Categotry Archives: * “Lesen & Schreiben”

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Lesen und Schreiben am Mittwoch 13. Juni 2018

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Liebe Freunde,
unser Treffen zu „Lesen und Schreiben“ wird wieder am Mittwoch 13.06. ab 16.30 Uhr in der Stadtbibliothek Wildau stattfinden. Ich freue mich schon auf Euch.

Liane Fehler Onlineredaktion

 

Christian Rempel mit einem ersten Feedback zu unserem Treffen “Lesen und Schreiben” (L&S) 2015

Zum L&S Beim Lesen & Schreiben wurde ein sehr persönliches Gedicht von Christina vorgestellt, das die Nöte der Erstgeborenen thematisiert, die dazu verurteilt sind, weil dieses Erziehungsprodukt ja meist misslingt, als abschreckendes Beispiel herzuhalten und selten völlig akzeptiert werden. Erst die nachrückenden Nesthäkchen können sich positiv von diesem unzulänglichen Vorbild absetzen. "Da hast Du die Soße, werd nur nicht wie die (der) Große", könnte das Credo lauten. Eine Kolumne zum Begriff des Kollektivs mit einem ebenfalls sehr persönlichen Einschlag, kann man unter dem Titel "Ein Reizwort im Wandel" auf der Gedichtladenseite nachlesen. Sie hat das Thema nicht erschöpfend behandelt, aber es klangen in der Diskussion noch weitere Gedanken an, worin die Unterschiede zum heutigen Modewort Team bestehen könnten und warum der Chef heute nicht mehr davon spricht, dass er Kollegen hat, sondern Mitarbeiter (ist ja wohl keine Selbstver¬wal¬tung, oder was?). Als interessant stellte sich heraus, dass es einerseits den Begriff des Teamzwangs nicht gibt, dafür aber beim Kollektiv heute jedem gleich der Kollektivzwang einfällt. Dafür gibt es den Begriff, nicht teamfähig zu sein, aber nicht kollektivfähig zu sein, das gab es, als es noch Kollektive gab, seltsamerweise nicht. Man konnte sich mehr oder weniger ins Kollektiv einbringen, sich mehr oder weniger einfügen, aber die Fähigkeit im Kollektiv zu leben, war jedem, selbst dem Bummelanten oder Säufer, unbenommen. Ja, man konnte selbst im Kollektiv über sich hinauswachsen, das Kollektiv konnte sich mehr oder weniger ausprägen, alles recht wünschenswerte Dinge. "Jeden gewinnen und keinen zurücklassen" war so eine Losung, die sich heute noch sehen lassen kann. Wem heute die Teamfähigkeit abgeht, kann bald arbeitslos den ganzen Tag fernsehen. Manch einem war schon "unsere Menschen" zu besitzergreifend und Anzeichen einer Diktatur, während ein richtiger Diktator gesagt hatte "mein Volk". Auch diese Betrachtung ist natürlich weit von der Vollständigkeit entfernt und man könnte weiter sinnieren, ob "verbrauchten" Begriffen je wieder eine Renaissance beschieden sein kann. Man wird sehen … C.R. nach abendlicher Rückkehr vom L&S im Waltersdorfe, den 14.1.2015

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Zum L&S
Beim Lesen & Schreiben wurde ein sehr persönliches Gedicht von Christina vorgestellt, das die Nöte der Erstgeborenen thematisiert, die dazu verurteilt sind, weil dieses Erziehungsprodukt ja meist misslingt, als abschreckendes Beispiel herzuhalten und selten völlig akzeptiert werden. Erst die nachrückenden Nesthäkchen können sich positiv von diesem unzulänglichen Vorbild absetzen. „Da hast Du die Soße, werd nur nicht wie die (der) Große“, könnte das Credo lauten.
Eine Kolumne zum Begriff des Kollektivs mit einem ebenfalls sehr persönlichen Einschlag, kann man unter dem Titel „Ein Reizwort im Wandel“ auf der Gedichtladenseite nachlesen. Sie hat das Thema nicht erschöpfend behandelt, aber es klangen in der Diskussion noch weitere Gedanken an, worin die Unterschiede zum heutigen Modewort Team bestehen könnten und warum der Chef heute nicht mehr davon spricht, dass er Kollegen hat, sondern Mitarbeiter (ist ja wohl keine Selbstver­wal­tung, oder was?).
Als interessant stellte sich heraus, dass es einerseits den Begriff des Teamzwangs nicht gibt, dafür aber beim Kollektiv heute jedem gleich der Kollektivzwang einfällt. Dafür gibt es den Begriff, nicht teamfähig zu sein, aber nicht kollektivfähig zu sein, das gab es, als es noch Kollektive gab, seltsamerweise nicht. Man konnte sich mehr oder weniger ins Kollektiv einbringen, sich mehr oder weniger einfügen, aber die Fähigkeit im Kollektiv zu leben, war jedem, selbst dem Bummelanten oder Säufer, unbenommen. Ja, man konnte selbst im Kollektiv über sich hinauswachsen, das Kollektiv konnte sich mehr oder weniger ausprägen, alles recht wünschenswerte Dinge. „Jeden gewinnen und keinen zurücklassen“ war so eine Losung, die sich heute noch sehen lassen kann. Wem heute die Teamfähigkeit abgeht, kann bald arbeitslos den ganzen Tag fernsehen. Manch einem war schon „unsere Menschen“ zu besitzergreifend und Anzeichen einer Diktatur, während ein richtiger Diktator gesagt hatte „mein Volk“.
Auch diese Betrachtung ist natürlich weit von der Vollständigkeit entfernt und man könnte weiter sinnieren, ob „verbrauchten“ Begriffen je wieder eine Renaissance beschieden sein kann. Man wird sehen …
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C.R. nach abendlicher Rückkehr vom L&S im Waltersdorfe, den 14.1.2015

Gerhard Jaeger: He ich seh’

He ich seh’- - schwarz umweht vom Sturm gesät Harz Unvermutet aus Ästen blutet Schnitt Wild das Wolkenbild Schritt Überall der Winde Hall Gewimmel Springen Hagelkörner klingen Himmel geigen Wetterreigen Flüsse Schnellen über Häuserschwellen Risse Aufgeplatzt das Erdreich schmatzt Wetterbericht Sonderschicht? Sonderschicht!

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He ich seh’-

– schwarz
umweht vom Sturm gesät
Harz
Unvermutet aus Ästen blutet
Schnitt
Wild das Wolkenbild
Schritt
Überall der Winde Hall
Gewimmel
Springen Hagelkörner klingen
Himmel
geigen Wetterreigen
Flüsse
Schnellen über Häuserschwellen
Risse
Aufgeplatzt das Erdreich schmatzt

Wetterbericht

Sonderschicht?
Sonderschicht!

Gerhard Jaeger präsentiert einen musikalischen „Wetterbericht“ – Lautenspiel: M. Bach – Gemälde: Am Meer

▶ Hinweis: Dies ist eine Vorschau, um dieses Bild in voller Größe sehen zu können, bitte in die türkisfarbene Überschrift oder auf das Wort “Weiterlesen” klicken und den Artikel öffnen. ▶ Note: This is a preview. Please click in the turquoise-colored heading of the article, and you can see the pictures in full size. Dieses Gemälde von Gerhard Jaeger war neben weiteren Exponaten der Kunstausstellung des Malaika Projektes “Art‬ unite us – Kunst vereint uns” im Rahmen einer Multimedia Show am 5.12.2014 im MGH Mehrgenerationenhaus Königs Wusterhausen zu sehen.

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Christian Rempel: Filmkritik zu „Honig im Kopf“

Filmkritik Das Kino ist rammelvoll, wo seit Weihnachten der Til Schweiger Film "Honig im Kopf" läuft. Schon die 14 Uhr Vorstellung ist fast ausverkauft. Natürlich gibt es auch da erst mal Werbung und dann das Logo Warner Bros., dass man denkt, man ist im falschen Film, der ja eigentlich ein deutscher sein sollte. Eigentlich dreht sich der Film nur um eine Vierpersonenfamilie, in der der Opa (Dieter Hallervorden) Alzheimer vom Feinsten hat. Der Til Schweiger gibt den Sohn dieses Opas und Jeanette Hain seine Frau. Die eigentliche Hauptperson neben dem Opa ist allerdings die im Film elfjährige Enkelin, die Tiltochter Emma spielt. Da der Opa so ziemlich alle Register eines Alzheimerkranken zieht, vom Wohnungsbrand bis hin zur geschmissenen Sommerparty, weil er da gleich mal das Feuerwerk auslöst und die Szene in einen Kriegs-schauplatz verwandelt, wofür die Schwiegertochter anfangs wenig Verständnis zeigt, aber sich so nach und nach hineinfindet, liegt es nahe, dass er weniger bei den Erwachsenen, als vielmehr bei der Enkeltochter Anklang und Verständnis findet. Das mag die tiefere Wahrheit sein, dass Kinder viel unkomplizierter mit solchen Gebrechen umzugehen verstehen und eine eigentliche Zuwendung zu diesen Ältesten eben nur von den Jüngsten zu erwarten steht. Wie das jeweilige Chaos, das natürlich Kinder auch nicht im Griff hätten, dann immer wieder beseitigt wird, davon schweigt der Schweigerfilm natürlich und man muss wohl auch einräumen, dass so viel Capriziosität mit derartigen Sachschäden auch nur Wohlsituierte überstehen können. All die Schäden in Form demolierter Wohnungseinrichtung oder zerfah-rener Autos wird natürlich, so das Kalkül des erfolgreichsten deutschen Filmemachers, durch die Geld-schwem¬me in die Kinokassen mit Leichtigkeit ausgeglichen. Der Zuschauer hat also immerhin etwas für's Auge, gerade als Opa und Enkelin eine malerische Reise nach Venedig antreten, die nicht ohne abenteuerliche Zwischenfälle abgeht.. Da begegnen den beiden immer wieder Menschen, die ihnen weiterhelfen, die Verständnis dafür haben, dass sich ein Opa, der derart von der Rolle ist, im normalen Leben bewegt. Auch das mag der Traumfabrik geschuldet sein, wie auch die Tatsache, dass das entfleuchte Duo Opa-Enkeltochter im gleichen Nobelhotel und unmittelbar den suchenden Eltern benachbart Quartier nimmt. Man hat solche etwas abgegriffenen Kniffe schon gern, denn man ist ja schließlich im Kino. Es kommt aber auch echte Rührung auf, als Emma, mal wieder auf der Suche nach verlaufenen Großvater, sich in die Fluten des Lido stürzt, zu ihm schwimmt, und gerade das der Moment ist, wo er selbst seine Prinzessin nicht mehr erkennt. Bis dahin konnte man staunen, auch ein bisschen lachen und dann kommen auch noch die Tränen der Rührung, kann man denn mehr im Kino erwarten? Christian Rempel im Waltersdorfe 11.1.2015

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Filmkritik

Das Kino ist rammelvoll, wo seit Weihnachten der Til Schweiger Film

„Honig im Kopf“ läuft. Schon die 14 Uhr Vorstellung ist fast ausverkauft. Natürlich gibt es auch da erst mal Werbung und dann das Logo Warner Bros., dass man denkt, man ist im falschen Film, der ja eigentlich ein deutscher sein sollte.

Eigentlich dreht sich der Film nur um eine Vierpersonenfamilie, in der der Opa (Dieter Hallervorden) Alzheimer vom Feinsten hat. Der Til Schweiger gibt den Sohn dieses Opas und Jeanette Hain seine Frau. Die eigentliche Hauptperson neben dem Opa ist allerdings die im Film elfjährige Enkelin, die Tiltochter Emma spielt.

Da der Opa so ziemlich alle Register eines Alzheimerkranken zieht, vom Wohnungsbrand bis hin zur geschmissenen Sommerparty, weil er da gleich mal das Feuerwerk auslöst und die Szene in einen Kriegs­schauplatz verwandelt, wofür die Schwiegertochter anfangs wenig Verständnis zeigt, aber sich so nach und nach hineinfindet, liegt es nahe, dass er weniger bei den Erwachsenen, als vielmehr bei der Enkeltochter Anklang und Verständnis findet. Das mag die tiefere Wahrheit sein, dass Kinder viel unkomplizierter mit solchen Gebrechen umzugehen verstehen und eine eigentliche Zuwendung zu diesen Ältesten eben nur von den Jüngsten zu erwarten steht. Wie das jeweilige Chaos, das natürlich Kinder auch nicht im Griff hätten, dann immer wieder beseitigt wird, davon schweigt der Schweigerfilm natürlich und man muss wohl auch einräumen, dass so viel Capriziosität mit derartigen Sachschäden auch nur Wohlsituierte überstehen können.

All die Schäden in Form demolierter Wohnungseinrichtung oder zerfah­rener Autos wird natürlich, so das Kalkül des erfolgreichsten deutschen Filmemachers, durch die Geld­schwem­me in die Kinokassen mit Leichtigkeit ausgeglichen. Der Zuschauer hat also immerhin etwas für’s Auge, gerade als Opa und Enkelin eine malerische Reise nach Venedig antreten, die nicht ohne abenteuerliche Zwischenfälle abgeht.. Da begegnen den beiden immer wieder Menschen, die ihnen weiterhelfen, die Verständnis dafür haben, dass sich ein Opa, der derart von der Rolle ist, im normalen Leben bewegt. Auch das mag der Traumfabrik geschuldet sein, wie auch die Tatsache, dass das entfleuchte Duo Opa-Enkeltochter im gleichen Nobelhotel und unmittelbar den suchenden Eltern benachbart Quartier nimmt. Man hat solche etwas abgegriffenen Kniffe schon gern, denn man ist ja schließlich im Kino.

Es kommt aber auch echte Rührung auf, als Emma, mal wieder auf der Suche nach verlaufenen Großvater, sich in die Fluten des Lido stürzt, zu ihm schwimmt, und gerade das der Moment ist, wo er selbst seine Prinzessin nicht mehr erkennt.

 Bis dahin konnte man staunen, auch ein bisschen lachen und dann kommen auch noch die Tränen der Rührung, kann man denn mehr im Kino erwarten?

Christian Rempel im Waltersdorfe
11.1.2015

Gerhard Jaeger: Bild Feder und das Gedicht: schweigen leise – musikalische Lyrik

▶ Hinweis: Dies ist eine Vorschau, um diesen Artikel zu öffnen, bitte in die türkisfarbene Überschrift oder auf das Wort “Weiterlesen” klicken. ▶ Note: This is a preview. Please click in the turquoise-colored heading of the article, and you can see the artikel. ▶ Hinweis: Das Bild "Feder" von Gerhard Jaeger wurde bereits 23. Dezember 2014 im Blog veröfentlicht. In diesem Artikel wurde es mit dem Audiobeitrag der musikalischen Lyrik zusammengeführt.

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Gerhard Jaeger alias Erwin von der Panke (Text, Bild und Video): Meeresrauschen ist…

▶ Hinweis: Dies ist eine Vorschau. Um diesen Artikel zu öffnen, bitte in die türkisfarbene Überschrift oder auf das Wort “Weiterlesen” klicken. ▶ Note: This is a preview. Please click in the turquoise-colored heading of the article, and you can see the artikel. Dieses Bild von Gerhard Jaeger war, neben weiteren Exponaten der Kunstausstellung des Malaika Projektes “Art‬ unite us – Kunst vereint uns”, im Rahmen einer Multimedia Show, in Regie von Jens-Uwe Miethling, am 5.12.2014 im MGH Mehrgenerationenhaus Königs Wusterhausen zu sehen. . . . . Meeresrauschen ist… Für B. ein Wischmopp der Zweifel von der Kreidetafel der Seele wischt Meeresrauschen ist die Tonfolge die dem Licht Flügel verleiht Meeresrauschen und Licht sind ein Festmahl und auf der Zunge das Salz zum Erträumen neuer Gerichte

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Gerhard Jaeger Bild "Am Meer"

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Gerhard Jaeger Bild "Am-Meer"

Gerhard Jaeger Bild: Am Meer

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▶ Video: am Meer 2 von Gerhard Jaeger
alias Erwin von der Panke (EvP)

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Meeresrauschen ist…
                                       Für B.
ein Wischmopp
der Zweifel
von der Kreidetafel
der Seele wischt
Meeresrauschen ist
die Tonfolge die
dem Licht
Flügel verleiht
Meeresrauschen und Licht
sind ein Festmahl und
auf der Zunge das Salz
zum Erträumen
neuer Gerichte

Oke singt und spielt eine Auswahl musikalischer Lyrik oder lyrischer Musik

▶ Hinweis: Dies ist eine Vorschau, um diesen Artikel zu öffnen, bitte in die türkisfarbene Überschrift oder auf das Wort “Weiterlesen” klicken. ▶ Note: This is a preview. Please click in the turquoise-colored heading of the article, and you can see the artikel. – Dieser Artikel wird auf der Startseite gehalten. Von Malack Kelvin Olteo Silas ist das Artikelfoto.

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Malack Kelvin Olteo Silas Foto

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Audiobox:

Einen Sommer lang

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Text: Einen Sommer lang von Detlef von Lilienkron

▶ Erlkönig

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Text: Ballade Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe

Weltende

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Text: Weltende von Jacob van Hoddis

wohin
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akustische Bearbeitung, Komposition, Musik und Text: Gerhard Jaeger

Die Schnecken

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▶ Text: von Wilhelm Busch (1832-1908)   Text: von Wilhelm Busch

 Röslein Reggae

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Silent Night Blues
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Garagen
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Text:Theodor Kramer, akustische Bearbeitung Gerhard Jaeger,

Heidenröslein
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Text: Heidenröslein von Johann Wolfgang von Goethe

▶ HaikuFunk

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▶ Wünschelrute

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Der Text Wünschelrute ist von Joseph von Eichendorf

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▶ Im wunderschönen Monat zwei

 

Computermaus

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Text: ein Gemeinschaftswerk von G.Jaeger und Oke.

Lieder eines Lumpen

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Text: Lieder eines Lumpen von Wilhelm Busch*

Osterspaziergang

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Text: Osterspaziergang von Johann Wolfgang von Goethe

Christian Rempel: Mittelweg

Mittelweg In Minusgraden bist Du mächtig Dein Schweigen ist mir hochverdächtig Mein Brennglas schmilzt Dich, schau nur an es gibt auch etwas, das ich kann hast mir die grüne Flur verödet Winter hat an sich was 'blödet' Doch ich hab Sonne, fang sie ein soll konzentriert im Fokus sein hat gleich fünftausendundeinhalb Grad wie sie die Sonne selber hat das ist nun heißer, als mir lieb und wieder nichts zu blühen blieb Drum finde man ein Mittelmaß denn nur Extreme: ist kein Spaß C.R. 28.12.2014

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Mittelweg

In Minusgraden bist Du mächtig
Dein Schweigen ist mir hochverdächtig
Mein Brennglas schmilzt Dich, schau nur an
es gibt auch etwas, das ich kann
hast mir die grüne Flur verödet
Winter hat an sich was ‚blödet‘

Doch ich hab Sonne, fang sie ein
soll konzentriert im Fokus sein
hat gleich fünftausendundeinhalb Grad
wie sie die Sonne selber hat
das ist nun heißer, als mir lieb
und wieder nichts zu blühen blieb

Drum finde man ein Mittelmaß
denn nur Extreme: ist kein Spaß

C.R. 28.12.2014

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Gerhard Jaeger: Wetterleuchten – aus der Anthologie unDichternebel: 2001 – 2015

Wetterleuchten noch ist nichts. einige Farben Gewölk Striche grün, braun schwarz, indigo ach, bin ich froh noch hat es keine Blitze noch donnert es, nur so ein Furzgegrummel, Mensch trägst du `nen kurzen Fummel Hei! Lass mich mal ran an die Staffelei es blitzt ich male Rhomben mit einem Strich mitten drin, als Kinder malten wir das an die Wand meine Hand ist elektrisch draußen wird’s hektisch Endladung aus Wolkengeheul aus Windgehechel wie du stöhnst und das noch verschönst

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noch ist nichts.
einige Farben
Gewölk Striche
grün, braun
schwarz, indigo
ach, bin ich froh

noch hat es keine Blitze
noch donnert es, nur so
ein Furzgegrummel, Mensch
trägst du `nen kurzen Fummel
Hei! Lass mich mal ran
an die Staffelei

es blitzt ich male

Rhomben mit einem Strich
mitten drin, als Kinder
malten wir das an die Wand

meine Hand ist elektrisch
draußen wird’s hektisch
Endladung

aus Wolkengeheul
aus Windgehechel

wie du stöhnst und
das noch verschönst

Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN  978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)

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Lars Steger: Gelesen, gehört, gesehen, sogar kurz gesprochen. Siegrid Damm am 17.11.2012

Meine Liebsten hocken im Gras unter einem Olivenbaum. Sie malen. Ich darf ihnen vorlesen. Stundenlang. Egoistisch wähle ich Bücher, die ich selbst nicht kenne, bei deren Autoren ich aber sicher bin, zu wissen, wie sie ihre Sätze zusammenfügen, mich hineinfühlen kann und nur selten verlese. Hans Fallada, Christa Wolf, Sigrid Damm. Bücher, deren Inhalt mich angeht. Wie sehr, ahne ich noch nicht, als ich für unser Seminar als vorzustellenden Lieblingstext Sigrid Damms „Wohin mit mir“ auswähle. Das fiktives Tagebuch der Autorin eines gerade erfolgreichen Goethe-Buches, die für ein halbes Jahr ins „Casa di Goethe“ in Rom eingeladen wurde. Geschrieben zehn Jahre später. Selbst nach der Lesung, im Reden über das Buch und das eigene Schreiben, blieb Sigrid Damm konsequent: Wenn es um den Text ging, sprach sie von der Erzählerin.

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Foto von Lars Steger:"Vergänglichkeit"


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Meine Liebsten hocken im Gras unter einem Olivenbaum. Sie malen. Ich darf ihnen vorlesen. Stundenlang. Egoistisch wähle ich Bücher, die ich selbst nicht kenne, bei deren Autoren ich aber sicher bin, zu wissen, wie sie ihre Sätze zusammenfügen, mich hineinfühlen kann und nur selten verlese.

Hans Fallada, Christa Wolf, Sigrid Damm. Bücher, deren Inhalt mich angeht.

Wie sehr, ahne ich noch nicht, als ich für unser Seminar als vorzustellenden Lieblingstext Sigrid Damms

Wohin mit mir“ auswähle. Das fiktives Tagebuch der Autorin eines gerade erfolgreichen Goethe-Buches, die für ein halbes Jahr ins „Casa di Goethein Rom eingeladen wurde. Geschrieben zehn Jahre später.  Selbst nach der Lesung, im Reden über das Buch und das eigene Schreiben, blieb Sigrid Damm konsequent: Wenn es um den Text ging, sprach sie von der Erzählerin.

Die Frau eine Erscheinung. Klein. Sehr langer weißer locker geflochtener Zopf. Das Mauerwerk hinter ihr in einem warmen Licht. Dazu das Leselicht. Ihr Haar reflektierte das alles, erhellte die Umgebung ihres Kopfes. Jetzt weiss ich, wie die Idee von Heiligenscheinen entsteht. Als sie zu lesen begann – eine überraschend zarte, etwas brüchige Stimme. Ich hatte wohl Christa Wolfs ruhigen tiefen Ton erwartet.

Überraschend ihre Leseauswahl. Alles, was ich für das letzte Seminar im  MGH bei Thema Lieblingstext ursprünglich gern aus dem Buch vorgestellt hätte, war dabei. Wie alltägliche Erlebnisse und Begegnungen sich mit Erinnerungen und Er-lesenem vermischen. Goethe, Che Guevara, Ingeborg Bachmann und Caravaggio. Auch Anna Chiarloni wird diesmal übrigens benannt.*

Die gefühlte Nähe, die mir beim Lesen schon klar geworden war, wird noch deutlicher beim Sprechen über das Schreiben: Laufen müssen als Voraussetzung, weite offene Landschaft, das Gewicht der alltäglichen Dinge, die Verstrickung der kleinen und großen Geschichte – am Ende beim Signieren, als wir über den Rhythmus beim Schreiben sprachen, wies sie mich noch auf Fühmann hin. Das Ungarn-Tagebuch. Natürlich, wie konnte ich das vergessen!

Ich musste dann erst mal flüchten vor der Unruhe der Kolleginnen und deren Enttäuschung, dass so wenig von Rom die Rede war. Dabei war auch das doch Thema: die Stadt, die sie suchte, Goethes Flucht-Ort, nicht gefunden zu haben, mit Anderem, dem zurückliegenden Erlebnis Lapplands, den Söhnen und Enkeln, beschäftigt zu sein. Sich ihr Rom zehn Jahre später erarbeiten zu müssen, zu wollen.

Am liebsten hätte ich einen langen Nachtspaziergang gemacht. Na ja, Autobahn im Nebel hatte auch was. Nur innehalten kann man dabei nicht. Worte wälzend. So hole ich das nach.

* A.C. schrieb das Vorwort zu „zwischen den zeiten“, der Anthologie des E.K.e.V. (Peter Segler Verl., 2003), und übersetzte ein Gedicht von mir; sie wurde in S. Damms „Diese Einsamkeit ohne Überfluss“ (Insel Verl., 1995), einem Schottland-Tagebuch, nur anonym als Germanistin aus Turin benannt.

Lars Steger – Foto:”Vergänglichkeit”

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