Tag Archives: Desdemona

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Desdemona: gEDANKENKARUSSELL

gEDANKENKARUSSELL Gewöhnlich geht`s im Kopfe rund, doch ist solch Kreisen nur gesund, wenn es heraus kann aus den Ecken, der wohl geformten Schädeldecken. Darum der Kluge stets begehrt, dass sich der Cortex flugs entleert. Ist dann jedoch der Hörer dumm, verpufft das Wort im Vakuum. ...........................................kARUSSELLGEDANKEN

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Spirale

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gEDANKENKARUSSELL

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Gewöhnlich geht`s im Kopfe rund,

doch ist solch Kreisen  nur gesund,

wenn es heraus kann aus den Ecken,

der wohl geformten Schädeldecken.

Darum der Kluge stets begehrt,

dass sich der Cortex flugs entleert.

Ist dann jedoch der Hörer dumm,

verpufft das Wort im Vakuum.

kARUSSELLGEDANKEN

 

 

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Desdemona – gEDANKENWASSER

gEDANKENWASSER Plätschernd wallend durchs Gelände Schwappend gierig nach Bewegung Überfluten unerbittlich Wiese,Felder und auch Dörfer Wiederkehrend als Getöse Wälzend an den Uferzonen Peitschend auf dem weitem Meere So die Wasser Homäopatisch die Ideen In den Wassern unsrer Schädel Irrend die Synapsen suchend Steckenbleibend im Gehäuse Leeres Rauschen ohne Tiefgang Selten nährend die Gemüter Hüpfend, treibend wie die Wasser so Gedanken Flüchtig bleiben Auch im Ernstfall Wasser zum Gedankenmischen wASSERGEDANKEN

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gEDANKENWASSER

Plätschernd wallend durchs Gelände
Schwappend gierig nach Bewegung
Überfluten unerbittlich
Wiese,Felder und auch Dörfer
Wiederkehrend als Getöse
Wälzend an den Uferzonen
Peitschend auf dem weitem Meere

So die Wasser

Homäopatisch die Ideen
In den Wassern unsrer Schädel
Irrend die Synapsen suchend
Steckenbleibend im Gehäuse
Leeres Rauschen ohne Tiefgang
Selten nährend die Gemüter
Hüpfend, treibend wie die Wasser

so Gedanken

Flüchtig bleiben
Auch im Ernstfall
Wasser zum Gedankenmischen

wASSERGEDANKEN

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Desdemona – Zeichnung: Monolit

Desdemonas Zeichnung: "monolit"

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Desdemona: Heb ihn auf

. . . . . . . . . . "Heb ihn auf" für Marietta Er ist tiefschwarz, rund und griffig, er- ein Stein aus fernen Zeiten. Kommt aus tiefen, tiefsten Tiefen, als ein Zeuge wüster Schöpfung. Er erinnert an die Lava, die den Erdball überrollte. War geheiligt einst als Kultstein, als ein Kleinod unsrer Ahnen, Verbirgt Herkunft und Geschichte, wie ein Buch mit tausend Siegeln. Liegt am Rande deiner Wege: "Stein der Weisen" beim Berühren. (Lavabasalt als Urgestein findet man weltweit)

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Heb ihn auf

       für Marietta

Er ist tiefschwarz, rund und griffig,
er- ein Stein aus fernen Zeiten.
Kommt aus  tiefen, tiefsten Tiefen,
als  ein  Zeuge wüster  Schöpfung.

Er erinnert an die Lava,
die den Erdball überrollte.
War geheiligt einst als  Kultstein,
als ein Kleinod unsrer Ahnen,

Verbirgt Herkunft und  Geschichte,
wie ein Buch mit tausend Siegeln.
Liegt am Rande deiner Wege:
„Stein der Weisen“ beim Berühren.
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(Lavabasalt als Urgestein findet man weltweit)

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Desdemona: Ein Boot gleitet leis – Foto: Antje Sadig

Ein Boot gleitet leis bis ans unheimliche Meer keine Spur mehr bleibt. wie soll ich nun vereinsamt die langen Nächte schlafen?

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Ein Boot gleitet leis
bis ans unheimliche Meer
keine Spur mehr bleibt.
wie soll ich nun vereinsamt
die langen Nächte schlafen?

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Chronik 2013 – Desdemona: Collagenseminar und Vernissage im Atelier Nottekunst vom 19. – 21. 4. 2013

Auf den ersten Blick verunsichern uns Collagen. Ein Leben lang haben wir Erfahrungen gesammelt, wie was aussieht und wo es hingehört. So konstruieren wir uns unseren inneren, überschaubaren Kosmos.

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Auf den ersten Blick verunsichern uns Collagen.

Ein Leben lang haben wir Erfahrungen gesammelt, wie was aussieht und wo es hingehört.
So konstruieren wir uns unseren inneren, überschaubaren Kosmos.

Nun also Collagen – vor mir an den Wänden des Nottekunst-Ateliers in Wünsdorf.
Meine innere Welt gerät ins Wanken.
Die scheinbar wirr angeordneten Gegenstände oder  ihre Fragmente durchkreuzen alle meine Erwartungen über Ordnung und Harmonie.
Farben, Strukturen und Räume sind verfremdet.

Dann aber beginnen diese neuartige Räume mich zu faszinieren.
Vielleicht inspirieren sie mich gar zu einem kleinen literarischen Versuch?
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Miniaturabbildungen der Collagen

Bildnachweis: Collagen von links nach rechts:

Erste Reihe Miniaturen:

Collagebild “Fisch” von Hagen Ludwig
Jenny Dlugaiczyk: Collage 2
Collage 3 von Helga Gerasch

Zweite Reihe Miniaturen:

Peggy Salaw: Collage 2
Jenny Dlugaiczyk: Collage 3
Hagen Ludwigs Collage: “hagen3”

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Dritte Reihe Miniaturen:

Collage 1 von Helga Gerasch‘
Collage 1″ von Jenny Dlugaiczyk
Collage 2: Helga Gerasch
 
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vierte Reihe Miniaturabbildungen der Collagen :

Hagen Ludwigs Collagebild: “schillernde Steine“
Hagen Ludwigs Collagebild: “Nocturne“
Hagen Ludwigs Collagebild: “Stillleben“

Die Originale befinden sich im Atelier „Nottekunst“ in Wünsdorf.

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Desdemona: Versäumt

Still ! - Eurer Klagen kommt zu spät. Seht ! - Das Mögliche ist getan. Jetzt. - Ist nichts mehr zu tun. Schweigt! - Umsonst Euer Geschrei. (veröffentlicht im GeWa 114)

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Still !
– Eurer Klagen kommt zu spät.

Seht !
– Das Mögliche ist getan.

Jetzt.
– Ist nichts mehr zu tun.

Schweigt!
– Umsonst Euer Geschrei.

 

(veröffentlicht im GeWa 114)

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Desdemona: Steine vor Felsen – Collage von Hagen Ludwig

Schillernde Felsen trotzen den Winden seit ewiger Zeit. Zerfurchte Steine öffnen die Schichtung Tiefe enthüllend.

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Schillernde Felsen
trotzen den Winden
seit ewiger Zeit.
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Zerfurchte Steine
öffnen die Schichtung
Tiefe enthüllend.
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Aufgeregte Rede –
kaum wahrgenommen –
verrinnt mit dem Klang.

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Desdemona: Was würde ich schreiben, wenn ich 80 wäre?

Nun ist es also soweit: es geht nicht mehr ohne diesen idiotischen Rollator! Wie ich dieses Ding hasse. Sperrig, unförmig, demütigend. Wie lange mag ein normaler Mensch brauchen, um sich an ein solches Ungetüm zu gewöhnen? Eigentlich will ich das auch gar nicht - " daran gewöhnen" ! Nie im Leben!!! Wie die Leute auf der Strasse gucken, wie sie solche armen Kreaturen wie mich bemitleiden, wie sie "rücksichtsvoll" einen großen Bogen um mich machen und mir doch mit jeder ihrer Gesten zu verstehen geben, dass ich nicht mehr zu ihnen gehöre - zur Mehrheit der Rollator- losen. Da hilft nur eins : Eine neue Mehrheit organisieren!

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Nun ist es also soweit: es geht nicht mehr ohne diesen idiotischen Rollator! Wie ich dieses Ding hasse. Sperrig, unförmig, demütigend. Wie lange mag ein normaler Mensch brauchen, um sich an ein solches Ungetüm zu gewöhnen? Eigentlich  will ich das auch gar nicht  – “ daran gewöhnen“ ! Nie im Leben!!!
Wie die Leute auf der Strasse gucken, wie sie solche armen Kreaturen wie mich bemitleiden, wie sie „rücksichtsvoll“ einen großen Bogen um mich machen  und mir doch mit jeder ihrer Gesten zu verstehen geben, dass ich nicht mehr zu ihnen gehöre – zur Mehrheit der Rollator- losen. Da hilft nur eins : Eine neue Mehrheit organisieren!

Leute aus der Nachbarschaft mobilisieren, nur noch gemeinsam und demonstrativ Rollator – Trupps zum Einkaufen zu bilden. Ganze Formationen müssen es sein. Schließlich sind wir auch wer! Aber vielleicht bleibe ich doch lieber Einzelkämpfer? Bin ja ohnehin schon 80 Jahre lang ein Individualist.

Ich werde meinen Rollator umgestalten, z. B. verhängen. So wie Christo und Jeanne-Claude den Reichstag – nur im Kleinformat. Da kann doch schließlich niemand etwas dagegen haben. Ich könnte ihn auch mit Blumen schmücken: alle Leute würden sich freuen  und  „ach“ oder „och“ oder so sagen.  So  komme ich ins Gespräch. Vielleicht werde ich sogar als Rollator- Aktivistin zum Bürgermeister eingeladen? Und was, wenn ich so etwas wie politische Losungen an meinen Rollator hefte, z.B. “ Rollatorwege in die Bahnhofstraße !!!“

Ich kann auch gegen Fluglärm protestieren, der nach neuesten Meldungen auch den Norden KWs betreffen wird.  Mein Rollator macht ja zum Glück keinen Krach! Das bringt mich auf die Idee, das Gerät akustisch aufzuwerten.  Mit CDs ausgestattet werde ich das soziale Umfeld im Kiez erfreuen. Und ich reiche diese Neuerung auch noch als Patent ein. Aber vielleicht funktioniert keine meiner Ideen? Dann bleibe ich zu Hause und bewege mich ab jetzt nur noch im  Second life.

Desdemona ( zum Glück noch nicht 80)

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Chronik 2012 – Desdemona: Lieblingstexte beim Herbstseminar

Autorin: Desdemona Erstaunlich - alle hatten bei unserem Herbstseminar an die Hausaufgaben gedacht und einige Lieblingstexte mitgebracht. Eine kleine Sensation: fast alle hatten Rilke im Gepäck. Ich auch. Und zwar die 9. Elegie - natürlich nur ausschnittsweise. Folgende Zeilen liebe ich sehr: Aber weil Hiersein viel ist und weil uns scheinbar alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten. Einmal jedes, nur einmal. Einmal und nicht mehr. Und wir auch einmal. Nie wieder. Aber dieses einmal gewesen zu sein, wenn auch nur einmal: irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar. Warum gerade dieser Vers mich so nachhaltig anspricht? Ein seltsames Gefühl erfüllt mich jedes mal beim Lesen: schon allein das nackte Hiersein erweist sich als etwas Kostbares, unbedingt zu Bewahrendes. Einmal nur sind wir hier. Das wird sich nicht wiederholen. Nicht in der Zeit. Und nicht in unserer Ausprägung. Einmalig ist jeder - einzig als unverwechselbarer Einmaliger. Hiersein und Einmaligkeit jedoch teilen wir mit anderen Schwindenden.

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Erstaunlich – alle hatten bei unserem Herbstseminar an die Hausaufgaben
gedacht und einige Lieblingstexte mitgebracht. Eine kleine Sensation:
fast alle hatten Rilke im Gepäck. Ich auch. Und zwar die 9. Elegie
natürlich nur ausschnittsweise. Folgende Zeilen liebe ich sehr:
Aber weil Hiersein viel ist und weil uns scheinbar alles das Hiesige
braucht, dieses Schwindende, das seltsam uns angeht. Uns, die
Schwindendsten. Einmal
jedes, nur einmal. Einmal und nicht mehr. Und wir auch
einmal. Nie wieder. Aber dieses
einmal gewesen zu sein, wenn auch nur einmal:
irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.

Warum gerade dieser Vers mich so nachhaltig anspricht?
Ein seltsames Gefühl erfüllt mich jedes mal beim Lesen:
schon allein das nackte Hiersein erweist sich als etwas
Kostbares, unbedingt zu Bewahrendes.
Einmal nur sind wir hier. Das wird sich nicht wiederholen.
Nicht in der Zeit .
Und nicht in unserer Ausprägung.
Einmalig ist jeder – einzig als unverwechselbarer Einmaliger.

Hiersein und Einmaligkeit jedoch teilen wir mit anderen Schwindenden.
Warum aber sind wir unter ihnen die Schwindendsten?

Irgendwann werden wir mit unserer Einzigartigkeit schwinden.
Wie alle Schwindenden.
Nur wir jedoch wissen lange davor von diesem Schwinden, das
seltsam uns angeht.
So als die Wissenden sind wir die Schwindendsten unter den Schwindenden.
Das scheint nicht widerrufbar.

 

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Desdemona: Nach-Lese

ganz persönliche "Nach-Lese" "Gute Nacht Großhirn“ (von Liane im GeWa 110) könnte ich mir fast täglich sagen: immer wieder lasse ich mich von meinen Emotionen treiben und schüttele im Nachherein ernüchtert den Kopf. Es ist nicht die hochgepriesene Vernunft, die uns antreibt. Nein!!! Liane beschrieb in nur 5 Zeilen ein aufregendes, alltägliches Drama - wer kennt es nicht? Erfrischend ist auch die„Entweihung" - gleichfalls von Liane. So viel Selbstironie , Mut und innere Freiheit, sich auch ( nicht nur!) als Strichmännchen darzustellen und die Inschrift - also das eigene Selbstbild- zu belächeln. "Der Blick, der wie eine Klinge die Worte abschneidet " - auch wieder so ein starkes Bild. Ich sehe sie vor mir, diese herrsüchtigen, kaltblauen Augen! Schließlich hüpft Liane auf dem Frosch davon - diesem schlüpfrigen, eigenartigen Wesen, das als Vehikel für ihr Selbst dienen soll. Nach Enttäuschung und Tränenblick jetzt also ein vielleicht sogar lustiger Ritt - das ist wieder so eine Art Selbstbefreiung und Selbstüberschreitung. Rätsel geben mir nicht nur Lianes Beiträge auf. Ich fand Parallelen zu den Gedichten von Frank P. Er steckt sich selbst in eine zuverlässige Rüstung aus Hoffnungssicherheit - nur so kann er sich bewahren. Spielen und Manipulieren muss der Lebenserfahrene selbst nach 48 Jahren Lebensschule immer noch lernen. Schreckliche Zeiten! - so denke ich. Schließlich ein Grabender: nur nach Abschieden und letztem Blick zurück - hinterherhinkend- hofft er endlich satt zu werden. In dem Gedicht "Hast du schon gehört“ höre ich ganz versteckt Annett heraus - Desdemona (beim Sortieren ihrer Empfindungen nach einem Lese-Abend )

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ganz persönliche Nach-Lese


„Gute Nacht Großhirn“ (von Liane im GeWa 110) könnte ich mir fast täglich sagen:  immer wieder lasse ich mich von meinen Emotionen treiben und schüttele im Nachherein ernüchtert den Kopf. Es ist nicht die hochgepriesene Vernunft, die uns antreibt. Nein!!!
Liane beschrieb in nur 5 Zeilen ein aufregendes, alltägliches Drama – wer kennt es nicht?

Erfrischend ist auch die„Entweihung“ – gleichfalls von Liane. So viel Selbstironie , Mut und  innere Freiheit,  sich auch ( nicht nur!) als Strichmännchen darzustellen und die Inschrift – also das eigene   Selbstbild- zu belächeln.

„Der Blick, der  wie eine Klinge die Worte abschneidet “ – auch wieder  so ein starkes Bild. Ich sehe sie vor mir, diese herrsüchtigen, kaltblauen Augen!

Schließlich hüpft Liane auf dem Frosch davon – diesem schlüpfrigen, eigenartigen Wesen, das als Vehikel für ihr Selbst dienen soll. Nach   Enttäuschung und Tränenblick jetzt also ein vielleicht sogar lustiger   Ritt – das ist wieder so eine Art Selbstbefreiung und Selbstüberschreitung.

Rätsel geben mir nicht nur Lianes Beiträge auf.
Ich fand Parallelen zu den Gedichten von Frank P. Er steckt sich selbst in eine zuverlässige Rüstung aus Hoffnungssicherheit – nur so   kann er sich bewahren.

Spielen und Manipulieren muss der Lebenserfahrene selbst nach 48 Jahren Lebensschule immer noch lernen. Schreckliche Zeiten! – so denke ich.
Schließlich ein Grabender: nur nach Abschieden und letztem Blick zurück – hinterherhinkend- hofft er endlich satt zu werden.
In dem Gedicht „Hast du schon gehört“ höre ich ganz versteckt Annett   heraus   –

Desdemona  (beim Sortieren ihrer Empfindungen nach einem Lese-Abend )

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Desdemona: Der endlose Schrei

Stundenlange Umarmung - Glück- dann ein Schrei- in Sekundenschnelle ist alles vorbei. Feuer hier, Feuer da, und immer noch mehr. Tief in der Bucht das zischende Meer. Schreiend treibt es die Menschen über das Land. Doch der Vesuv hat sie alle verbrannt.

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Andreas Schrock – Foto: Steinfigur

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Stundenlange Umarmung – Glück- dann ein Schrei-
in Sekundenschnelle ist alles vorbei.
Feuer hier, Feuer da, und immer noch mehr.
Tief in der Bucht das zischende Meer.
Schreiend treibt es die Menschen über das Land.
Doch der Vesuv hat sie alle verbrannt.
Unbezähmbar wälzt sich die unendliche Glut.
Tödlich die speihende Lavaflut.
Urplötzlich sind Menschen erstarrt zu Stein.
Verstörender kann ein Anblick nicht sein.

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Desdemona: Ich begreife nichts

Noch benommen von einem eigenartigen Traum greife ich nach der Wolldecke und gehe ans Fenster. Vor meinen Augen breitet sich tiefschwarze Nacht aus, übersät von flimmernden, flackernden Sternen. Aus unermesslich weiten Räumen scheinen sie mich zu begrüßen. Ich bin fasziniert, ziehe auch noch meinen Arbeitsstuhl ans Fenster, um dieses nächtliche Schauspiel ganz in mich aufzunehmen. Dann öffne ich das Fenster. Fühlte ich mich davor wohl und behaglich, beschützt in meinen vier Wänden, passiert mit einem Male etwas sehr Eigenartiges. Ich vergesse hinter mir die vertraute, fest gefügte Welt meines Zimmers und bin urplötzlich dem Sternenhimmel über mir ausgeliefert. Er erzeugt in mir ein Unwohlsein, einen dumpfen Druck in der Magengrube. Ich fühle mich überrumpelt von dieser eiskalten, fremden, schweigenden Unendlichkeit. Scheinbar geht von ihr eine unsichtbare, mir bisher unbekannte Bedrohung aus. Jetzt fröstelt mich auch noch und ich ziehe meine dicke, warme Bettdecke ans Fenster. Irgendwie scheinen mich die Sterne zu verwirren. Banal, ja ausgesprochen beschränkt, empfinde ich gewöhnlich meinen All-Tag, der doch im Grunde - so wird es mir jetzt mit einem Male klar - ein Tag im All, im Universum ist. Die alltäglichen Dinge halten mich Tag für Tag gefangen, doch als eigentliches Gefängnis empfinde ich jetzt, in diesem Moment, die sich über mich wölbende Himmelsschale mit den vielen, unendlich vielen Lichtern. Sie wärmen mich nicht. Sie beschützen mich nicht. Ich bin ihnen gleichgültig. Sie sind da- ob ich nun da bin oder nicht. Aber warum sitze ich jetzt hier wie versteinert vor diesem unheimlichen Bild? Was soll denn das? Dieses Ängstigen vor einer Lichtjahren fernen, kalten Welt? Schnell schließe ich das Fenster wieder. Mögen doch die mich beunruhigenden Gedanken draußen bleiben... in dieser von Sternen übersäten dunklen Nacht.

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Noch benommen von einem eigenartigen Traum
greife ich nach der Wolldecke und gehe ans Fenster.
Vor meinen Augen breitet sich tiefschwarze Nacht aus,
übersät von flimmernden, flackernden Sternen.
Aus unermesslich weiten Räumen scheinen sie mich zu begrüßen.
Ich bin fasziniert, ziehe auch noch meinen Arbeitsstuhl ans Fenster, um dieses nächtliche Schauspiel ganz in mich aufzunehmen.
Dann öffne ich das Fenster.
Fühlte ich mich davor wohl und behaglich, beschützt in meinen
vier Wänden, passiert mit einem Male etwas sehr Eigenartiges.
Ich vergesse hinter mir die vertraute, fest gefügte Welt meines Zimmers und bin urplötzlich dem Sternenhimmel über mir ausgeliefert. Er erzeugt in mir ein Unwohlsein, einen dumpfen
Druck in der Magengrube.
Ich fühle mich überrumpelt von dieser eiskalten, fremden, schweigenden Unendlichkeit. Scheinbar geht von ihr eine unsichtbare, mir bisher unbekannte Bedrohung aus.
Jetzt fröstelt mich auch noch und ich ziehe meine dicke, warme Bettdecke ans Fenster.
Irgendwie scheinen mich die Sterne zu verwirren.
Banal, ja ausgesprochen beschränkt, empfinde ich gewöhnlich meinen All-Tag, der doch im Grunde – so wird es mir jetzt mit einem Male klar – ein Tag im All, im Universum ist.
Die alltäglichen Dinge halten mich Tag für Tag gefangen,
doch als eigentliches Gefängnis empfinde ich jetzt,
in diesem Moment, die sich über mich wölbende Himmelsschale
mit den vielen, unendlich vielen Lichtern.
Sie wärmen mich nicht.
Sie beschützen mich nicht.
Ich bin ihnen gleichgültig.
Sie sind da- ob ich nun da bin oder nicht.
Aber warum sitze ich jetzt hier wie versteinert vor diesem unheimlichen Bild? Was soll denn das?
Dieses Ängstigen vor einer Lichtjahren fernen, kalten Welt?
Schnell schließe ich das Fenster wieder.
Mögen doch die mich beunruhigenden Gedanken draußen bleiben…
in dieser von Sternen übersäten dunklen Nacht.

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