Tag Archives: * Jenny 26 Juni

0

Chronik 2014: 26. Juni – Hommage an Jennifer Müller

Der Slider auf der Startseite unseres Blogs ist heute, am 26. Juni, unserer "Jenny" gewidmet. Es sind ihre Beiträge, die als kleine Hommage symbolisch für den heutigen Tag stehen sollen. Liebe Jenny, Dich sollen alle guten Wünsche für die Zukunft begleiten, vielen Dank für Deine Beiträge hier im Blog; ob nun lyrische Texte, Foto oder Zeichnung. Ein "Dankeschön" an Dich für Dein stets freundliches und offenes Auftreten in unserem Kreis. Ich erlebe Dich immer hilfsbereit und konstruktiv. Mit Deiner Musik hast Du uns oft und immer wieder Freude gemacht. Ich finde es immer wieder schön, Dir zu zuhören. Vielleicht gibt es ja bald auch Audiobeiträge von Dir in unserem Blog? Für die Zukunft wünsche ich Dir alles Gute! Liane Fehler Onlineredaktion

by

*

Der Slider auf der Startseite unseres Blogs ist heute, am 26. Juni, unserer „Jenny“ gewidmet. Es sind ihre Beiträge, die als kleine Hommage symbolisch für den heutigen Tag stehen sollen.

*

Liebe Jenny,

Dich sollen alle guten Wünsche für die Zukunft begleiten, vielen Dank für Deine Beiträge hier im Blog; ob nun lyrische Texte, Foto oder Zeichnung.

Ein „Dankeschön“ an Dich für Dein stets freundliches und offenes Auftreten in unserem Kreis. Ich erlebe Dich immer hilfsbereit und konstruktiv. Mit Deiner Musik hast Du uns oft und immer wieder Freude gemacht. Ich finde es immer wieder schön, Dir zu zuhören. Vielleicht gibt es ja bald auch Audiobeiträge von Dir in unserem Blog?

Für die Zukunft wünsche ich Dir alles Gute!

Liane Fehler Onlineredaktion

0

Christian Rempel: Der kleine Kaktus

Adaption: Der kleine Kaktus Hab sieben mal sieben Löcher in den siebenblauen Himmel gestarrt. Ist das Kaktusart? Will lieben und lieben, wäre so gern im siebten Himmel. Um mich das ganze Blumen- und Bienengewimmel. All die Glücklichen, die mich meiner Stacheln wegen ausgespart. Ist das Götterart? Normalerweise, gehen meine Gedanken nicht so weit auf die Reise. Ich starr auf den Boden ganz dicht neben mir, den blumenbewachsenen mit Kriech- und Krabbeltier. All die Glücklichen starre ich an, wie es nur ein einsamer Kaktus kann. Ist das Kaktusweise? Der Stacheln wegen, mag man mich nicht, der Stacheln wegen, lässt Gott mich allein. Ist das Götterweise? So frage ich leise – muss wohl so sein. C.R. nach einem Text von Jennifer Müller 1.5.2013 P.S.: Eines anderen wegen, weißt Du mein Kind, starr ich ins Leere, denn ich bin blind. Ich blühe auch nicht nach Kakteenart, wie die Blumen, die Schwestern, mit Blättern so zart. Denn nur, wer den Schmerz der Kakteen kennt, und ihn mit den zartesten Worten benennt, verbietet das eine - das happy end.

by

*
*

Adaption: Der kleine Kaktus

Hab sieben mal sieben Löcher in den siebenblauen Himmel gestarrt.
Ist das Kaktusart?
Will lieben und lieben, wäre so gern im siebten Himmel.
Um mich das ganze Blumen- und Bienengewimmel.
All die Glücklichen, die mich meiner Stacheln wegen ausgespart.
Ist das Götterart?

Normalerweise,
gehen meine Gedanken nicht so weit auf die Reise.
Ich starr auf den Boden ganz dicht neben mir,
den blumenbewachsenen mit Kriech- und Krabbeltier.
All die Glücklichen starre ich an,
wie es nur ein einsamer Kaktus kann.
Ist das Kaktusweise?
Der Stacheln wegen, mag man mich nicht,
der Stacheln wegen, lässt Gott mich allein.
Ist das Götterweise?
So frage ich leise – muss wohl so sein.

C.R. nach einem Text von Jennifer Müller 1.5.2013

P.S.: Eines anderen wegen, weißt Du mein Kind,
starr ich ins Leere, denn ich bin blind.
Ich blühe auch nicht nach Kakteenart,
wie die Blumen, die Schwestern, mit Blättern so zart.
Denn nur, wer den Schmerz der Kakteen kennt,
und ihn mit den zartesten Worten benennt,
verbietet das eine – das happy end.

0

Liane Fehler: Wehmut mit Whiskygeschmack

. . . . . . . . . . . Wehmut mit Whiskygeschmack für Jennifer Mü. meine Kaktusblüte, die selbst im Dunkel leuchtet Himmelblau ist lange her das ICH selbstvergessen den Rhythmen hingegeben In sternenloser Nacht lockt ein Bernsteinleuchten Das flüssige Orakel legt statt Antworten nur Fragen auf die Zunge Durch die Straßen durch die Haare wild und zärtlich streicht der Wind Ach, Wehmut mit Whiskygeschmack

by

kaktus-gelbe-bluete-k Kaktus gelbe-Blüte: http://quarknet.de/exotische-pflanzen.php

*
*
*

Foto: Kaktus gelbe-Blüte: quarknet.de
*
*
Wehmut mit Whiskygeschmack
*

für Jennifer M.
meiner Kaktusblüte,
die selbst im Dunkel leuchtet

*
Himmelblau ist lange her
das ICH selbstvergessen
den Rhythmen hingegeben
**
In sternenloser Nacht
lockt ein Bernsteinleuchten
**
Das flüssige Orakel
legt statt Antworten
nur Fragen
auf die Zunge
*
Durch die Straßen
durch die Haare
wild und zärtlich
streicht der Wind

*
Ach, Wehmut mit Whiskygeschmack

Sommer 2013

3

Jennifer Müller: Halb drei

Kalter Rauch Schwarz und grau Schon lange nicht mehr Himmelblau Tiefe Nacht Trägt Kälte durch Die Straßen fegt mir Durch das Haar Und bläßt die

by

*
*
Halb drei
*
Kalter Rauch
Schwarz und grau
Schon lange nicht mehr
Himmelblau

Tiefe Nacht
Trägt Kälte durch
Die Straßen fegt mir
Durch das Haar

Und bläßt die
Zigarettenwolken
Weit hinaus
Ins schwarze Nichts

Laute Musik und
Tobender Bass
Dringt durch den Boden
Zu mir hinauf

Brennender lang
Vermisster Geschmack
Von Whiskey liegt mir
Auf der Zunge

Nacht ists
In Berlin
Eine sternenlose
Schwarze Nacht

Juli 2013

0

Zwei Stimmen – Zwei Texte zum Thema: Kaktus im Blumenbeet

Zwei Stimmen - Zwei Texte zum Thema: "Kaktus im Blumenbeet" “Der Kaktus im Blumenbeet” von Jennifer Müller & “Trunkener Frühling” von A.S. Foto Kaktus mit gelber Blüte: quarknet.de

by

0

Jennifer Müller: Schwäche

Herrliche Schwäche Von Kopf bis Fuß Gänsehautfieber In der einsamen Stille lerne und lebe ich damit Ein Fleck Im bunten Bild getarnt Im Alltag wichtig und unwichtig Ein Detail das zerreißt

by

*

Herrliche Schwäche
Von Kopf bis Fuß
Gänsehautfieber
In der einsamen Stille
lerne und lebe ich damit
Ein Fleck
Im bunten Bild getarnt
Im Alltag wichtig und unwichtig
Ein Detail das zerreißt

1

Andreas Schrock: Trunkener Frühling

Der Kaktus auf dem Beet war alt. Er hatte schon viele Trockenzeiten erlebt. Aber heute fühlte er sich jung. Viel jünger als die Tulpen neben ihm, die sich im Winter schnöde verkrochen hatten und nun frech ihre Köpfe der Sonne entgegenstreckten. Die jungen Dinger ignorierten ihn, so wie ...

by

Der Kaktus auf dem Beet war alt. Er hatte schon viele Trockenzeiten erlebt. Aber heute fühlte er sich jung. Viel jünger als die Tulpen neben ihm, die sich im Winter schnöde verkrochen hatten und nun frech ihre Köpfe der Sonne entgegenstreckten. Die jungen Dinger ignorierten ihn, so wie jedes Jahr, aber ein bisschen Respekt vor dem Alter täte der Ordnung auf dem Beet wahrhaftig gut!

Der Kaktus auf dem Beet war blind. Aber heute sah er, was um ihn herum passierte. Die Tulpen nebenan hatten ihre Blütenblätter geöffnet, rot und gelb. Bienen summten darin, putzten sich, schleckten und neckten ihn, den blinden Kaktus, mit ihrem Hinterteil. Jedenfalls nahm er das an, denn die Bienen schafften es nie, auf ihm, dem Kaktus zu landen.

Der Kaktus auf dem Beet war taub. Aber heute hörte er, was um ihn herum passierte. Am frühen Morgen hatten sich die Blüten mit einem Knall geöffnet, soviel Kraft steckte in ihnen. Die Bienen summten fein, dazwischen brummte es, wahrscheinlich Hornissen oder Hummeln. Die Wespen klangen leise und bös’, sie zischelten in einem fort. Und ihm schien, als machten sie sich über ihn lustig.

Der Kaktus auf dem Beet war stumm. Aber heute jubelte es in ihm, denn er spürte Saft durch seine Kapillaren steigen. Der Saft stieg nur langsam, aber er füllte ihn aus und machte ihn trunken vor Freude. Gern hätte er seine Freude geteilt, aber so kräftig er auch jubelte, niemand hörte ihn.

Da beschloss der alte, blinde, taube und stumme Kaktus, die Freude nicht zu teilen, sondern sich ihr allein mit jeder Zelle hinzugeben. Für reichlich Saft in den Kapillaren war gesorgt. Und Umfallen vor lauter Trunkenheit konnte er auch nicht. Obwohl, wenn er es so recht bedachte, wäre er schon gern eine Kugelkaktus.

Und mit der Sonne stieg auch der Saft in den Kapillaren. Und die Vorstellung, er sei ein Kugelkaktus, erfüllte ihn immer stärker. Ein Kugelkaktus mit Luftwurzel! Und am Abend dieses Frühlingstages war nichts passiert. Aber der Kaktus war erschöpft und dankbar. Den ganzen Tag war er als Kugelkaktus durch die Beete gerollt und nun hatte er wirklich Ruhe nötig.

Senftenberg, Mai 2013