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der regen knistert
in der stille der bäume
pappelpollenschwer
Senta Annemarie Krumnauer-Lieb: Roter Mohn
Wie lange musste ich warten, auf Dich, du roter Mohn. Nun blühst du in meinem Garten, ein paar Tage schon. Ein zauberhaftes Leuchten umhüllt dein Blüten Kleid,
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Foto: sibyll maschler
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Wie lange musste ich warten,
auf Dich, du roter Mohn.
Nun blühst du in meinem Garten,
ein paar Tage schon.
Ein zauberhaftes Leuchten
umhüllt dein Blüten Kleid,
so kannst du Herzen erreichen,
die noch zum Träumen bereit.
Gerhard Jaeger: einerseits
eins ja ja eins nein nein eins warum eins wofür eins aber dann eins oder doch eins gib Ruh eins was wenn eins wär ein Ding eins mein lieber Mann
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eins ja ja
eins nein nein
eins warum
eins wofür
eins aber dann
eins oder doch
eins gib Ruh
eins was wenn
eins wär ein Ding
eins mein lieber Mann
eins fang endlich an
Titelbild GeWa 85/86
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Bild auf dem Titel: Ganz oben von Gerhard Jaeger.
Titelbild GeWa 82
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Titelseite GeWa 94
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Lars Steger: die kranichrufe
die kranichrufe aus dem nebel überm feld und hier gezwitscher*
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die kranichrufe
aus dem nebel überm feld
und hier gezwitscher
Andrea Meng: Ich Milchgesicht
Ich war noch ein ganz schlimmes Milchgesicht Echt Und Kraft kannte ich damals nur als Sehnsucht danach Ich traf eine alte Frau auf der Straße Sie versprach mir sehr viel davon Dafür müsste ich nur ein paar Menschen essen Aber: Bloß nicht die, die in Bars auf alten Barhockern rumhängen Denn die hätten schon lange keine mehr, sagte sie noch Tatsächlich packte mich jetzt ein riesiger Menschenhunger Den kannte ich bisher nur als Gerücht von Facebook Es gab ihn also wirklich Wer hätte das gedacht Ich zerrte den Erstbesten von der Straße in ein Gebüsch Probierte, kaute, schluckte Es schmeckte wunderbar Das Gerücht hatte nicht gelogen und Kraft flog auf mich zu Für immer und ewig hoffte ich (Ich hatte mich nicht getäuscht*
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Ich war noch ein ganz schlimmes Milchgesicht
Echt
Und Kraft kannte ich damals nur als Sehnsucht danach
Ich traf eine alte Frau auf der Straße
Sie versprach mir sehr viel davon
Dafür müsste ich nur ein paar Menschen essen
Aber:
Bloß nicht die, die in Bars auf alten Barhockern rumhängen
Denn die hätten schon lange keine mehr, sagte sie noch
Tatsächlich packte mich jetzt ein riesiger Menschenhunger
Den kannte ich bisher nur als Gerücht von Facebook
Es gab ihn also wirklich
Wer hätte das gedacht
Ich zerrte den Erstbesten von der Straße in ein Gebüsch
Probierte, kaute, schluckte
Es schmeckte wunderbar
Das Gerücht hatte nicht gelogen und
Kraft flog auf mich zu
Für immer und ewig hoffte ich
(Ich hatte mich nicht getäuscht
Denn aus mir wurde was ich noch heute bin:
Der stärkste Berliner der Welt)
(veröffentlicht im GeWa 114)
Liane Fehler: Schnirkelschnecken – Fotocollage von Susann Schulz & Liane Fehler
Die Schnirkelschnecken necken sich und schwärmen von Orgien am Waldesrand wo man trunken vor Liebe die feuchten Leiber mit Schnirkelschneckenschleim verband.
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Für die Collage wurden Fotos von Susann Schulz verwendet.
Novembertage
Novembertage: regennasser Asphalt glänzt im Scheinwerferlicht Maria GoldbergNovembertage:
regennasser Asphalt glänzt
im Scheinwerferlicht
Maria Goldberg




