Tag Archives: * Christian 5. Februar

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Heute, am 5. Februar 2015, ist der Slider unserem Christian Rempel gewidmet.

Die Auswahl im Slider ist heute, am 5. Februar, unserem Vereinsmitglied Christian Rempel gewidmet - verbunden mit einem herzlichen Dank für all die Beiträge, die Du unserem Blog immer wieder zur Verfügung stellst. Alles Gute wünscht Dir, lieber Christian Liane Fehler Onlineredaktion

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Ein Foto von smt. Hier: eine Aufnahme kräftig roter Blüten (Pfingstrose) vor dunkelgrünen Laub.

Foto: smt


Die Auswahl im Slider  ist heute, am 5. Februar, unserem Vereinsmitglied Christian Rempel gewidmet – verbunden mit einem herzlichen Dank für all die Beiträge, die Du unserem Blog immer wieder zur Verfügung stellst.

Alles Gute wünscht Dir, lieber Christian

Liane Fehler Onlineredaktion

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▶ Link als Geburtstagsgruß: Charlie Chaplin – Selbstliebe

Hinweis: Dies ist eine Vorschau. Um diesen Artikel zu öffnen, bitte in die türkisfarbene Überschrift oder auf das Wort “Weiterlesen” klicken. ▶ Charlie Chaplin - Selbstliebe (aus der Rede zu seinem 70. Geburtstag)

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Christian Rempel: Appetit auf Neues

Appetit auf Neues Der Zufluss an Texten wird immer dünner, dafür werden die Diskussionen immer ausufernder. Der Appeitit auf neue Texte ist ungebrochen und es sind auch wieder zwei neue Mitglieder zu den Undichtern gestoßen. Manuela, die schon längere Zeit mit dabei ist, und Heinz erklärten ihre Mitgliedschaft. Es ist zwar immer noch nicht ausgemacht, ob es notwendig ist, ein Verein zu sein, aber er geht jetzt schon in sein 25. Jahr und der Vorstand, bestehend aus Lars, Gerhard, Annett und mir, wurde einstimmig wiedergewählt. Es konnte eine gute Bilanz gezogen werden, dass sich der Verein Eitel Kunst e.V. - eine Sammlung Undichter stetig entwickelt hat und um das Vereinsjubiläum im Juni zu krönen, wird zum zweiten Mal eine Anthologie herausgebracht, an der sich dreizehn Vereinsmitglieder beteiligen. Die Anthologie soll in einer Auflage von dreihundert Stück herausgebracht werden und es ist aufgrund der stabilen Finanzlage und einem sehr attraktiven Angebot für den Druck möglich das aus der Vereinskasse zu bestreiten. Es sind auch mindestens drei Lesungen angedacht, um die Anthologie bekannt zu machen. Erfolgreiche Veranstaltungen, wie „Lyrik meets Gospel“ eröffnen die Aussicht, das inzwischen auch in der Bevölkerung wahrgenommene Defizit an Lyrikangeboten auszufüllen. Höhepunkt des Seminars war in diesem Wintermonat aber nicht die Diskussion eigener Texte, sondern die Beschäftigung mit einem Werk von Lutz Seiler, der für seinen Roman „Kruso“ im vergangenen Jahr den deutschen Buchpreis erhalten hat. Dieser Autor war vorher durch Lyrik und kleinere Erzählungen bekannt geworden und hatte schon einige Auszeichnungen für sich reklamieren können. „Kruso“ ist ein DDR Bild und eine Wendegeschichte ganz eigener Prägung, das für uns viele Identifikationsmöglichkeiten bietet. Der Roman spielt fast ausschließlich auf Hiddensee, eine Insel, die es auch einigen der Undichter angetan hat. Schon zu DDR Zeiten war sie ein Treffpunkt für Leute, die eine Nische suchten, die auf die eine oder andere Weise aus der sozialistischen Realität ausgestiegen waren. Nicht selten wurde man von Akademikern bedient oder selbige standen am Abwasch, wie wir aus dem Roman erfahren. Zwar hatte ich meine Gedanken dazu schon in Schriftform gegossen, aber Sinn der Übung war erst einmal, Appetit auf diesen Roman zu machen, wozu ein paar Passagen vorgelesen wurden. Nicht weniger als drei Exemplare, und wenn ich mein ebook dazurechne, vier, lagen auf dem Tisch und wurden weiterverborgt. Dass wir manchmal Gespür für aktuelle Themen haben, bei aller Abgeschiedenheit, zeigte die Tatsache, dass wir gerade über die Inhalte des Begriffs „Kollektiv“ diskutiert hatten und uns der Roman, der über weite Strecken den Charakter eines Kammerstücks hat, ein solches Kollektiv vor Augen führt, auch wenn es in dem Hiddenseeroman ein bisschen zusammengewürfelt ist, denn Gaststätten dort werden ja oft durch sog. Saisonkräfte betrieben. Im Roman heißen sie Esskas und bilden mit den „Schiffbrüchigen“ die zentralen Figuren. Vier haben den poetischen Roman, in dem sich nach meinem Dafürhalten allerdings auch ein Wermutstropfen befindet, schon gelesen und ehe man abschließende Meinungen austauscht, wird man noch ein bisschen warten müssen, bis ihn vielleicht alle gelesen haben. Vielleicht haben auch Sie als Leser dieses Blogs Lust darauf bekommen. Christian Rempel im Waltersdorfe 1.2.2015

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Appetit auf Neues

Der Zufluss an Texten wird immer dünner, dafür werden die Diskussionen immer ausufernder. Der Appeitit auf neue Texte ist ungebrochen und es sind auch wieder zwei neue Mitglieder zu den Undichtern gestoßen. Manuela, die schon längere Zeit mit dabei ist, und Heinz erklärten ihre Mitgliedschaft.

Es ist zwar immer noch nicht ausgemacht, ob es notwendig ist, ein Verein zu sein, aber er geht jetzt schon in sein 25. Jahr und der Vorstand, bestehend aus Lars, Gerhard, Annett und mir, wurde einstimmig wiedergewählt. Es konnte eine gute Bilanz gezogen werden, dass sich der Verein Eitel Kunst e.V. – eine Sammlung Undichter stetig entwickelt hat und um das Vereinsjubiläum im Juni zu krönen, wird zum zweiten Mal eine Anthologie herausgebracht, an der sich dreizehn Vereinsmitglieder beteiligen. Die Anthologie soll in einer Auflage von dreihundert Stück herausgebracht werden und es ist aufgrund der stabilen Finanzlage und einem sehr attraktiven Angebot für den Druck möglich das aus der Vereinskasse zu bestreiten. Es sind auch mindestens drei Lesungen angedacht, um die Anthologie bekannt zu machen. Erfolgreiche Veranstaltungen, wie „Lyrik meets Gospel“ eröffnen die Aussicht, das inzwischen auch in der Bevölkerung wahrgenommene Defizit an Lyrikangeboten auszufüllen.

Höhepunkt des Seminars war in diesem Wintermonat aber nicht die Diskussion eigener Texte, sondern die Beschäftigung mit einem Werk von Lutz Seiler, der für seinen Roman „Kruso“ im vergangenen Jahr den deutschen Buchpreis erhalten hat. Dieser Autor war vorher durch Lyrik und kleinere Erzählungen bekannt geworden und hatte schon einige Auszeichnungen für sich reklamieren können. „Kruso“ ist ein DDR Bild und eine Wendegeschichte ganz eigener Prägung, das für uns viele Identifikationsmöglichkeiten bietet. Der Roman spielt fast ausschließlich auf Hiddensee, eine Insel, die es auch einigen der Undichter angetan hat. Schon zu DDR Zeiten war sie ein Treffpunkt für Leute, die eine Nische suchten, die auf die eine oder andere Weise aus der sozialistischen Realität ausgestiegen waren. Nicht selten wurde man von Akademikern bedient oder selbige standen am Abwasch, wie wir aus dem Roman erfahren. Zwar hatte ich meine Gedanken dazu schon in Schriftform gegossen, aber Sinn der Übung war erst einmal, Appetit auf diesen Roman zu machen, wozu ein paar Passagen vorgelesen wurden. Nicht weniger als drei Exemplare, und wenn ich mein ebook dazurechne, vier, lagen auf dem Tisch und wurden weiterverborgt.

Dass wir manchmal Gespür für aktuelle Themen haben, bei aller Abgeschiedenheit, zeigte die Tatsache, dass wir gerade über die Inhalte des Begriffs „Kollektiv“ diskutiert hatten und uns der Roman, der über weite Strecken den Charakter eines Kammerstücks hat, ein solches Kollektiv vor Augen führt, auch wenn es in dem Hiddenseeroman ein bisschen zusammengewürfelt ist, denn Gaststätten dort werden ja oft durch sog. Saisonkräfte betrieben. Im Roman heißen sie Esskas und bilden mit den „Schiffbrüchigen“ die zentralen Figuren.

Vier haben den poetischen Roman, in dem sich nach meinem Dafürhalten allerdings auch ein Wermutstropfen befindet, schon gelesen und ehe man abschließende Meinungen austauscht, wird man noch ein bisschen warten müssen, bis ihn vielleicht alle gelesen haben. Vielleicht haben auch Sie als Leser dieses Blogs Lust darauf bekommen.

Christian Rempel im Waltersdorfe
1.2.2015

Christian Rempel: Jahreslauf (mit Erklärungen)

Jahreslauf (mit Erklärungen) Um seine Achse unser Planet ganz ohne auch nur leises Kraspeln* als unsre Erde beständig sich dreht wo wir und andre sich abhaspeln** Noch steht die Erde abgewendet der Norden von der Sonne zeigt und wenn der Jahreslauf vollendet sie wieder ist genauso geneigt*** Doch wir sind aus auf das Dazwischen wenn in den Beeten Blüten glänzen die Bäume sich mit Grün umkränzen Und wir nicht in Untätigkeit dem Ganzen geben das Geleit den Hauch der Ewigkeit erwischen C.R. 9.1.2015 . Legende (angeregt durch L&S am 14.1.2015) *"kraspeln" gibt es nicht im Duden, wohl aber bei den Gebrüdern Grimm, es bedeutet ein feines Geräusch zu verursachen, wie Mäuse hinter einem Panel, aber auch die Flamme kann kraspeln. **"abhaspeln" kommt vom Abspulen des Garns von der Haspel des Spinnrads oder auch des Sei­den­­fadens von der dazugehörigen Raupe, "sich abhaspeln" hat die Bedeutung von sich abhetzen, "glaubst du, daß sie es unterhalten wird, am Hofe ihres Bruders unbedeutende Tage abzuhas­peln?" Goethe ***Warum formuliert man nicht schöner "sie wieder sich genauso neigt", das wäre Sprachmelodie, in Wahrheit verändert die Achse der Erde sich aber so gut wie nicht, sondern es gibt nur die objek­tive Tatsache, dass sie in Bezug auf die Sonne im Jahreslauf unterschiedlich geneigt ist, ergo "ist"

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Jahreslauf (mit Erklärungen)
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Um seine Achse unser Planet
ganz ohne auch nur leises Kraspeln*
als unsre Erde beständig sich dreht
wo wir und andre sich abhaspeln**

Noch steht die Erde abgewendet
der Norden von der Sonne zeigt
und wenn der Jahreslauf vollendet
sie wieder ist genauso geneigt***

Doch wir sind aus auf das Dazwischen
wenn in den Beeten Blüten glänzen
die Bäume sich mit Grün umkränzen

Und wir nicht in Untätigkeit
dem Ganzen geben das Geleit
den Hauch der Ewigkeit erwischen

C.R. 9.1.2015
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Legende (angeregt durch L&S am 14.1.2015)
*“kraspeln“ gibt es nicht im Duden, wohl aber bei den Gebrüdern Grimm, es bedeutet ein feines Geräusch zu verursachen, wie Mäuse hinter einem Panel, aber auch die Flamme kann kraspeln.
**“abhaspeln“ kommt vom Abspulen des Garns von der Haspel des Spinnrads oder auch des Sei­den­­fadens von der dazugehörigen Raupe, „sich abhaspeln“ hat die Bedeutung von sich abhetzen, „glaubst du, daß sie es unterhalten wird, am Hofe ihres Bruders unbedeutende Tage abzuhas­peln?“ Goethe
***Warum formuliert man nicht schöner „sie wieder sich genauso neigt“, das wäre Sprachmelodie, in Wahrheit verändert die Achse der Erde sich aber so gut wie nicht, sondern es gibt nur die objek­tive Tatsache, dass sie in Bezug auf die Sonne im Jahreslauf unterschiedlich geneigt ist, ergo „ist“
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Christian Rempel: Feedback zum GeWa 119

Was mir die Nummer 119 besonders lesenswert gemacht hat, unser Erzähltalent Andreas mit seiner Geschichte vom geschichtslosen Bürgermeister Raschke, der ein Russenobjekt sein eigen nennt, wohl auch schon etwas in die Jahre gekommen ist, was man daran merkt, dass er sich immer wieder über seine Tränensäcke fährt. Ich habe das gleich mal ausprobiert, schließlich bin ich ja auch schon etwas älter und habe festgestellt, dass man eher geneigt ist, sie mit den Mittelfingern in kreisenden Bewegungen zu massieren, als wolle man sie wegdrücken. Das genau zu beschreiben ist umständlich und rückt diese unwillkürliche Bewegung, die sowohl Müdigkeit wie einen Rest von Eitelkeit ausdrückt, zu sehr in den Mittelpunkt, aber "darüberfahren" trifft es auch nicht ganz. Immerhin machen die Wiederholungen die Geschichte so schön verständlich und bildhaft und liefern zum Schluss sogar noch die Pointe. Also "Abreißen" und immer wieder "Abreißen" steht für das, was sonst Überlegung sein könnte, "danach sehen wir weiter", wobei man sich die tränensäckeunterlegten Augen vorstellt, wie sie dann "weitersehen". C.R. 22.7.2014

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Was mir die Nummer 119 besonders lesenswert gemacht hat, unser Erzähltalent Andreas mit seiner Geschichte vom geschichtslosen Bürgermeister Raschke, der ein Russenobjekt sein eigen nennt, wohl auch schon etwas in die Jahre gekommen ist, was man daran merkt, dass er sich immer wieder über seine Tränensäcke fährt. Ich habe das gleich mal ausprobiert, schließlich bin ich ja auch schon etwas älter und habe festgestellt, dass man eher geneigt ist, sie mit den Mittelfingern in kreisenden Bewegungen zu massieren, als wolle man sie wegdrücken. Das genau zu beschreiben ist umständlich und rückt diese unwillkürliche Bewegung, die sowohl Müdigkeit wie einen Rest von Eitelkeit ausdrückt,  zu sehr in den Mittelpunkt, aber „darüberfahren“ trifft es auch nicht ganz. Immerhin machen die Wiederholungen die Geschichte so schön verständlich und bildhaft und liefern zum Schluss sogar noch die Pointe. Also „Abreißen“ und immer wieder „Abreißen“ steht für das, was  sonst Überlegung sein könnte, „danach sehen wir weiter“, wobei man sich die tränensäckeunterlegten Augen vorstellt, wie sie dann „weitersehen“.

C.R. 22.7.2014

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Christian Rempel: Hornveilchen

Blütenblätterchen flattern im Wind, Sprühregenschauer gehen herab. Da ist schon Wärme, die Luft ist lind, sieht man von nächtlichen Frösten ab.

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Foto: quarknet.sonstige-zierpflanzen

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Hornveilchen

Blütenblätterchen flattern im Wind,
Sprühregenschauer gehen herab.
Da ist schon Wärme, die Luft ist lind,
sieht man von nächtlichen Frösten ab.

Die vielen Blüten laden uns ein,
wollen mehr – als ein Dasein fristen,
sind nicht vom Gelde der falsche Schein,
als ob sie um ihren Eindruck wüssten.

Lass nur die Farben recht zu Dir dringen,
atme die Düfte, die bald schon vergehn,
spüre den Hauch nun von Frühlingsschwingen.

Lass Dir Gefühle zu Kopfe steigen,
üb Dich, nach schönen Mädchen zu sehn,
und jede Sekunde mach Dir zu Eigen.

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C.R. 9.5.2014


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Chronik 2012 – Christian Rempel: Dichterseminar erinnert

14 UnDichter trafen sich 2012 zu einem Seminar auf dem Campingplatz "Sonnenland" nahe Moritzburg und die meisten waren eigens aus Berlin angereist. Der Tagungsort war ein Bungalow, in dem die meisten auch wohn­ten, während es einige vorzogen zu zelten. Das Vorbereitungskomitee, bestehend aus den drei Dresdner Mitgliedern des Vereins, hatte einen Plan an die Wand geheftet und sich dankenswerter Weise um die ganze Organisation gekümmert. Der Plan erwies sich allerdings bald als Makulatur, weil die völlige Abwesenheit eines Kollektivzwangs sich als Freibrief für beliebiges Kommen und Gehen erwies.

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14 UnDichter trafen sich 2012 zu einem Seminar auf dem Campingplatz „Sonnenland“ nahe Moritzburg und die meisten waren eigens aus Berlin angereist. Der Tagungsort war ein Bungalow, in dem die meisten auch wohn­ten, während es einige vorzogen zu zelten.

Das Vorbereitungskomitee, bestehend aus den drei Dresdner Mitgliedern des Vereins, hatte einen Plan an die Wand geheftet und sich dankenswerter Weise um die ganze Organisation gekümmert. Der Plan erwies sich allerdings bald als Makulatur, weil die völlige Abwesenheit eines Kollektivzwangs sich als Freibrief für beliebiges Kommen und Gehen erwies.

So wurden die Tagesstunden mehr oder minder vertan und erst abends wurden die Faulen fleißig und diskutierten die Texte, die zu einem Gutteil schon veröffentlicht waren im sog. GeWa, dem Publikationsorgan der Undichter.

Um der Theorie Genüge zu tun, hatte Ger­hard einen Vortrag zum allgegenwärtigen Thema Sprache ausgearbeitet, in dem man sich vielleicht mehr Sprachbeispiele ge­wünscht hätte, weil man sonst Gefahr läuft, das über das Theoretisieren eigentlich nichts hängen bleibt.

An meinem Beitrag über Adaptionen ent­brannte eine heiße Diskussion über das, was man in die Werke anderer hineinlesen kann. Man hat aber gar nicht das Gefühl, dass sie eine Anregung zum eigentlichen Thema gewesen wäre, weil man wenig geneigt ist, mir in solchen Anre­gun­gen zu folgen.

Eine Geschichte von bestrickender Schlicht­heit hatte Sibyll auf Lager, deren katastro­phales Ende aber ein bisschen im Dunkeln blieb. Frank S. hatte seine Lebensgeschichte weiterentwickelt, so dass darin schon das Potenzial eines Romans erahnt wird und er Beifall erhielt.

Liane hatte die Produktion einer kleinen CD vorzuweisen, die in ihren Sprachmelodien so schön ist, dass einem der Sinn gar nicht danach steht, diesen kompakten Genuss durch eventuelle Geräusche oder Musik zu unterbrechen. Dennoch ging ein Vorschlag in genau diese Richtung.

Es wurden gleich Pläne geschmiedet, ob man etwas ähnliches nicht vom ganzen Verein statt einer erneuten Anthologie produzieren könnte, aber die Vielfalt der Stimmen, die sonst so bereichert, könnte einem solchen Vorhaben im Wege stehen, weil dann die dynamische Harmonie, die das Ein-Mann-und-eine­-Frau-Werk von Liane auszeichnet, nicht mehr gegeben wäre.

Als letzten Beitrag habe ich die Eindrücke aus einem Buch über Janusz Korczak vorgetra­gen, die sich kritikwürdiger Weise gleich um zwei Themen drehten: Die Rolle der Kollektivität und der Lebensenergie in der Erziehung, denn Korczak war nun mal Pädagoge, und die Rolle des Wahnsinns für die Gesellschaft.

Man wollte die Diskussion auf ein Minimum beschränken und konnte so auch nicht bei der Frage anlangen, ob denn nun auch die UnDichter ein Kollektiv sind, das dann freilich den Nachteil hätte, dass eben keinerlei Dis­ziplin herrscht und man den Sinn darin sieht, mit möglichst wenig eigener Angriffsfläche die anderen abzubürsten, sich aber auch in keiner Weise gegenüber vergleichbaren Ver­einigungen behaupten muss. Meine These: Es gibt keine Bewertung noch einen Wettbe­werb mehr zwischen den Kollektiven.

Andreas S. hielt den Korczak-Aufsatz für ein Manifest und war doch in seiner letzten eigenen Ar­beit von den Gedanken einer ge­wissen Manuela inspiriert und beim Vorlesen von diesem Werk bis zu Tränen gerührt. Diese Auto­rin zählt zu den Verschollenen der Undichter. Den Text hatte ihr keiner zugetraut und schon auf Größen wie Hölderlin getippt.

In unserem (darf ich den Pluralis Majestatis hier ausnahmsweise mal verwenden, der doch eigentlich nur Gemeinschaftssinn sein möchte, noch lieber Kollektivsinn, auf den aber keiner mehr Rücksicht nimmt, wie es aussieht) weitgefassten Sinn von Adaption war selbst dieser Text von Andreas also Adaption. Er hat also ein Kunstwerk mit einem Kunstwerk beantwortet. Sein eigenes wird viel höher bewertet und entspricht also viel mehr UnDichter-Geschmack, aber sollte man dann den Ausgangspunkt der verschol­lenen Manuela nicht vielfältiger nutzen, denn Andreas hat nicht die eigene, sondern ihre Geschichte so gerührt. Könnten wir auf diesem Wege nicht erfahren, an welcher Stelle Andreas berührt sein möchte oder zu berühren ist, können wir uns dieses Erlebnis nicht auch selber erschließen?

Nicht jeder hat die Sehnsucht nach Disziplin, sonst würde sie wohl eingehalten, nicht jeder sucht einen Auftrag des Kollektivs, sonst würde man sich vielleicht öfter selbst einer der anstehenden Aufgaben aktiv widmen oder solche definieren helfen. Nicht jeder liebt mehr das Kollektiv, sondern verkommt lieber in seinem Individualismus. Das Problem der Kollektivität ist ganz nah dran an uns und ein erster Schritt wäre vielleicht, wenn jeder, der sich dazu in der Lage sieht, eine Adap­tion auf den Text der verschollenen Manuela schreibt, auch um sich damit einem Vereins­mitglied zu nähern, das sehr bewegt davon war und ist – ihm zu helfen.

Werfe ich oder werfen wir
das Wir in die Waagschale
die gar nichts zu wiegen hat
eher erwägen möchte
erwägen wir das Wir?
Nähern wir uns dem neben uns
versuchen wir seinen Geist zu atmen?
Versuchen wir als UnDichter zu antworten?
Wusstet ihr schon
das wäre der Anfang – die Adaption!

Im Waltersdorfe 19.8.2012

 

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Christian Rempel (Foto und Text): Pfingsten

Zählst zu den langen Feiertagen, der heilige Geist steigt von oben herab, bald geht's dem Frühling an den Kragen, der Sommer schneidet ihm bunte Zöpfe ab. Am Fenster sitzt ein weißes Täubchen und gurrt von Liebe, ist dies der Geist? Gibt Erdbeertorte mit Sahnehäubchen, der Habicht am blauen Himmel kreist. ...

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Zählst zu den langen Feiertagen,
der heilige Geist steigt von oben herab,
bald geht’s dem Frühling an den Kragen,
der Sommer schneidet ihm bunte Zöpfe ab.

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Am Fenster sitzt ein weißes Täubchen
und gurrt von Liebe, ist dies der Geist?
Gibt Erdbeertorte mit Sahnehäubchen,
der Habicht am blauen Himmel kreist.

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Wo bleibt nur der geistvolle Täuberich?
Ließ er sein weißes Täubchen im Stich?
Der Habicht, hat er ihn schon aufgefressen?

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Was hülfe uns alle Weisheit im Leben,
wenn sich noch traurige Dinge begäben
und wir es bei bloßen Worten belässen.

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C.R. 4.6.2014

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Christian Rempel: Überlegt

Du bist mir schon treu nun seit Jahren und blühst wie der Frühling im Mai wie soll man mit solchem verfahren wie fühlt man sich dabei nicht frei Der Wind kräuselt sanft Dir die Lippen die Sonne durchleuchtet Dein Haar und doch schlägt wohl gegen die Rippen was einst mir ein Herze war Und was es mir einst wohl gewesen und was es auch heute noch ist die Zeit mit dem eisernen Besen macht doch, dass Du einmal vergisst Und hab ich nicht heut auch vergessen als ich fuhr bei der Ampel auf rot wie Du mir erklärt hast gemessen Du liebtest mich bis in den Tod C.R. 21.03.2006

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Du bist mir schon treu nun seit Jahren
und blühst wie der Frühling im Mai
wie soll man mit solchem verfahren
wie fühlt man sich dabei nicht frei

Der Wind kräuselt sanft Dir die Lippen
die Sonne durchleuchtet Dein Haar
und doch schlägt wohl gegen die Rippen
was einst mir ein Herze war

Und was es mir einst wohl gewesen
und was es auch heute noch ist
die Zeit mit dem eisernen Besen
macht doch, dass Du einmal vergisst

Und hab ich nicht heut auch vergessen
als ich fuhr bei der Ampel auf rot
wie Du mir erklärt hast gemessen
Du liebtest mich bis in den Tod

C.R. 21.03.2006

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Christian Rempel: Klarheit & Wahn – Eine Brandenburgische Odyssee

Das Buch Klarheit & Wahn von Christian Rempel wurde bereits im letzten Jahr in unserem Blog vorgestellt. Inzwischen gibt es neben der klassisch gebundenen Buchausgabe auch eine elektronische Variante. Wer die Geschichte weiter verfolgen möchte findet unter dem folgenden Link das E-Book-Angebot. http://www.amazon.de/Klarheit-Wahn-Eine-Brandenburgische-Odyssee-ebook/dp/B00I852V2E/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1391611497&sr=8-2&keywords=Klarheit+und+Wahn Liane Fehler Onlineredaktion

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Das Buch Klarheit & Wahn von Christian Rempel wurde bereits im letzten Jahr in unserem Blog vorgestellt. Inzwischen gibt es neben der klassisch gebundenen Buchausgabe auch eine elektronische Variante. Wer die Geschichte weiter verfolgen möchte, findet unter dem Link das E-Book-Angebot.

Liane Fehler Onlineredaktion

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Christian Rempel mit 17 Winterhaikus

Wintergerede Themen sind Eis und der Schnee schweigend die Wälder Straßen mit Lauge auf Asphalt zerfließt die Pracht hätt'st Du das gedacht? Unterm Schnee das Grün harrend auf froh Wiederkehr was wollen wir mehr? Seelen gefroren ein Januarstelldichein für weißes Gebein Kilometerweit nichts, wo das Auge verharrt alles rings erstarrt Schneeige Weite im Pelz fühlst Du Dich prächtig Winter ist mächtig Wärme von innen winterliches Beginnen all Deinen Sinnen Die Pusteblume ist nur Erinnerung mehr der Winter ringsum Zu Minusgraden auf verschlungenen Pfaden Spuren begradigt Eis und Schnee ist rings das ist wohl das Winterdings in Versen besing's Ein Schneekatarakt Eishaut an Seebrücken knackt der Winter gibt Takt Schneemann muss frieren sagt dem hungrigen Hasen friss meine Nasen Verse gefroren war'n nicht für Deine Ohren aus Glut geboren Deine Augen starr weil schon wieder Winter war Seele sagte "knarr" "Patsch" sagt der Fettnapf den Kopf voller Wintersinn steh ich in ihm drin Habe Wintersinn der Hintersinn ist perdu hüh, mein Einhorn, hüh! Ich habe nun ach Haiku genug geschrieben lest sie ihr Lieben C.R. 23.1.2014

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Wintergerede
Themen sind Eis und der Schnee
schweigend die Wälder

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Straßen mit Lauge
auf Asphalt zerfließt die Pracht
hätt’st Du das gedacht?
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Unterm Schnee das Grün
harrend auf froh Wiederkehr
was wollen wir mehr?
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Seelen gefroren
ein Januarstelldichein
für weißes Gebein
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Kilometerweit
nichts, wo das Auge verharrt
alles rings erstarrt
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Schneeige Weite
im Pelz fühlst Du Dich prächtig
Winter ist mächtig
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Wärme von innen
winterliches Beginnen
all Deinen Sinnen
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Die Pusteblume
ist nur Erinnerung mehr
der Winter ringsum
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Zu Minusgraden
auf verschlungenen Pfaden
Spuren begradigt
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Eis und Schnee ist rings
das ist wohl das Winterdings
in Versen besing’s
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Ein Schneekatarakt
Eishaut an Seebrücken knackt
der Winter gibt Takt
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Schneemann muss frieren
sagt dem hungrigen Hasen
friss meine Nasen
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Verse gefroren
war’n nicht für Deine Ohren
aus Glut geboren
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Deine Augen starr
weil schon wieder Winter war
Seele sagte „knarr“
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„Patsch“ sagt der Fettnapf
den Kopf voller Wintersinn
steh ich in ihm drin
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Habe Wintersinn
der Hintersinn ist perdu
hüh, mein Einhorn, hüh!
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Ich habe nun ach
Haiku genug geschrieben
lest sie ihr Lieben
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                        C.R. 23.1.2014

 

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Christian Rempel: Bär – ich

Ich schnaub sie an Prüf sie im Maul Pack zu mit den Tatzen Das gefällt immer

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Ich schnaub sie an
Prüf sie im Maul
Pack zu mit den Tatzen
Das gefällt immer

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27.01.2005

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Christian Rempel: Höchster Wunsch

Der Herrgott sprach zum Mathematikus: "Ich heut Dir einen Wunsch erfüllen muss. Hast mir gedient so manches Jahr, wo ich nicht grad sehr tätig war. Du hast gerackert Nacht und Tag, was ich an Rätseln Dir aufgab. Das hast Du alles brav gelöst und selten nur am Pult gedöst. Was soll es sein, denn Du kannst wählen: Willst Du die selig Ewigkeit? Gewiss bist müde Du vom Zählen so steht ein Brötchen auch bereit. Nur eines kannst Du davon haben, Denn an beidem sich zu laben, wär denn der Wohltat wohl zu viel." Da denkt der Mathematikus, man meint er findet keinen Schluss. Dann hellt sich sein Gesichte auf: "Gib mir das Brötchen und verschnauf." Der Herrgott kann nun gar nicht fassen, wie kann von Seligkeit er lassen? Was bessres geben konnt' er gar nicht, was geht nur vor in diesem Wicht? Da sprach der Mathematikus "Sehr einfach ist doch dieser Schluss: Nichts ist doch mehr als Seligkeit und dann in alle Ewigkeit. Doch dieses Brötchen, das ich seh ist mehr als nichts und ich versteh: Der kluge Mann wählt sich das höchste, der tumbe nur das allernächste." C.R. 21.1.2014

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Der Herrgott sprach zum Mathematikus:

„Ich heut Dir einen Wunsch erfüllen muss.
Hast mir gedient so manches Jahr,
wo ich nicht grad sehr tätig war.
Du hast gerackert Nacht und Tag,
was ich an Rätseln Dir aufgab.
Das hast Du alles brav gelöst
und selten nur am Pult gedöst.
Was soll es sein, denn Du kannst wählen:
Willst Du die selig Ewigkeit?
Gewiss bist müde Du vom Zählen
so steht ein Brötchen auch bereit.
Nur eines kannst Du davon haben,
Denn an beidem sich zu laben,
wär denn der Wohltat wohl zu viel.“

Da denkt der Mathematikus,
man meint er findet keinen Schluss.
Dann hellt sich sein Gesichte auf:
„Gib mir das Brötchen und verschnauf.“

Der Herrgott kann nun gar nicht fassen,
wie kann von Seligkeit er lassen?
Was bessres geben konnt‘ er gar nicht,
was geht nur vor in diesem Wicht?

Da sprach der Mathematikus
„Sehr einfach ist doch dieser Schluss:
Nichts ist doch mehr als Seligkeit
und dann in alle Ewigkeit.
Doch dieses Brötchen, das ich seh
ist mehr als nichts und ich versteh:
Der kluge Mann wählt sich das höchste,
der tumbe nur das allernächste.“

C.R. 21.1.2014

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