Tag Archives: da du tanztest – judas

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Gerhard Jaeger: Beschattet

Beschattet man, ich bin gerannt in Fremdheit durchs Land, bitte sehr der Schatten voran der Schatten hinterher unter Segel, ahoi der Schatten dabei im Gummiboot – Schattennot Hunger, Angst und Schrecken kein Verstecken wo immer ich gestrandet der Schatten landet in der ersehnten Welt an reichen Küsten ein Schatten, ein Schatten der mich fällt

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Beschattet

man, ich bin gerannt
in Fremdheit
durchs Land, bitte sehr
der Schatten voran
der Schatten hinterher
unter Segel, ahoi
der Schatten dabei
im Gummiboot – Schattennot
Hunger, Angst und Schrecken
kein Verstecken
wo immer ich gestrandet
der Schatten landet
in der ersehnten Welt
an reichen Küsten
ein Schatten,
ein Schatten
der mich fällt

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Marita Hotopp: Auf der Suche

Auf der Suche Sehnsucht nach Leben Suchend Wild, intensiv Visionär Hoffnung auf Sinn Beschwingte Freude gegen tiefen Schmerz, Begeisterung gegen Enttäuschung Immer wieder Flüchtige Momente Im Wandel der Zeit – Unerwartet gelingt Vertrauen Gelebte Verbundenheit - unschätzbar Miteinander im lebendigen Austausch Realität – erbarmungslos Lautlos schreiend Versinken - abgrundtief Kämpfen, durchhalten, Rastlos, getrieben, erschüttert… - Trauernd in Einsamkeit Unerträglichem Schmerz entkommen … Fahrn, fahrn, nur fahren – gedankenlos, konzentriert konzentriert gedankenlos Fahrn, fahrn, fahrn viele hundert Kilometer - Ankommen wo quälender Schmerz erträglich wird Wieder ganz bei mir - In Verbundenheit und doch anders

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Auf der Suche

Sehnsucht nach Leben
Suchend
Wild, intensiv
Visionär
Hoffnung auf Sinn

Beschwingte Freude gegen tiefen Schmerz,
Begeisterung gegen Enttäuschung
Immer wieder
Flüchtige Momente

Im Wandel der Zeit –
Unerwartet  gelingt Vertrauen
Gelebte Verbundenheit – unschätzbar
Miteinander im lebendigen Austausch

Realität – erbarmungslos
Lautlos schreiend
Versinken – abgrundtief
Kämpfen, durchhalten,
Rastlos, getrieben, erschüttert…
-    Trauernd in Einsamkeit

Unerträglichem Schmerz entkommen …
Fahrn, fahrn, nur fahren – gedankenlos, konzentriert
konzentriert gedankenlos
Fahrn, fahrn, fahrn viele hundert Kilometer
-    Ankommen wo quälender Schmerz erträglich wird

Wieder ganz bei mir
-    In Verbundenheit und doch anders

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Jennifer Müller: Lino & Anna

Lino & Anna Der Tag, an dem ich ihn traf, war ein Montag. Man hatte mich beurlaubt und ich war mehr denn je versunken in dem Gefühl völlig nutzlos zu sein. Tagsüber lag ich nun meistens auf der Couch und starrte aus dem Fenster. An besagtem Montag hatte es mich jegliche Kraft- und Mutreserven gekostet, aber nun saß ich auf einem dieser Behindertenstühle in einem wirklich sehr kahlen und ungemütlich kleinen Raum. Behindertenstühle deswegen, weil man mit ihnen wippen kann. Das sieht einfach behindert aus und ich habe mich immer geweigert zu wippen. Das ist eines der wenigen Dinge, auf die ich stolz bin, denn man wird automatisch dazu verleitet zu wippen. Man merkt das gar nicht, das ist ein so unbewusster Vorgang, dass die meisten gar nicht mitbekommen, dass sie wippen und dabei so wahnsinnig behindert aussehen. Aber ich widerstand voller Trotz dem Drang danach zu wippen. Herrin meiner Handlungen! Anna Sonntag, die Unbezwingbare, die Selbstbestimmte, die beurlaubte Juristin in einem Behindertenstuhl, NICHT WIPPEND! Und gerade, als ich ...

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Lino & Anna

Der Tag, an dem ich ihn traf, war ein Montag.

Man hatte mich beurlaubt und ich war mehr denn je versunken in dem Gefühl völlig nutzlos zu sein. Tagsüber lag ich nun meistens auf der Couch und starrte aus dem Fenster. An besagtem Montag hatte es mich jegliche Kraft- und Mutreserven gekostet, aber nun saß ich auf einem dieser Behindertenstühle in einem wirklich sehr kahlen und ungemütlich kleinen Raum. Behindertenstühle deswegen, weil man mit ihnen wippen kann. Das sieht einfach behindert aus und ich habe mich immer geweigert zu wippen. Das ist eines der wenigen Dinge, auf die ich stolz bin, denn man wird automatisch dazu verleitet zu wippen. Man merkt das gar nicht, das ist ein so unbewusster Vorgang, dass die meisten gar nicht mitbekommen, dass sie wippen und dabei so wahnsinnig behindert aussehen. Aber ich widerstand voller Trotz dem Drang danach zu wippen. Herrin meiner Handlungen! Anna Sonntag, die Unbezwingbare, die Selbstbestimmte, die beurlaubte Juristin in einem Behindertenstuhl, NICHT WIPPEND!

Und gerade, als ich innerlich voller Stolz und Eigenbewunderung einem Selbstlob verfiel, betrat er den Raum. Mit seinen hängenden Schultern und dem trampeligen Gang machte er sofort einen seltsam bemitleidenswerten Eindruck. Tiefe Augenringe, eine rote Säufernase und zerzauste, aschblonde Haare. Stoppelige Wangen verbargen mehr schlecht als recht seine Aknenarben. Er schmiss sich auf den nächstbesten Stuhl und legte die Ellenbogen auf die Lehnen.

„Jetzt fängt er gleich an zu wippen“, dachte ich, meinen Blick ungeniert auf ihn gerichtet. Einige Sekunden vergingen und er saß einfach da und ich starrte ihn an. Er wippte nicht. Ich glaube, deshalb kam er mir vor wie der einzige zurechnungsfähige Mensch in diesem Raum. Wir zwei waren anders, das sah man sofort. Wir waren die Selbstbestimmten in diesem Raum voller nichtsnutziger Säufer, die alle fröhlich vor sich hin wippten.

Sogar der Gruppenleiter tat es! Vielleicht dachte er, es hätte einen tieferen psychologisch bedingten Sinn, eine Art Kollektivempfinden und vielleicht würde er uns auffordern, es ihnen gleich zu tun.

Aber es blieb dabei. Die Wippenden fingen an sich vorzustellen und die Situation kam mir plötzlich unwirklich vor. Ich mochte ihnen nicht zuhören. Ich wollte ihre Trinkgeschichten nicht hören, ihre stolzen Worte über Entzüge und Trockensein. Sie machten sich alle nur selbst etwas vor, ich wusste es und der einzig andere zurechnungsfähige Mensch in diesem Raum wusste es allem Anschein nach auch, denn als die Blicke auf ihn gerichtet waren, sprach er mit einer kläglich heiseren Stimme aus, was sich niemand eingestehen will.

„Wir alle sind krank. Ob wir daran Schuld sind oder nicht, sei dahin gestellt. Aber leben müssen wir damit, macht euch nichts vor, es gibt keine Heilung… nur Entscheidungen …“

Und dann verstummte er. Sein Körper war erstarrt, nur sein Mund hatte sich bewegt. Er machte einen merkwürdig apathischen Eindruck, er hatte sich nicht einmal umgesehen oder eine Hand zur ausdrücklichen Geste gehoben, nicht einmal ein Finger hatte gezuckt und nun hüllte es den Raum in Schweigen.

Er hatte sich entschieden. Dieser fremde Mann dort, war in seiner vollen Erscheinung ein Meisterwerk an Entscheidungskraft und er saß dort wie ein Ausrufezeichen.

„Danke… für diesen Beitrag… warum erzählst du uns nicht etwas über dich?“ fragte der Gruppenleiter, dessen Name mir völlig entgangen war und den ich in seiner wippenden Erscheinung auch gar nicht weiter beachten wollte.

„Mein Name ist Lino.“ sagte er, heiser aber bestimmt. Ich sah, wie sich sein Blick vom Boden löste und einmal reihum die Wippenden übersah, bis er den meinen traf.

Mehr sagte er nicht. Und mehr hatte ich auch nicht zu sagen als ich dran war.

„Ich heiße Anna.“ murmelte ich, den Blick auf Lino gerichtet und dann sah ich seine Mundwinkel zucken, nicht wissend, ob er sich dazu entschieden hatte, oder nicht.

Jennifer Müller

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sibyll maschler (Foto und Text): Die Frau und der Hemul

Die Frau und der Hemul Diese Geschichte beginnt an einem schmalen Landstrich, der zwischen den flach ansteigenden Hügeln, Bergen und Tälern im Osten und den weiten Ebenen des Westens lag. Dieses Land bildete eine Schnittstelle, eine Grenzregion. Die sich westlich erstreckenden Ländereien waren flaches, regloses Brachland, aber die sich östlich ausdehnende Landschaft bewegte sich sanft. Sie atmete in stetem Gleichmaß. Zwar blieben die Hügel, Wiesen und Wälder an ihren Orten, doch hoben und senkten sie sich in gleichmäßigem Rhythmus um etwa einen Fuß. So konnten deren Bewohner ohne Straucheln durch die Landschaft streifen. Jeder Schritt war achtsam. Das Quellwasser schien zu raunen: ´Komm, erfrische dich, trink´. Der Fluss lud zum Baden ein, zum Eintauchen und Fließen an neue Ufer. Vögel erfüllten Bäume und Himmel mit ihrem Gezwitscher und Gesang. Rotkehlchen und Amseln flogen von Grün zu Grün, Lerchen den Wolkenbildern entgegen. Pfauenaugen und Zitronenfalter verbreiteten ringsum Farben und Leichtigkeit. Alles fühlte sich lebendig an, floss warm und weich und stupste vorsichtig das Nächste an. Die Bewohner des Ostens waren wach und sich selber gewahr.

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Die Frau und der Hemul

Diese Geschichte beginnt an einem schmalen Landstrich, der zwischen den flach ansteigenden Hügeln, Bergen und Tälern im Osten und den weiten Ebenen des Westens lag. Dieses Land bildete eine Schnittstelle, eine Grenzregion. Die sich westlich erstreckenden Ländereien waren flaches, regloses Brachland, aber die sich östlich ausdehnende Landschaft bewegte sich sanft. Sie atmete in stetem Gleichmaß. Zwar blieben die Hügel, Wiesen und Wälder an ihren Orten, doch hoben und senkten sie sich in gleichmäßigem Rhythmus um etwa einen Fuß. So konnten deren Bewohner ohne Straucheln durch die Landschaft streifen. Jeder Schritt war achtsam. Das Quellwasser schien zu raunen: ´Komm, erfrische dich, trink´. Der Fluss lud zum Baden ein, zum Eintauchen und Fließen an neue Ufer. Vögel erfüllten Bäume und Himmel mit ihrem Gezwitscher und Gesang. Rotkehlchen und Amseln flogen von Grün zu Grün, Lerchen den Wolkenbildern entgegen. Pfauenaugen und Zitronenfalter verbreiteten ringsum Farben und Leichtigkeit. Alles fühlte sich lebendig an, floss warm und weich und stupste vorsichtig das Nächste an. Die Bewohner des Ostens waren wach und sich selber gewahr.

Im Westen dagegen herrschte der Hemul über das Land. Er war unförmig, groß und ausgebeult, gleich riesigen Kartoffelsäcken, die als Masse waberten. Der Hemul war so gewaltig angeschwollen und ausgewuchert, dass das Land unter ihm zu atmen aufgegeben hatte. Es gab zwar hier und da bizarre Gebilde, aber der Hemul hatte sie alle einzeln konserviert. Wundersame Parkanlagen waren mit Klarlack überzogen, kleine Schlösser mit flüssigem Harz. Skulpturen hatte der Hemul mit schweren Holzplatten eingehaust, Papyrusrollen mit Asche beschmiert und Gespräche in Gläser eingeweckt. Der Hemul goss große, schleimgefüllte Eimer über die Ebenen, so dass alle Vorzeit erstarrte. Es war seine Aufgabe, die vergangene Zeit stillzulegen. So gewann er an Macht und vor allem an Gewicht.

Allein das schmale Stück Land und seine unschätzbare Bewohnerin verhinderten, dass der Hemul auf die atmende Seite übergreifen konnte. Denn eine Frau bewohnte diese Knautschzone, diesen Puffer zwischen der Vergangenheit und dem, was ist. Ihr Haar war schulterlang und meist ein wenig zerzaust. Sie trug lange Kleider aus Leinen, blau, beige, weinrot, fast immer einfarbig. Flache, leichte Schuhe ermöglichten ihr einen guten Kontakt mit dem Boden. Es wurde gesagt, die Frau beherberge in ihrer Hütte etwas Blinkendes, Tanzendes, aber keiner wusste, was es wirklich war. Und geflüstert wurde, dass die Frau insgeheim immer wieder einmal versuchen würde, dem Hemul etwas Land abzutrotzen. Dieses Getuschel war dem Hemul nicht verborgen geblieben. Seither war er bemüht, seiner anhaltenden Müdigkeit mit längerem Herumwälzen etwas entgegen zu wirken.

Eines Tages, als sich der Hemul wieder einmal scheinbar satt und träge auf der Ebene ausgebreitet hatte, legte die Frau ihren Pflug an und versuchte in des Hemuls Reich vorsichtig einzudringen. Doch darauf hatte der Hemul nur gewartet. Es kam zu einem heftigen Durcheinander und lautstarkem Streit. Plötzlich ergriff der Hemul einen kleinen, aber sehr kantigen Stein und schleuderte ihn der Frau mitten ins Gesicht. In diesem Moment wurde es dunkel um sie. Die Frau erblindete. Und es breitete sich ein großer Schmerz aus. Unsicheren Schrittes, fast tastend, ging sie in ihre Hütte zurück. Doch nach kurzem Verweilen nahm sie mit festem Griff ihr Zauberschwert, ließ sich von diesem nach draußen führen und erstach den Hemul mit einem Hieb. Gelber Schlamm, mächtige Steine, graugrüner Morast und vieles mehr erbrachen sich über dem Land. Ätzender Gestank breitete sich aus. Es roch nach Schweiß, Blut und Metall, es gluckste und gurgelte und waberte zähflüssig.

Aber irgendwann war die ganze Masse des Hemuls im Boden versickert, der Geruch verzogen und seine nachhallenden Schreie verstummt. Der Nebel verzog sich. Am Himmel konnte es licht werden.

Offen blieb, ob die Frau einen Weg ebnete zwischen dem flachen Land des Westens und den Hügeln, Quellen und Bergen des Ostens. Würde das Dunkle, das Vergangene sich abermals sammeln und zusammenrotten können? Oder wären gar die bunten Wiesen und bewegten Wälder in der Lage den Westen zu befruchten?

Januar 2015

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Gerhard Jaeger (Text und Foto): Schwinden

. . . . . . . . . Schwinden Gedanken beim Aufspüren eines Autofriedhofs im Oderbruch Autos , Autos eingewachsene Fremdkörper aufgestaut im satten Grün der Lungen ländlicher Organe mit den Körperteilen Laubwald, Kiefernwald, Ober- und Unterholz, Dickicht und Gebüsch Fremdkörper Autos, Autos fest gestaut, verendet im satten Grün der Lungen stecken geblieben, stehen geblieben überwuchert, eingewachsen schwindend verschwunden Schwindsucht nicht heilbar

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Schwinden

Gedanken beim Aufspüren eines
Autofriedhofs im Oderbruch

Autos , Autos
eingewachsene Fremdkörper
aufgestaut
im  satten Grün der Lungen
ländlicher Organe
mit den Körperteilen
Laubwald, Kiefernwald,
Ober- und Unterholz,
Dickicht und Gebüsch
Fremdkörper
Autos, Autos
fest gestaut, verendet
im satten Grün der Lungen
stecken geblieben,
stehen geblieben
überwuchert, eingewachsen

schwindend verschwunden
Schwindsucht
nicht heilbar

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Desdemona – gEDANKENWASSER

gEDANKENWASSER Plätschernd wallend durchs Gelände Schwappend gierig nach Bewegung Überfluten unerbittlich Wiese,Felder und auch Dörfer Wiederkehrend als Getöse Wälzend an den Uferzonen Peitschend auf dem weitem Meere So die Wasser Homäopatisch die Ideen In den Wassern unsrer Schädel Irrend die Synapsen suchend Steckenbleibend im Gehäuse Leeres Rauschen ohne Tiefgang Selten nährend die Gemüter Hüpfend, treibend wie die Wasser so Gedanken Flüchtig bleiben Auch im Ernstfall Wasser zum Gedankenmischen wASSERGEDANKEN

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gEDANKENWASSER

Plätschernd wallend durchs Gelände
Schwappend gierig nach Bewegung
Überfluten unerbittlich
Wiese,Felder und auch Dörfer
Wiederkehrend als Getöse
Wälzend an den Uferzonen
Peitschend auf dem weitem Meere

So die Wasser

Homäopatisch die Ideen
In den Wassern unsrer Schädel
Irrend die Synapsen suchend
Steckenbleibend im Gehäuse
Leeres Rauschen ohne Tiefgang
Selten nährend die Gemüter
Hüpfend, treibend wie die Wasser

so Gedanken

Flüchtig bleiben
Auch im Ernstfall
Wasser zum Gedankenmischen

wASSERGEDANKEN

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smt: Schritte

(Un)Ruhe Aufwachen! ↓↑ Nicht aufwachen! Los machen: ↓ ↑ Was noch machen? Lust entfachen! ↓ ↑ Leid entfachen. Nichts zu lachen... ↓ ↑ Fremdes Lachen. Träume krachen. ↓↑ Gehe krachen. Hab' ihn voll, den Rachen. ▶ Hinweis: Dies ist eine Vorschau. Um diesen Artikel zu öffnen, bitte in die türkisfarbene Überschrift oder auf das Wort “Weiterlesen” klicken. ▶ Note: This is a preview. Please click in the turquoise-colored heading, to open the article.

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(Un)Ruhe

                                Aufwachen!

↓↑

Nicht aufwachen!
                      Los machen:

↓         ↑

     Was noch machen?
          Lust entfachen!

↓                  ↑

                   Leid entfachen.
               Nichts zu lachen…

↓         ↑

        Fremdes Lachen.
                      Träume krachen.

↓↑

    Gehe krachen.

Hab’ ihn voll, den Rachen.

 

Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN  978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)

 

 

 

 

 

 

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Liane Fehler: Auferstehung klemmt

Ich bin Phönix und lieg in der Asche und soll so verbrannt wie ich bin auferstehen Ja, bei Phönix , bei mir da war man sich sicher Phönix steigt wieder und wieder strahlend empor Ich hab meinen Goliath doch zu Fall gebracht meiner Meduse das Haupt abgeschlagen nun sollte ich feiern und fliegen und bin doch vergangen 28.04.2010

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Ich bin Phönix und lieg
in der Asche
und soll
so verbrannt
wie ich bin
auferstehen

Ja, bei Phönix , bei mir
da war man sich sicher
Phönix steigt
wieder und wieder
strahlend empor

Ich hab meinen Goliath
doch zu Fall gebracht
meiner Meduse
das Haupt abgeschlagen
nun sollte ich feiern und fliegen
und bin doch vergangen

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28.04.2010

Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN  978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)

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Liane Fehler: Kismet II

Du bist ein Tautropfen auf mir dem Blatt durch Dich spiegelt sich auf mir der Himmel

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 Foto: regentropfen-reihe-k

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Du bist
ein Tautropfen
auf mir
dem Blatt
durch Dich
spiegelt sich
auf mir
der Himmel

5. August 2013

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Gerhard Jaeger (Text und Fotos): Die Stadt summt

leise, ach da draußen muss es sein das Zarendorf irgendwo dann die Aurora

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türme

 

leise, ach da draußen
muss es sein
das Zarendorf

irgendwo
dann die Aurora
und hinter ihr
die Stadt

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leise, ach da draußen
muss es sein
das Zarendorf

irgendwo
dann die Aurora
und hinter ihr
die Stadt
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mit den zwei Namen
der Autos
Mercedes, Moskowitisch

und Puschkin und
den tapferen Alten die
Hände hinhalten
um um‘s  Rubelchen zu betteln
vor  goldigen Zwiebelchen


so, so
summt die Stadt
so, so
summen die Atheisten
so, so

summen wir
bevor  touristisch
wir schnarchen


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Desdemona: Steine vor Felsen – Collage von Hagen Ludwig

Schillernde Felsen trotzen den Winden seit ewiger Zeit. Zerfurchte Steine öffnen die Schichtung Tiefe enthüllend.

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Hagen1w (schillernde Steine)

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Schillernde Felsen
trotzen den Winden
seit ewiger Zeit.
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Zerfurchte Steine
öffnen die Schichtung
Tiefe enthüllend.
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Aufgeregte Rede -
kaum wahrgenommen -
verrinnt mit dem Klang.

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Lars Steger: morgengoldnes licht – Foto: Andreas Schrock

morgengoldnes licht auf den hinteren wipfeln frösteln am fenster Text: Lars Steger; Foto: A.S.

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morgengoldnes licht
auf den hinteren wipfeln
frösteln am fenster

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smt: Heimat – aus der Anthologie unDichternebel: 2001 – 2015

Heimat, das ist Melodie, klingt in meinem Herzen. Heimat steckt tief drin im Kopf, sentimentale Schmerzen. Heimat ist Erinnerung, bittersüße Zeit.

by

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Heimat, das ist Melodie,
klingt in meinem Herzen.
Heimat steckt tief drin im Kopf,
sentimentale Schmerzen.
*
Heimat ist Erinnerung,
bittersüße Zeit.
Heimat seufzt ein Klagelied
der Vergangenheit

Doch:
Heimat ist nicht nur ein Ort,
Heimat heißt Gefühl.
Heimat kann die Fremde sein,
wenn ich dort sein will.

Heimat ist auch Blick nach vorn,
morgen fahr´ ich fort.
Gib mir ein paar Jahre Zeit,
dann ist Heimat dort.

März 2012

Das Gedicht wurde veröffentlicht in der Jubiläumsanthologie: “unDichterNebel” 2001 – 2015
(ISBN  978-3-941394-40-7 / Osiris Druck Lpz.)

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