg ihr beschritten.
Und denken wir uns Stalaktiten
von langen langem Holze (28 km),
dann rissen sie noch später ab,
als wenn aus Stahl,
natürlich erste Wahl,
sie wären.
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Die Flora sich so findig zeigt
und nur die Fauna übersteigt
an Festigkeit noch das Gebilde,
das hab ich raus, nun lächelt milde.
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21.2.2013
Andrea Meng: Du Felsgesicht
Sie hatte ihn so satt Ihn und sein Felsgesicht Und seine drei Hunde Deren Namen mit Kampf anfingen Und den Klingelton seines Handys Das er auch zur Nachtzeit nie ausschaltete Richtig übel aber war Der Fehlerbericht Den er über sie führte Als kleine Liste in seiner HosentascheSie hatte ihn so satt
Ihn und sein Felsgesicht
Und seine drei Hunde
Deren Namen mit Kampf anfingen
Und den Klingelton seines Handys
Das er auch zur Nachtzeit nie ausschaltete
Richtig übel aber war
Der Fehlerbericht
Den er über sie führte
Als kleine Liste in seiner Hosentasche
Vorangestellt die Überschrift:
Richte Nicht!
Der Trottel
Sie vergiftete ihn mit einem Fischgericht
Aus Versehen
Aber sie mussten alle dran glauben
Er, sein Felsgesicht, die Hunde, das Handy und die blöde Liste
Tja
Was dann geschah?
Sie verliebte sich neu
Was denn sonst?
Lars Steger: der morgen graut
der morgen graut, ich liege nahe dem handy und warte auf dich Text: Lars Steger*
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der morgen graut, ich
liege nahe dem handy
und warte auf dich
Lars Steger: früheres sumpfland
früheres sumpfland riech ich manchmal die feuchte ankommen zu haus
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früheres sumpfland
riech ich manchmal die feuchte
ankommen zu haus
Lars Steger: morgengoldnes licht – Foto: Andreas Schrock
morgengoldnes licht auf den hinteren wipfeln frösteln am fenster Text: Lars Steger; Foto: A.S.*
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morgengoldnes licht
auf den hinteren wipfeln
frösteln am fenster
Lars Steger: so früher sommer
so früher sommer in diesen späten tagen flieg mein hoffen flieg Text: Lars Steger*
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so früher sommer
in diesen späten tagen
flieg mein hoffen flieg
Lars Steger: aufschlag der tropfen
aufschlag der tropfen lang anhaltender regen schilpen dazwischen*
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aufschlag der tropfen*
lang anhaltender regen*
schilpen dazwischen
Gerhard Jaeger mit dem Gedicht: Wegweiser und dem Bild: Kanal mit Zirkus
geh immer schau in die schwarzen Spiegel der Wasser schau in den leuchtenden Himmel beide gehen geh immer mit den Schatten, die wachsen mit dem Laub, das schwindet weiter
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Wegweiser
geh immer
schau in die schwarzen Spiegel der Wasser
schau in den leuchtenden Himmel
beide gehen
geh immer
mit den Schatten, die wachsen
mit dem Laub, das schwindet
weiter
immer weiter
bis in den Punkt, in dem Himmel und Wasser
bis dahin , du ahnst es und gehst
weiter, immer weiter
immer zu
in eine Richtung,
in der Abschied und Begegnung zusammentreffen
bis dahin geh
und sing und lach
immer näher
immer näher
gestern zogen die Vögel
gestern kehrten sie heim
einen wirst du treffen
der dich nimmt für immer
ihn verpaßt du
nicht
Gerhard Jaeger: Ich sah das Land zu Bette gehen (Liedtext)
Ich sah das Land zu Bette gehen Wälder legten ein Nachtkleid an Felder krochen in Nebeldecken
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Ich sah
das Land
zu Bette gehen
Wälder
legten
ein Nachtkleid an
Felder
krochen
in Nebeldecken
Allerlei Getier,
allerlei Getier
blinzelte stadtwärts
Allerlei Getier, allerlei Getier
spitzte die Ohren
Katzen
umschlichen
Häuser
Augen
durchstachen
Rauch,
weil der ja gerade so aufstieg
lautlos sternenwärts
weil der ja gerade so aufstieg
lautlos sternenwärts
und weil
Laternen ansprangen
und hinter Fenster
kam Licht
konnte ich etwas sehen
ja, das wusch sich rein
konnte ich etwas sehen
ja, das wusch sich rein
und hatte soviel Ruhe,
als der
Nachtzug
vorüber fuhr
es hatte soviel Ruhe
als der
Nachtzug
vorüber fuhr
Text und Musik: Gerhard Jaeger a-moll
